Sexschule

Ach verdammt, jetzt hat sich diese Sexschule in Wien als Medienhoax herausgestellt. In einem freundlichen Brief wurde meine Bewerbung für das Sommersemester abgelehnt und ich ohne Rücksicht auf meine Gefühle über die politischen Hintergründe aufgeklärt. Auf die Rücküberweisung der von mir etwas vorschnell bezahlten 50.000 Euro Inskriptionsgebühr warte ich allerdings noch.

Dabei wäre die Sexschule – oder noch besser, eine Sexuniversität (oder etwas edler, eine Erotikakademie) – eine Wahnsinnsidee. Bedarf besteht nämlich offenbar nicht nur bei mir.

Und das ist auch verständlich. Sex ist, zumindest wenn man törichterweise Fernsehen, Filmen, Zeitschriften, Büchern, Internet und Menschen Glauben schenkt, die mit Abstand wichtigste Sache der Welt. Und, ganz nebenbei erwähnt, die einzige Sache auf ebenjener, bei der automatisch erwartet wird, dass mit minimalem Trainingsaufwand Bestleistungen erzielt werden. Das unter höchstem psychologischem Druck, während die Sinnesorgane1 sowieso kaum nachkommen, um die vorherrschende Flut an Reizen zu verarbeiten.

Schwule und Lesben haben es da viel einfacher. Die sind immerhin mit der Ausrüstung vertraut und können in der Ruhe der eigenen vier Wände ohne äußeren Druck üben. Das sehen auch die beiden lustigsten Personen der beiden besten Sitcoms so:

If you’re gay, see… if you’re gay, masturbation is practice. Y’know, you can have a good old practice on your own, and then later, when you’re ready, when you’ve got the hang of it, you have a go on someone else’s. It’s a piece of piss…. See, it’s different… it’s different when you’re a straight bloke. When we finally get our hands on the gear, let me tell you, it’s not a drill. Gays have their own practice kit, but you don’t get any practice women. We’re supposed to fly those babies the first time we get in ‘em!

– Jeff (Coupling)

Being a woman, I really only have access to the equipment 30, 40 minutes a week. And that’s on a GOOD week.

– Elaine (Seinfeld)

Elaine beschwert sich gerne, aber meines Erachtens ist die umgekehrte Situation – nämlich Männer, die selten übungstechnischen Zugriff auf die weiblichen Ausrüstungsgegenstände bekommen – von höherer Tragweite: Vor allem weil die weibliche Ausrüstung erheblich komplexer und schwieriger in der Bedienung ist als die männliche.

Was ich damit sagen will: Eine Sexschule wäre eine super Idee. Sicher wäre auch ein entsprechendes Unterrichtsfach in der letzten Klasse Unterstufe sinnvoll, etwa anstatt dieses neumodischen Hippiefaches “Ethik”. Oder zumindest als Freifach auf der Universität2, und damit meine ich nicht die spontanen Lerngrüppchen, die sich auf den Mensafestln bilden.

  1. Es sind ja alle 5 im Einsatz
  2. Das passende “Institut für Frauen und Geschlechterkunde” gäbs ja schon.

Nerds sind keine Autisten

Nach der gefühlt tausendsten Diskussion mit Menschen, die nach anderthalb Folgen Big Bang Theory meinen ganz genau zu wissen, was Nerds sind und tun, wird es Zeit für einen kurzen Beitrag zu dem Thema (heute mal weniger Text, dafür Bilder. Sonst schreibe ich mich noch in eine flammende Hassrede).

Eingangs ist zu klären: Hipster sind keine Nerds. Auch wenn sie plötzlich die Brillen cool finden (oder mittlerweile auch schon nicht mehr, wer kann schon sagen, was Hipster grade cool finden). Nerds sind zwar ziemlich hip geworden die Tage, aber Nerds (und das ist der einzig quantifizierbare Unterschied zu Hipstern) ist es scheißegal, ob sie hip sind.

Aber, am allerwichtigsten: Sheldon Cooper ist nicht der universelle Prototyp eines Nerds, nach dem sich alle Stereotypen zu richten haben. Er ist vielmehr Autist; Asperger, um genau zu sein – das sollte ziemlich offensichtlich und allgemein bekannt sein, auch wenn der Erfinder der Serie das halbherzig verneint. Die Symptome des Asperger-Syndroms, die da wären (auszugsweise)

  • Leben nach Routinen
  • Ungewöhnliches Sozialverhalten
  • Auffällige Sprache
  • Spezialinteressen
  • Intelligenz

sind nicht gleich automatisch die Zeichen von Nerdismus, auch wenn das einige zu meinen glauben. Nämlich, und jetzt haltet euch fest, es gibt keinen universalgültigen Nerdismus. Das ist nicht wie mit Grippe, nach dem Motto “(Halsweh || Kopfweh) && Fieber == Grippe”. Eine Brille und ein T-Shirt machen noch keinen Nerd, wie auch die Absenz solcher Insignien nicht keinen machen. Bitte das fürderhin zu beachten, ganz nach dem Motto:

Schuldige Häuser

Vor einigen Monaten wurde ich zu meinem wohl erfolgreichsten Beitrag1 auf RandomInsights interviewed, nämlich zu meinen Erlebnissen rund um meinen Besuch beim Fritzl-Haus in Amstetten.

Dieses Interview ist nun (anonymisiert, aber sehr detailliert) in eine Masterarbeit der Universität Rotterdam eingeflossen. Heißen tut das für eine akademische Arbeit ziemlich kurzweilig zu lesende Teil “Guilty Houses” und es geht um Stätten grausamer Verbrechen (Fritzl, Dutroux, West) und wie diese unter anderem von Nachbarn und Besuchern wahrgenommen werden.

Zwar erscheine ich als sensationslüsterndes, gefühlskaltes Monster ohne Anstand und Moral, im Vergleich zu ein paar der anderen befragten Personen aber erfrischend normal, was mich dann doch etwas überrascht hat. Ich hatte sogar das Gefühl, dass Maloe (die Befragerin) etwas enttäuscht war über meine wenig schockierenden Antworten – keine Gänsehaut, kein Kribbeln, ja nicht einmal eine Errektion als ich die Stätte des Grauens aufsuchte. Die einzige Emotion damals, an die ich mich heute noch bildhaft erinnern kann, war Hunger, denn ich hatte für den Spaziergang durch Amstetten auf mein Mittagessen verzichtet.

Offenbar ist das aber gar nichts Außergewöhnliches (der Hausbesuch, nicht der Hunger), es gibt sogar einen Fachausdruck dafür: Dark Tourism.

1 Schenkt man den aufgebrachten Kommentaren und den Aufruf- und Suchmaschinenstatistiken Glauben.

Skandal: Gammelfleisch in Kleinzell

Leser C. aus Kleinzell hat mich höchst aufgebracht und mit größter Sorge darauf aufmerksam gemacht, dass im sonst so idyllischen Mühlviertel ein unerhörtes Skandal seine Runden macht, vor dem auch ein Faymann inklusive Inserate verblassen wie Schulmädchen er- angesichts eines kurz vor der Pension stehenden Lehrers für Sachunterricht mit exhibitionistischen Tendenzen (der Lehrer, nicht der Unterricht).

Zurück zum Thema: Der ehemaligen Chefjäger von Kleinzell, Josef S.1, soll 2007 und 2008 vergammeltes Wildfleisch einer Fleischerei als genussfähig angedreht haben, so richtig mit Fälschung von Bescheinigungen. Unvorstellbar und verabscheuungswürdig!

Der Schlag ins Gesicht der Öffentlichkeit, das Zeichen eines menschenverachtenden Zynismus, der hochgestreckte Mittelfinger gegen alle Kleinzeller ist aber folgendes Flugblatt vom 29. September:

Es gilt, wie stets in Österreich, die Unschuldsvermutung; S. bestreitet im Übrigen die Anschuldigungen bzw. verteilt sie gleichmäßig auf die gesamte Jagdgenossenschaft.

In einem komplett mit dieser Causa unverbundenen Interview konnte die Redaktion von RandomInsights dem passionierten Jäger Markus P. folgende Aussage entlocken:

Er ist zwar ned groß, dafür ist er dünn.

Ob dies als offizielle Stellungnahme der lokalen Jägerschaft gelten kann, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht zweifelsfrei geklärt.


1 Der vollständige Name, nämlich Scharinger, ist sowohl der Redaktion als auch den geneigten Leserinnen und Lesern bekannt.

Warum ich als Windows-Mensch mein iPad mag

Nach zwei Wochen mit meinem iPad 2 ein schnelles Fazit. Ich bereue den Kauf nicht, die Gründe dafür haben sich aber etwas verändert:
  • Unschlagbare Hardware: In diesem Bereich zweifellos das derzeit beste Tablet am Markt. Schön, leicht, stabil, schnell, super zu transportieren. Auch das große Angebot an optionalem Zubehör ist ein Pluspunkt.
  • Sofort verfügbar: Kein Booten. Fein.
  • Klar abgesteckter Aufgabenbereich: Mein Windows kann alles. Alles.
    Mein iPad kann vergleichsweise wenig und erfüllt nur ein paar klar abgesteckte Aufgaben, diese dafür aber meistens schöner und oft schneller.
  • Kein Tweaking: Das iPad ist so, wie es ist. Punktum.
    Keine Registry-Einträge, die man anpassen, keine Dienste die man abschalten, keine Icons die man verändern könnte. Keine Konfigurationsdateien, keine Systemsteuerung. Wenn man sich mal damit abgefunden hat, dass man sowieso nichts verändern kann, ist das erstaunlich entlastend. “Friss oder stirb” ist seltsamerweise gar nicht so schlimm, wie es sich anhört.

Das iPad ist für mich eine Spielerei; ein Grund, nicht mehr extra Windows booten zu müssen um E-Mails zu lesen oder kurz was auf Wikipedia nachzuschlagen. Zum richtigen Arbeiten taugt das iPad nichts, soviel muss jedem klar sein. Dafür ist und bleibt Windows, mit großen Monitoren, guter Tastatur und ordentlich Pfeffer im Gehäuse die erste Wahl. Für unterwegs und daheim auf der Couch wird es aber zukünftig mein Windows-Netbook ersetzen.