Warum wir Bier mögen

bierSeien wir einmal ehrlich: Bier schmeckt eigentlich nicht besonders gut. Wenn man sich mal alleine auf den Geschmack konzentriert, ist Bier gar nicht so super. Ein gepflegter Fruchtsaft schmeckt besser, auch eine kühler White Russian oder sogar eiskaltes Wasser frisch von der Quelle ist gschmackiger und erfrischender. Und trotzdem lieben wir es, Bier zu trinken. Mich eingeschlossen.

Die ersten paar Biere, die man mit zwölf, vierzehn Jahren getrunken hat, waren sogar richtig ekelhaft. Man hat damals, vom seltsamen Geruch schon vorgewarnt, vorsichtig dran genippt und angewidert den Mund verzogen. „Was finden da nur alle dran?“ dachte man sich, „wieso trinkt das jeder, wenns so grauslich ist?“

Und heute, erwachsen oder zumindest auf dem besten Weg dahin, kann man gar nicht genug von dem Zeug kriegen. Am besten jeden Tag. Wieso ist das so?

Ganz einfach – was uns so schmeckt ist nicht das Bier selbst, sondern das Drumherum, das einfach zu dem Gebräu dazu gehört und unmittelbar damit assoziiert wird. Wir wurden über Jahre hinweg darauf konditioniert, dass Bier gleich Spaß bedeutet. Bier heißt, Zeit mit Freunden zu verbringen, einen gemütlichen Rausch zu haben, neue Menschen (Frauen) kennen zu lernen und einfach eine gute Zeit zu haben. Würden wir beim Fortgehen von Kindesbeinen an immer nur Lebertran zu uns nehmen (und hätte der die selbe angenehm berauschende Wirkung), würden uns Lebertran schmecken und wir würden ihn in randvollen, geeisten Halblitergläsern runterstürzen.

Darum schmeckt Bier auch nie so gut, wenn man es allein zu Hause während dem Fernsehen trinkt. Sicher – es ist nicht schlecht, aber irgendwas fehlt. Irgendwie ist das nicht das selbe Bier wie gestern Abend im sonnigen Biergarten oder wie letzte Woche am Studentenfestl. Umgekehrt ist es übrigens auch so: Fortgehen ohne Bier macht nur den halben Spaß.

Jahrhundertelange Konditionierung hat geschafft, was Werbung nie gelingen wird.

29 Gedanken zu „Warum wir Bier mögen“

  1. wenn dir bier nicht schmeckt würde ich das viel eher auf die konditionierung mit hofstettner schieben – du rechnest schon gar nicht mehr mit gutem geschmack, weil du’s ja nicht anders gelernt hast :p

  2. Genau das mein ich: Du magst Freistädter Bier, weil du es als Kind so gewohnt bist und schon viele geniale Räusche damit hattest … ich bevorzuge aus demselben Grund Hofstettner.

  3. „Seien wir einmal ehrlich: Bier schmeckt eigentlich nicht besonders gut. “

    DANKE!
    Ich bin 20 und trinke noch immer kein bier, weils einfach graaaauslig ist. Ich brauch da nur einen Schluck trinken und mir wird schlecht… Ich hab mich von Anfang an gegen diese „Konditionierung“ gewehrt – weil wenn mir was nicht schmeckt dann trink ich das nicht krampfhaft weiter… klingt irgendwie logisch, oder? Ich versteh nicht wieso die Männer (und viele Frauen) das trotzdem machen.

    Ach und:
    „eine gute Zeit haben“ – beware of Anglizismen 🙂

  4. JuMa: Nein, Bier ist voll super, nur halt nicht unbedingt wegen des Geschmacks – ich kann dir die Konditionierung nur von ganzem Herzen empfehlen.

    ad „eine gute Zeit haben“: An dem Satz hab ich voll lang herumgeschrieben, weil mir nichts gscheits eingefallen ist und ich noch unbedingt eins wollte in der Aufzählung 😉 Hast aber recht, diese halbübersetzten Dinger gehören ausgerottet. Offenbar schaue ich noch immer zuviel Pro7.

