Wieso sind Linzer so saudeppert in den Öffis?

Ist man früh, viel zu früh am Morgen auf die Linzer Straßenbahn angewiesen, um von A nach B zu gelangen, ist es manchmal schon mühsam, den starken inneren Drang nach einem Amoklauf zu unterdrücken. Schuld sind manche Linzer, die einfach nur saudeppert sind und jeglichen ziviliserten Gesellschaftssinn missen lassen.

Ich konnte folgende Varianten dieses unerträglichen Menschenschlags identifizieren:

1. Die Sitzbeleger

Die Straßenbahn ist bis zum Platzen gefüllt, Menschen pressen sich gegen den eigenen Willen und unangenehm eng in den Gängen aneinander. Manche Mitfahrer halten es aber trotzdem für nötig, gleich zwei der raren Sitzplätze zu belegen, indem sie sich strikt weigern, unaufgefordert vom Gang- auf den Fensterplatz zu rücken.

Bittet man sie höflich darum, erntet man vorwiegend genervte Blicke und einen demonstrativ langwierigen, angestrengten Sitzplatzwechsel. Und darf sich anschließend über einen ekelhaft angewärmten Polster freuen.

Gegenmittel: Unangekündigt und unsanft drüber klettern, ohne Rücksicht auf körperliches Wohlbefinden oder Sauberkeit der Kleidung des Sitzbelegers.

2. Die Türversteller

Ich verstehe jene Mitfahrer gut, die gerne in Türnähe stehen, um bei jeder Haltestelle einen erlösenden Schwall Frischluft zu ergattern und so den Myriaden verschiedenen, meist wenig angenehmen Gerüchen in der Straßenbahn zumindest kurzzeitig zu entgehen.

Was ich aber nicht verstehe, sind jene Mitfahrer, die an jeder Haltestelle wie zur Salzsäule erstarrt genau mittig in der Tür stehen bleiben, mit ihrem Leibesumfang alle Aus- und Einsteiger blockieren und sie dergestalt zwingen, sich irgendwie vorbei zu wurschteln.

Gegenmittel: Umrennen. Funktioniert leider nur, wenn man selbst nicht zu zart gebaut ist.

3. Die Ich-zuerst-Einsteiger

Ein Phänomen, dass mir spezifisch für Linz scheint, sind jene Mitfahrer, die es partout nicht erwarten können, endlich in die Straßenbahn einsteigen zu dürfen. Wie wenn die plötzlich und überstürzt weiter fahren würde, um sie verdattert an der Haltestelle zurück zu lassen, drängen diese offensichtlich Minderbemittelten wie vom Blutrausch erfasste Berserker durch die Tür, sobald sich jene öffnet.

Selbstredend ohne jegliche Rücksicht auf andere Mitreisende an den Tag zu legen, besonders nicht auf jene, die in ebenjenem Moment eigentlich aussteigen möchten. Das ist nicht nur grob asozial, sondern einem zeiteffizienten Aus- und Einsteig äußerst abträglich.

Gegenmittel: Umrennen. Funktioniert leider nur, wenn man selbst nicht zu zart gebaut ist.

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