Nicht rauchen!

Geschätzte Volksgenossinnen und Genossen! Das vieldiskutierte Rauchergesetz ist ein Schas – da sind sich sowohl Raucher als auch Nichtraucher einig. Dieses seltsame Mittelding zwischen Verbot und Erlaubnis ist zu Recht niemandem recht.

Sei’s, wie es sei – es ist nunmal da und wir müssen uns damit arrangieren. Daher mein Aufruf an alle Nichtraucher: Seid stark! Es kann nicht sein, dass wir von den paar wenigen Rauchern unterdrückt werden. Seid standhaft, und behauptet euch gegen die eine faulen Frucht in der ansonsten rauchfreien Gruppe und lasst euch von der nicht in den Raucherbereich schleppen. Besteht auf den schönen Tisch im wohlriechenden Nichtraucherbereich, dann funktioniert das Gesetz auch.

Folgende ausgefeilte Formulierung ist hilfreich, wenn der begierige Blick des Rauchers Richtung ekelhaft rauchgeschwängerter Ghettos schweift: “Not going to happen, seriously you guys.”

Nun sind die Raucher zwar, irgendwie, auch Menschen – hin und wieder sogar richtig gute. Warum man raucht, konnte mir aber noch niemand zufriedenstellend erklären. Oh ja – “ich bin erwachsen, ich kann selber entscheiden, was ich will” ist durchaus korrekt. Wenn diese Entscheidung aber darauf hinausläuft, dass die unschuldige Mehrzahl der Menschen den ganzen Abend Rauch ins Gesicht geblasen bekommt, ist sie bedenklich.

Oh ja, ich bin militanter Nichtraucher. Und der festen Überzeugung, dass ein absolutes Rauchverbot für alle besser wäre – für die Nichtraucher sowieso, aber auch für die Raucher, die sich dann nicht mehr zwei Päckchen pro Nacht runtersaugen würden.

Was ist los mit den Politikerinnen?

Da sitz ich nun gemütlich bei meinem 4. selbstgemixten Caipiroska und sinniere angestrengt über jene Themen nach, die jedem Mann in angesäuseltem Zustande, besonders am lokalen Stammtisch, wichtig scheinen: Frauen und Politik. Nach Möglichkeit in Personalunion.

Ich beobachte schon des längeren eine Tendenz, von der ich nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Man ist ja gewohnt, dass Frauen in politischen Machtpositionen üblicherweise nicht besonders attraktiv sind; ganz im Gegenteil, da kam einem bisher schon so manche Schiachperchtn unter.

Die Liste passender Beispiele ist lange so lange wie abstoßend: Dem Mitteleuropäer springt natürlich gleich mal Angela Merkel in den Sinn; spontan aus dem Gedächtnis und als historische Beispiele passen aber etwa auch die Eiserne Lady Margret Thatcher oder Golda Meir in dieses Schema. Schön wie ein Murenabgang, nichtsdestotrotz aber ganz ohne Zweifel achtenswerte, bedeutende Politikerinnen, ob man ihre Meinungen und Methoden nun teilt oder nicht.

Die Formel "Hässlich + Ehrgeiz = Macht" scheint gut aufzugehen, möglicherweise weil die männliche Politikerkonkurrenz nicht so recht weiß, wie mit diesen Erscheinungen am Rednerpult umgehen soll.

 

Die letzten Jahre wächst aber eine neue Riege an Politikerinnen  heran, die dem alten Klischee so ganz und gar nicht entsprechen will – ganz im Gegenteil, denn sie hat sich vorgenommen, mächtig und heiß zu sein.

Vermutlich verstärken sich diese beiden Attribute gegenseitig, wie man etwa am Hype um den feuchten Traum eines jedes aufrechten Republikaners, Sarah Palin, erkennen kann. Noch erheblich heißer, aber mit ebenso verschrobenen Ansichten, ist die eiskalt-coole Lady der deutschen Linkslinken, Sahra Wagenknecht (was das H in der Mitte des Namens zu suchen hat, kann bis heute niemand beantworten). Meine persönliche Favoritin ist aber natürlich das unvergleichliche Prinzessin-Leia-Haardouble Julija Timoschenko, an der, von der verlorenen Wahl einmal abgesehen, alles stimmt und die sich, ohne rot zu werden, 20 Jahre jünger nennen könnte.

Der handelsübliche Mann – eine Kategorie, in die ich mich auch zähle – ist jetzt natürlich total verunsichert. Normalerweise haben wir vor schönen Frauen Angst, und vor mächtigen. Nun entsteht aber diese bis dato unbekannte, bedrohliche Mischung Schön-und-Erfolgreich, mit der wir absolut nichts anfangen können. So ducken wir uns scheu und ängstlich und hoffen, dass die Ära der schönen Frauen in der Politik bald vorbei geht. Denn wählbar sind diese Augenweiden natürlich nicht, dafür sind sie viel zu attraktiv.

ps: Die Zuchtmaschine Pensionssystemerhalterin Barbara Rosenkranz passt weder in die eine Kategorie noch in die andere, weil sie wie ein Mann aussieht, also das komplette Gegenteil der meisten männlichen BZÖ-Politiker darstellt.

Studieren ohne Leistungsdruck

Als Student versuche ich redlich, mich mit den Uni-Besetzern in ganz Österreich zu solidarisieren – es geht aber einfach nicht. Wenn ich nur die lange Liste an Forderungen lese, sträubt sich alles in mir. “Studieren ohne Konkurrenz- und Leistungsdruck” heißt es da unter anderem1, an Absurdität wohl kaum zu überbieten. Kein Wunder, dass viele Studenten Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt haben, wenn sie mit dieser Waldorfschuleinstellung aus ihrem Publizistik- oder Sozialwirtschaftsstudium kommen und plötzlich mit der bösen Welt konfrontiert werden, wo es halt, oh mein Gott, nicht immer ohne Druck geht.