  5. wenn mir aber schlecht wird? achGott.. gehör ich also nicht zu den coolen Kids? verdammmt.

    ad „halbübersetzte Dinger“: es sei dir verziehen, ich glaub in unserer generation passiert das den meisten Leuten recht häufig < positiv wenns vom vielen Englisch Sprechen/Lesen kommt, negativ wenns vom zuviel-Pro7-Schauen is 😉

  6. Ich glaube nicht, dass es Konditionierung und die Stimmung drumherum sind, sonst würde mir z.B. das Kaiser besonders gut schmecken, weil es das (zu meiner Zeit!) auf der Uni gab. Es gibt gute und schlechte Biere, daher behaupte ich, dass es sozusagen einen objektiven „guten“ Geschmack beim Bier gibt (im Sinne von gut schmecken). Als Mühlviertler würde ich Hofstettner und Freistädter nicht gegeneinander ausspielen wollen, sondern persönlich eher meinen, dass das Niveau der beiden ziemlich gleich im oberen Segment anzusetzen ist, mit einer leichten Führung für Hofstettner, wenn es um den Vergleich zwischen Kübelbier (Hofstetten) und Bio-Zwickl (Freistädter) geht.
    Im übrigen habe ich beobachtet, dass die Werbung des Freistädter Bio-Zwickls (halbnackter Mann!!!!) dazu angetan ist, die Objektivität von weiblichen Verkostern völlig den Bach runtergehen zu lassen, sie schwelgen in Lobeshymnen, während in anderen Postings Bier angeblich „grauslich“ ist. Diese Eigenschaft ist allerdings für manche Konzernbiere gerechtfertigt.

  7. „Konzernbiere“ ist ein super Wort.

    Im übrigen glaube ich schon, dass zum subjektiven „gute und schlechte Biere“ ein gewisses Maß an Konditionierung kommt. Aber es stimmt schon, dass es Biere gibt, die halt besser schmecken als andere.

  8. Also ich hab ja bisher geglaubt, dass ich ein Alkoholproblem habe und deswegen soviel Bier trinke, doch in Wahrheit bin ich einfach nur sehr, sehr sozial 🙂

    Danke saxx, dass du mir die Augen geöffnet hast! Ich glaub ich muss heute noch unter Leute … und trink dann halt auch wieder ein paar Biere!

  9. @ Josef – beziehst du dich mit der Aussage:
    „sie schwelgen in Lobeshymnen, während in anderen Postings Bier angeblich “grauslich” ist.“
    auf meinen post?
    ich hab grauslich auf ALLE biere bezogen (ohne ausnahme des freistädterbieres, aber hey sex sells also kanns auf andere frauen schon zutreffen), ja ich werfe alle biere in einen topf – ich bin ein fan von verallgemeinerung 🙂

  10. @ JuMa: Also bitte! Alle Biere in einem Topf, so eine Mischung klingt ja wirklich nach kulturloser Sauferei – auf diese Art würd ich ja nicht mit dem Bier trinken anfangen – kein Wunder dass es so nicht klappt mit dem konditionieren…

  11. @ guy inkognito :
    für mich würd das, glaub ich, nicht mal einen unterschied machen – obwohl ich es selbstvernatürlich metaphorisch gemeint hab…

    ich steh einfach nicht auf diesen bitteren (od. malzigen?) komischen geschmack. ich bin ein mädchen – ich mag eher süßlichere getränke (aber auch gern einen g’spritzen – normal, nicht süß – das ist frevel!… ich mag aber KEINEN pina colada/cappy malibu. bähbäh)
    ich glaub ich hab einfach einen komischen geschmack.. ich bin irgendwo mittendrin…

  12. wow wow, JuMa – ein süßer Gspritzter ist schon verdammt gut. Grad nach ein paar Bier.

    Ganz besonders attraktiv macht ihn übrigens, dass die ganzen Ossis (Wien etc.) sowas nicht kennnen.

  13. ein süßer gspritzer is soooo grindig! den trinkn nur leute die eigentlic hkeinen wein mögen!! dann bleibts doch gleich bei euren „Flügerl“, Captain MOrgan und wie das ganze siase zeig sonst nu hast .

    in wien kennens auch keinen „G’spritzten“ – da muss man einen „Spritzer“ bestellen.. wie mich das immer aufregt!

