Fritzl von Franken

In einer bis dato unerreichten Marketingkampagne ist es Amstetten gelungen, sich Luft zu verschaffen. Dieses Juwel unter Niederösterreichs Städten hatte jahrelang unter ausnehmend schlechter PR durch den unvergessenen Fritzl-Inzest-Fall zu leiden, nicht zuletzt durch die anhaltend sensationsheischende Berichterstattung im einzigen unabhängigen Medium des Landes.

Nach 34 Jahren der intensiven Vorbereitung ist die unglaublich ausgefeilte Kampagne Amstettens unter federführender Leitung eines 69-jährigen mittelfränkischen Rentners nun erfolgreich zu Ende gebracht worden: In Deutschland, genauer gesagt im verschlafenen Wilmersbach, gibt es nun auch einen schockierenden Inzestfall, dem Fritzlschen gar nicht mal so unähnlich. Zufall kann das keiner sein, hier ist offensichtlich Know-How aus Niederösterreich am Werk gewesen.

Marketingexperten müssen bewundernd zugeben, dass bis dato noch keine so umfangreich elaborierte Kampagne in der westlichen Welt durchgeführt wurde, sogar auf Details wie die feinfühlige Integration von Dritt-Medien wurde nicht vergessen. So erwähnt etwa auch der Ortsburschen Kurier, die führende Tageszeitung Frankens, den PR-Coup Amstettens mit einem wohlwollenden “Die Kinder aus dem gelben Haus / schaun wie ihr Opa aus”.

Die Augen der Welt, deren Aufmerksamkeit seit Jahren ungeteilt bei Amstetten harrten, haben mit einem Schlag das Interesse verloren und wandten sich schlagartig Richtung Franken – Amstetten ist frei.

Bürger und -meister atmen auf – endlich hat es mit der schlechten Presse ein Ende, woanders ist es nämlich genau so schlimm. Und das ist ja mal eine gute Nachricht!

Gutes von Oben

Nicholas Negroponte hat lauter tolle Ideen: Der Gute ist Chef der “One Laptop per Child (OLPC)”-Foundation, die es sich zum lobenswerten Ziel gemacht hat, Kinder aus der dritten Welt mit Computern auszustatten, um ihnen Lesen und generell den Umgang mit Technik beizubringen.

Jetzt setzt er noch eins drauf und schlägt vor, die nächste Generation der OLPC-Geräte gleich per Hubschrauber abzuwerfen und so unter die Zielgruppe zu bringen. Genial! Mit einer bahnbrechenden Idee lassen sich alle logistischen Probleme der Welt auf einen Schlag lösen.

Denn die dergestaltige Anlieferung per Luft ist nicht nur für Tablets für die Dritte Welt der optimale Weg. Um wieviel bequemer man mit diesem Konzept auch das Leben bei uns machen könnte: Briefkästen und -träger werden sofort überflüssig; das führt zu enormen Einsparungen bei der Post (die ja schließlich bekannt ist für ihr fortschrittliches Denken). Amazon-Packerl müssen nicht mehr mühsam vom Postamtpartner abgeholt werden, sondern einmal täglich tuckert ein Hubschrauber über die Stadt und schaufelt hocheffizient die Päckchen nach unten. Neuwagen werden bezirksweise direkt aus Flugzeugen abgeworfen – die Möglichkeiten sind unendlich. Denkt man besonders progressiv könnte man die Idee sogar auf den Personenverkehr anwenden – ich bin begeistert.

Protected: Jörg Haider äußert sich zur Lösung in der Ortstafelfrage

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Ersuchte Vergewaltigung

Glaubt man einer Bildunterschrift der FAZ sind die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den IWF-Chef Strauss-Kahn etwas übertrieben. Immerhin hat der Dschingis Kahn der Finanzwelt, nett, charmant und korrekt wie er ist, vor der Tat darum ersucht, ein Dienstmädchen zu vergewaltigen …

(Danke, M.)

Widerstand gegen den Rohrbacher Puff

Die aktuelle Informationskampagne auf RandomInsights zum geplanten Bordell im Industriegebiet am Scheiblberg hat die Rohrbacher und Berger Bevölkerung wachgerüttelt und, vereint wie seit dem ungeliebten EU-Betritt nicht mehr, auf die Straßen getrieben.

“A Puff bei uns, na wirkli ned, des fongma uns goa ned aun. Do kimmt mei Mou jo goa nimma hoam.” Diese Aussage einer aufgebrachten jungen zwölffachen Mutter, typisch für dieses malerische Städtchen im oberen Mühlviertel, beschreibt die Stimmung der demonstrierenden Massen wohl am besten. Auch wenn sich der Widerstand auf den Straßen ausschließlich aus Frauen formiert, ist auch in den zahlreichen Wirtshäusern der Stadt unter der männlichen Bevölkerung Murren zu vernehmen: “Do geh i oba sicha nur hin, wenns ned teira san ois in da Tschechei. Des sog i eng.”

Auch am Scheiblberg, dem mit Abstand wichtigsten Wirtschaftsraum zwischen Getzing und Öpping, ist man aufgebracht. Die lokalen ökonomischen Stützen, allen voran das Lagerhaus, haben bereits mit einer Hetzkampagne gegen den zukünftigen ungeliebten Nachbarn begonnen. Man malt dort bereits den Teufel in Form eines bezirksweiten Gummiengpasses an die Wand. Dieser hätte im Hinblick auf die so wichtige Grundversorgung der Bevölkerung mit Gummiestiefeln fatale Auswirkungen:

Lagerhaus

Widerstand bei den Anrainern.

Nur Minuten nach der vielbeachteten Berichterstattung durch RandomInsights hat sich auch ein prominenter Mitstreiter in Rohrbach gezeigt – der weltberühmte Wiederbetätiger Martin Humer, der sich in seiner Freizeit auch als gnadenloser Pornojäger einen Namen gemacht hat, steht ganz vorn an der Front gegen die Obszönität:

Martin Humer

Auch der Pornojäger kämpft gegen die drohende Geschmacklosigkeit.

Besonders die bereits bestehenden Etablissements in Rohrbachs Nachtleben haben angekündigt, zu jedweder Maßname zu greifen, die es braucht, um den Puff zu verhindern. Schließlich fürchtet man einen erheblichen Umsatzeinbruch, wenn sich die lokale männliche Bevölkerung ihr Vergnügen direkt, ohne den Umweg von Unmengen teurer, stark alkoholischer Getränke für anwesende Damen, holen kann. Dabei tut sich als Rädelsführer vor allem die beliebte Bumsbar hervor, wo man hinter vorgehaltener Hand bereits mit Brandstiftung droht:

Bumsbar

Die Bumsbar mitten im Rohrbacher Zentrum.

Quelle: Ghostwriter (Bilder), saxx (Text).