Keine Frage, auch ich bin für erheblich mehr Geld für die Unis, für mehr Forschung und Platz für jeden Studierenden, der sein Studium ernst nimmt. Aber wer es wagt, eine solch lächerliche Forderungsliste aufzustellen und zu veröffentlichen, der darf sich nicht wundern, wenn die arbeitende Gesellschaft (ja genau, die mit dem Leistungsdruck) eher angewidert als unterstützend ist.


1 Ich hoffe zu Gunsten der österreichischen Studentenschaft innig, dass diese Aussage mit dem Leistungsdruck von den Medien aus dem Zusammenhang gerissen, missverstanden und künstlich aufgebauscht wurde. Wenn nicht, ist dem Wirtschaftsstandort Österreich keine gute Zukunft beschert.

Auf den Unis gehts rund …

… und als Student bin ich mitten drin:

Rundgehung 1:

An der Universität Salzburg kommt es offenbar immer öfter zu sexuellen Übergriffen von Professoren auf Studentinnen, vor allem zum Zwecke der Notenverbesserung. Abgesehen von männlichen Sprüchen wie “hätt ich nix dagegen, wenn die hübsche neue Professorin eine Gegenleistung für eine Einser-Klausur haben möchte”, gibt es nur zu sagen:

Warum sollte es auf der Uni anders sein als im, grad dort so gern zitierten, “richtigen Leben”. Dort ist es schließlich nicht unüblich, sich eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung oder ähnliches mit dem Körper zu verdienen*. Studentinnen sind im Übrigen alt genug, um zu wissen, was sie für eine gute Note zu tun bereit sind, schließlich sind sie nicht mehr in der Mittelstufe und bei weitem nicht so unschuldig, wie sie sich gerne geben. So gesehen bietet die Uni Salzburg also eine gute extrakurrikulare Vorbereitung auf die spätere berufliche Laufbahn – man verzeihe mir den extrem schlechten Kalauer: Wer ganz oben sein will im Jahrgangsranking, muss halt auch woanders oben sein.

Rundgehung 2:

Heuer sind so viele Studenten wie noch nie an österreichischen Universitäten inskribiert. Das liegt einerseits an der Abschaffung der Studiengebühren, andererseits am enormen Ansturm von Studenten aus Deutschland. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass so mancher Österreicher zornig die Faust in Richtung heillos überfüllter halbdeutscher Hörsäle schüttelt.

Ich selber merke nichts von diesem Ansturm, was aber vermutlich an der Studienrichtung und dem -fortschritt liegt – solange ich also mein Plätzchen im Hörsaal habe, begrüße ich die kulturelle Bereicherung am Campus. Ich bin aber gespannt, wann der ÖH ihr strikter Kurs gegen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen auf den Kopf fällt. Denn dass die Qualität der Lehre darunter leidet, steht wohl außer Frage; nicht umsonst fallen die österreichischen Unis jährlich im weltweiten Hochschulranking. Und dass  die meisten hohen ÖH-Funktionäre, so wie im Übrigen alle Politiker, gar keine Ahnung mehr davon haben, was dem Fußvolk wirklich wichtig ist, ist ja auch nichts Neues.

* Schon wieder ein Bereich, in dem Männer krass benachteiligt im Vergleich zu Frauen sind – für uns ist es so viel schwerer, uns nach oben zu schlafen. Wo ist hier die Gleichberechtigung?

Die Qual bei der Wahl

Ich komme soeben frisch vom Kreuzerl-Machen: In meiner heimatlichen Landgemeinde gibt es beim Gemeinderat zwar nicht besonders viel Auswahl – drei Parteien, zwei Bürgermeisterkandidaten, um genau zu sein – es hat sich aber wieder einmal gezeigt, dass die meisten Wähler ihre Stimme nur aus zwei Gründen einer bestimmten Fraktion schenkt:

  1. Weil man es immer schon so gemacht hat.
  2. Weil man dem geringsten Übel den Vorzug gibt.

So scheint Demokratie zu funktionieren, seit ich mich erinnern kann. Man wählt nicht jene Partei, der man am meisten zustimmt, sondern gegen die man am wenigsten ist.

Ich schlage daher eine tiefgreifende Änderung des Wahlsystems vor: Statt den bisherigen altbekannten Positivstimmen vergibt man lieber Negativstimmen – markiert also jene Partei, die man am allerwenigsten wiedersehen möchte. Die Fraktion mit den wenigsten Negativstimmen bekommt schlussendlich die meisten Mandante.

Das würde doch viel besser der derzeitigen Politikmüdigkeit und Frustration mit dem System entsprechen. Damit wird viel klarer unterstrichen, dass man eigentlich mit keiner der zur Wahl stehenden Parteien so recht sympathisiert, aber dass man halt die am wenigsten schlimm scheinende Alternative wählt.

Grade im Wahlkampf zum oberösterreichischen Landtag erkennt man schon eine ähnliche Linie: Die ÖVP bittet um Stimmen, mit dem Argument, dass es sonst zu einem Landeshauptmann Ing. Erich Haider kommen könnte – übrigens, wie ich glaube, eine sehr wirksame Vorgangsweise. Jedenfalls könnte man dies mit einem Wahlsystem der Negativstimmen viel besser abbilden und vermutlich auch gleich den Wahlkampf interessanter gestalten.