Frühlingszeit, Trennungszeit

In den vergangen Wochen habe ich von vier befreundeten bekannten Langzeit-Pärchen erfahren, die derzeit gröbere Differenzen haben, die leicht zu einer endgültigen Trennung führen könnten. Drei davon wohnen zusammen, und bei diesen dreien ist es jeweils der Mann, bei dem es am Ausziehen ist. Soviel zu Gleichberechtigung. Vielleicht erinnert sich der geneigte Leser noch an die "Ganze Männer machen Halbe-Halbe"-Kampagne. Das ist wirklich ein guter Ratschlag, denn die Alternative zu Halbe-Halbe ist offenbar, dass die Frau alles bekommt. Aber das nur nebenbei.

Auch ich leide schon ein paar Wochen und Sexmangel entzug. Daher hatte ich ein bisschen Zeit, mir Gedanken zu machen, ob die aktuelle Trennungsflut vielleicht gar etwas mit dem endlich angekommenen Frühling zu tun hat. Einige Gründe sprechen durchaus für diese Theorie; der geneigte Leser darf sich den für sich passenden aussuchen:

  • Passanten sind wieder luftiger und offener bekleidet, was einem die körperlichen Unzulänglichkeiten des Partners schön ins Gedächtnis ruft.
  • Man kann den Abend wieder im lokalen Biergarten mit den eigentlichen Freunden verbringen – kein Grund also, daheim zu bleiben und mit dem Partner zu reden.
  • Die Temperaturen steigen wieder – vor allem bei wasser- und seifescheuen Zeitgenossen die Zeit des steigenden Geruchspiegels (ich freue mich in diesem Zusammenhang ausdrücklich nicht auf die sommerlichen Uni-Vorlesungen). Der Abtörn schlechthin.
  • Im Frühling sind alle Tiere und Menschen läufig, rollig und brunftig wie nur was. Das wird natürlich bevorzugt mit dem Stier/der knackigen Jungkuh von der Nachbarweide ausgelebt, nicht mit dem Ochsen/dem abgehalfterten Milchmonster aus dem eigenen Stall.
  • Die Frühjahrsmüdigkeit ist ein weiterer Grund, keinen Sex zu haben. Wie wenn man noch einen gebraucht hätte.
  • Jetzt wo es Morgens wieder heller ist, ist man der morgendlichen Pracht des Partners intensiver ausgesetzt als im düsteren Winter. So platzt dann endgültig die letzte Illusion.