Auf den Unis gehts rund …

… und als Student bin ich mitten drin:

Rundgehung 1:

An der Universität Salzburg kommt es offenbar immer öfter zu sexuellen Übergriffen von Professoren auf Studentinnen, vor allem zum Zwecke der Notenverbesserung. Abgesehen von männlichen Sprüchen wie “hätt ich nix dagegen, wenn die hübsche neue Professorin eine Gegenleistung für eine Einser-Klausur haben möchte”, gibt es nur zu sagen:

Warum sollte es auf der Uni anders sein als im, grad dort so gern zitierten, “richtigen Leben”. Dort ist es schließlich nicht unüblich, sich eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung oder ähnliches mit dem Körper zu verdienen*. Studentinnen sind im Übrigen alt genug, um zu wissen, was sie für eine gute Note zu tun bereit sind, schließlich sind sie nicht mehr in der Mittelstufe und bei weitem nicht so unschuldig, wie sie sich gerne geben. So gesehen bietet die Uni Salzburg also eine gute extrakurrikulare Vorbereitung auf die spätere berufliche Laufbahn – man verzeihe mir den extrem schlechten Kalauer: Wer ganz oben sein will im Jahrgangsranking, muss halt auch woanders oben sein.

Rundgehung 2:

Heuer sind so viele Studenten wie noch nie an österreichischen Universitäten inskribiert. Das liegt einerseits an der Abschaffung der Studiengebühren, andererseits am enormen Ansturm von Studenten aus Deutschland. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass so mancher Österreicher zornig die Faust in Richtung heillos überfüllter halbdeutscher Hörsäle schüttelt.

Ich selber merke nichts von diesem Ansturm, was aber vermutlich an der Studienrichtung und dem -fortschritt liegt – solange ich also mein Plätzchen im Hörsaal habe, begrüße ich die kulturelle Bereicherung am Campus. Ich bin aber gespannt, wann der ÖH ihr strikter Kurs gegen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen auf den Kopf fällt. Denn dass die Qualität der Lehre darunter leidet, steht wohl außer Frage; nicht umsonst fallen die österreichischen Unis jährlich im weltweiten Hochschulranking. Und dass  die meisten hohen ÖH-Funktionäre, so wie im Übrigen alle Politiker, gar keine Ahnung mehr davon haben, was dem Fußvolk wirklich wichtig ist, ist ja auch nichts Neues.

* Schon wieder ein Bereich, in dem Männer krass benachteiligt im Vergleich zu Frauen sind – für uns ist es so viel schwerer, uns nach oben zu schlafen. Wo ist hier die Gleichberechtigung?

Warum Stewardessen hübsch sein müssen

Als ich die vergangene Woche müde und übel gelaunt am Runway des Flughafens Dortmund  die stets gleichen Sicherheitsanweisungen der Stewardessen beobachtete, fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den halb geschlossenen Augen: Flugbegleiter(innen) müssen nicht aus ästhetischen Gründen hübsch anzusehen sein, oder um den Verkauf von überteuerten Snacks, Baby-Portionen von Getränken und unbrauchbaren Souvenirs anzukurbeln – das Aussehen der Stewardessen ist essentiell für die Sicherheit, ja sogar das Überleben der Passagiere.

Die Sicherheitsanweisungen werden schon kaum beachtet, wenn sie von bildhübschen jungen Mädchen in aufreizenden Uniformen gezeigt werden – wie viel weniger Aufmerksamkeit würde man ihnen schenken, wenn ein übergewichtiger, verschwitzter Mann mit Halbglatze, fettigem Hemdkragen und offenem Hosenstall den Weg zu den Notausgängen und die Funktionsweise eines Sicherheitsgurtverschlusses aus den 70er-Jahren erklären würde?