  14. des siase zeig is greuslig weil ma do nur speibt. tsts.
    seit wann stehn männer auf süße getränke? hilfe, mein weltbild bricht zusammen…

  15. „Speiben ist nur, wie dir dein Körper sagt: Geil was du mir gibst, Moment, ich mach schnell Platz für mehr.“
    (saxx, talking about his rich life experience)

    „I’m the complete opposite of every man you’ve ever met.“
    (George Costanza, talking about himself, and unbeknown to most Seinfeld-fans, also about saxx)

  16. 😀 wow.
    das mit dem speiben is ja extrem GRAUSLIG!

    the complete opposite? hmmm. was ist mit den ganzen klischees die du vertrittst? (du hast den UHI erfunden! du hast einen eintrag über klos verfasst, …)

  17. Die Diskussion scheint etwas abzugleiten, wir wollen hier nicht über verschiedene Formen der Antiperistaltik sprechen, sondern über Hofstettner (Ja, ja, ja!).

  18. @Josef: wow, Antiperistaltik hast aber extra rausgesucht, oder befindet sich das tatsächlich in deinem täglichen Wortschatz? ich glaub ja eher nicht. und ich geb auch zu ich habs auf wikipedia nachgeschaut und fand den eintrag .. naja. sehr amüsant würd ich mal sagen 🙂

    „Als Antiperistaltik (griech.), auch reverse Peristaltik oder reversible Peristaltik, umgangssprachlich auch Kotzen, bezeichnet man die der normalen entgegengesetzte Bewegung des Darmkanals, wie sie beim Erbrechen stattfindet;“

    umgangssprachlich auch „Kotzen“! lol

    und niemand spricht gerne die ganze zeit über Hofstettner, du magst es auch nur, weil du dich freust wenn du ein gratis glasl kriegst 🙂

  19. Den Begriff „Antiperistaltik“ hab ich von meinem Biologieprofessor, der seines Zeichens ein gestandener Südtiroler war, und uns viele praktische Dinge mit auf den Lebensweg gegeben hat (man erinnere sich, auch die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein werden in Biologie gelehrt).
    Also: Wer in der Schule aufpasst, hat vieles fürs Leben gelernt, von vornehmen Ausdrücken fürs Kotzen bis zur Vermehrung der humanen Gattung.

  20. Ich hab die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein auf die harte Tour gelernt – das erste Mal, wie mich eine ins Bett zerren wollte 😀

  21. also verhält es sich mit Sex ähnlich wie mit Bier?
    Das geniale am Sex hält sich am Anfang auch in Grenzen – hab selten gehört, dass das erste Mal auch so richtig „geil“ war.
    Aber man macht trotzdem weiter – bis es einem so gefällt, dass man es nicht mehr missen möcht.
    Ob das auch nur am „sozialen“ Aspekt liegt? =)

    ahja Saxx – hast du dir dein Layout im Internet Explorer überhaupt mal angesehen?
    Wird ziemlich in seine Einzelteile zerlegt…
    Leider hab ich in meiner langweiligen Arbeit keine andere Wahl… *seufz* *g*

  22. Stimmt – einer sehr interessante Parallele zwischen Bier und Sex.

    Eine andere: Bier ist besser, je mehr man schon getrunken hat – bis zu einer bestimmten Grenze, von wo es dann rapide bergab. Mit Sex verhält es sich ähnlich, bis zu einer bestimmten Menge an Bier wirds immer besser. Ist die Grenze erreicht, ists plötzlich nicht mehr so super.

    Ich werde wohl auf einem der nächsten Studenten-Sommerfestln eine dementsprechende Feldstudie * starten müssen.

    ad IE6: Die Entwickler des WordPress-Templates haben es nicht der Mühe wert gefunden, den uralt-IE6, der ja bekanntermaßen von Sicherheitslöchern nur so strotzt und auch von Microsoft schon lange aufgegeben wurde, zu unterstützen. Ich ebenso nicht.

    * kicher, kicher

  23. also meine Geschmacksnerven sind scheinbar ein wenig anders justiert, mir schmeckt Bier (ich finde zum Beispiel, dass Cola ein ekelhaftes Getränk ist, wer mir einreden will, dass Cola leiwand schmeckt, der hat sich einfach vom perfektesten Marketing der Welt ködern lassen!!!).

    Prinzipiell schmeckt Alkohol in Gesellschaft viel besser als wenn man ihn alleine trinkt und das trifft nicht nur auf Bier zu! So alleine daheim mit einem Damenspitzerl is a bisserl super fad….