Saint Jones and Me – eine Erfolgsgeschichte

Wer kennt ihn nicht, den Hit des Jahres 1994, "Mr. Jones and me"? Doch wie ist die längt in Vergessenheit geratene Band "Counting Crows" auf den größten, weil einzigsten, Hit ihrer Laufbahn gekommen? Die Spuren führen auch hier, der Name lässt es bereits vermuten, nach Saint Jones.

Saint Jones Ende der 1980er bzw. Anfang der 90er Jahre: Nachdem Jennifer Warnes und Bill Medley 1987 in Saint Jones the time of their lives erlebten und Whitney Houston 1992 sich ihre Leidenschaft für Saint Jones mit dem Hit "I will always love you" aus dem Leib schrie, gab es im fernen San Francisco, einer Partnerstadt von Saint Jones (Saint Francis ist die alternative Bezeichnung von San Francisco), eine Ansammlung von erfolglosen Lebenskünstlern, welche sich als eine Band bezeichnete. Songs, geschweige denn Hits, konnten die Jungs nicht vorweisen, lediglich den Namen – "Counting Crows" – hatten sie schon parat.

Mit dem letzten Geld kauften sich die Counting Crows Busfahrkarten nach Seattle um dort auf den "Shooting Star" zu treffen und so endlich das Glück und den Erfolg herauszufordern. Die Counting Crows erhofften sich einen Tipp für die weitere Karriere von Kurt Cobain, der damals als der Orakel von Seattle bekannt war. Doch anstatt einen Tipp zu er"haschen" fanden die Counting Crows nur einen vollgedröhnten Kurt Cobain vor, welcher sich offensichtlich schon im Nirvana befand. Als die Counting Crows, tief bestürzt, das luxuriöse Anwesen von Kurt gerade verlassen wollten, trafen sie zufällig auf die treue Ehefrau Courtney Love, welche, ebenfalls schwer zugedröhnt, den Counting Crows von ihren Wochenendtrips "to the exotic Saint Jones" vorschwärmte.

Mit dem wirklich allerletzten Geld – zwei Bandmitglieder mussten dafür die Hälfte ihres Blutes sowie jeweils eine Niere spenden – kauften sich die Counting Crows Flugtickets nach Saint Jones. Doch auch dort schien sich das Glück nicht zu wenden und sie verfielen gleich nach der Ankunft am Saint Jones International Airport in eine tiefe Depression.

Eigentlich wollten die Counting Crows kollektiven Suizid begehen. Doch zuvor gönnten sie sich noch ein ordentliches Quantum an Alkohol im Szenelokal "Jacks", wo sich endlich das Blatt wenden sollte. Die Counting Crows trafen auf Martin und Franz, zwei stadtbekannte Orginale. Damit wurde der bis dahin schwer vom Leben gebeutelten Band eine Ehre zuteil, welche auch elf Jahre später auch andere ereilen sollte .

Die lyrische Unterhaltung mit den beiden, denen die Band aus dem fernen Saint Francis jeweils den Spitznamen "Mr. Jones" gab, entpuppte sich als Initialzündung für einen der größten Hits der Musikgeschichte. Schon am nächsten Tag hatten die Counting Crows den Text fertig gestellt und spielten in den nächsten zwei Wochen den Hit im Saint Jonesinger Studio von Frank Farian ein, der schon kurz zuvor von Saint Jones aus Milli Vanilli (größter Hit: "Saint Jones you know it’s true – hu, hu, hu – I Love You") zu Weltruhm führte.

Sturmschäden in Saint Jones

Leider ist der Jahrhundertorkan Kyrill auch nicht spurlos an St. