Wiener Blut

Hat jemand zufällig das Sommergespräch mit HC “40 Jahre sind genug” Strache gesehen? Ich habs ernsthaft probiert, musste aber zwischendurch aus Gründen des Selbstschutzes abbrechen.

Dr. Lichtschlag hat glücklicherweise eine höhere Schmerzgrenze als ich, sich das ganze Meisterwerk der modernen Rhetorik angetan und empfiehlt:

Zuviel Wiener Blut tut niemand gut

Adolf Fritzl

Übertriebene Entrüstung, hauptsächlich aber Erheiterung, war die Folge der Aufdeckung des hoch motivierten, blutjungen, grünen Gemeinderates Raphael Lueger, dass Adolf Hitler in Amstetten nach wie vor als Ehrenbürger gilt. Dieser Missstand wird aber glücklicherweise derzeit bereinigt, auch wenn sich rein rechtlich der Führer eh schon selbst darum gekümmert hätte, immerhin ist er schon tot.

Man darf jedenfalls gespannt sein, wie viele Oppositionsgemeinderäte andernorts in den folgenden Wochen mit ähnlichen Meldungen von sich hören machen werden.

Gut für Amstetten aber, dass ein bis dato besetztes Plätzchen für Ehrenbürger frei wird. Einerseits wäre natürlich ich ein logischer Kandidat, andererseits aber wäre es fairer, dem Josef Fritzl diese Ehre zuzugestehen. Immerhin ist er vermutlich der berühmteste Bürger Amstettens überhaupt.

Moralisch zwar unter Umständen bedenklich, touristisch1 aber sicher eine Überlegung wert. Könnte mir durchaus vorstellen, dass die Kreuzung Adolf-Hitler-Allee/Josef-Fritzl-Boulevard den einen oder anderen englischen Touristen nach Amstetten ziehen könnte.

1 Wie ich gestern während meines Interviews zum Thema Fritzl erfahren durfte, gibt es übrigens bereits akademische Studien zum so genannten Dark Tourism.

Gleichberechtigung leicht gemacht

Die letzten Wochen wurde ich überraschend oft als linke Assel bezeichnet. Ich empfinde das aber nicht als besonders beleidigend – ich werde halt alt und geduldig – und lasse daher einen kurzen Eintrag fallen, um diesen Ruf weiter zu zementieren. Das ist zwar eigentlich nicht links jetzt, aber wurscht, denn ich brauchte ein Einleitung hierfür:

In Connecticut wurde dem Literatur-Bachelor Robert Jordan die Aufnahme in die New Londoner Polizei verweigert mit der Erklärung, das sein IQ zu hoch wäre (um ganz genau zu sein: Es wurde schon das Job-Interview verweigert). Das wäre an sich schon eine Erwähnung wert, und hat auch zu genug #lols im Internet geführt. Aber, es geht weiter.

Jordan hat in Folge gegen diese Diskriminierung geklagt. Der New Havener Richter Peter C. Dorsey hat aber entschieden, dass es sich in diesem Fall gar nicht um eine solche handelt, denn

[...] the city of New London applied the same standard to everyone: anyone who scored too high was rejected.

Aha! Wenn also alle gleich diskrimiert werden, dann ist das im Umkehrschluss eh Gleichberechtigung. Klingt zwar rein technisch logisch, geht aber, man verzeihe mir diese wilde Mutmaßung, wohl am Grundgedanken hinter der Gleichberechtigung vorbei.

Hoffentlich können wir diesen salomonischen Richterspruch auch auf Österreich umlegen: “Liebe Feministinnen, scheißts euch ned an, ihr seids total gleichberechtigt, geht euch ja eh allen gleich.”

Mein Medienecho (1)

Der Standard (Print, daher ohne Link) schreibt heute vom Scheitern der direkten Demokratie in der Schweiz – gescheitert aus Fremdenhass, wie es heißt. Dass Demokratie immer nur dann schön ist, wenn die eigene Meinung bestätigt wird, ist ein alter Hut. Und wenn das Schweizer Volk nicht dort steht, wo der Standard es tut, dann kann man absolut von einem Scheitern des Systems ausgehen. Die Schweizer sind halt zu dumm für Demokratie, im Gegensatz zum Standard.

Gut dass mich nicht nur der (oder ist es doch die) zum Kopfschütteln bringt, sondern auch die Links, mit denen mich W. regelmäßig und dankenswerterweise versorgt. Gleich passend zum Thema Fremdenhass ein Zwischenfall in Oberösterreich: Zwar ist die erwähnte Dame polnischer Herkunft gewieft genug, um mit 25 Lenzen bereits Frühpensionistin sein zu können. Andererseits dürfte sie aber nicht vorausschauend genug sein, um zu erkennen, dass die Rückverfolgung eines Verbrechens schrecklich einfach ist, wenn man es an einem guten Bekannten verübt. Möglicherweise sind an dieser Misskalkulation aber auch einfach nur die Drogen schuld. Sind die Schweizer da, lieber Standard, also eventuell doch auf etwas gekommen?

Super ist auch die Ausrede jenes 14-Jährigen, der sieben Frauen sexuell belästigt hat und nun wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt wird. Er “habe lediglich den Drang verspürt, die Frauen zu berühren” ist die beachtliche Rechtfertigung. Durchaus nachvollziehbar, den Drang spüre ich auch schon seit etwa fünfzehn Jahren. Auf den Gedanken einfach mal hinzulangen bin ich bis dato aber noch nicht gekommen. Glücklicherweise “gibt es keinen Anlass, ihn einzusperren”, das hätte der arme, missverstandene Junge mit den progressiven Ideen auch nicht verdient.

Inspektor Stockinger kehrt zurück

Im Mühlviertel des finsteren 20. Jahrhunderts war es üblich, nur einen Fernseher pro Haushalt zu unterhalten. Was nach unmenschlichen Riten blutrünstiger Urmenschen klingt, war zu jener Zeit gang und gäbe. Nur selten konnte ich mich mit meinen Eltern, die schon damals stets am längeren Ast saßen, auf ein allerseits zufriedenstellendes Fernsehprogramm einigen. Übereingestimmt haben wir aber immer in einem: Kommissar Rex ist scheiße, Stockinger ist genial.

Umso mehr freue ich mich, dass es nun offenbar nach 14-jähriger Drehpause zu einer Neuauflage des schrulligen Inspektors kommt:

Versicherungsinspektor Stockinger(Danke an den Ghostwriter für das exklusive Bildmaterial. Offenbar hab nicht nur ich ob des anstehenden 7-jährigen Jubiläums einen Motivationsschub ausgefasst.)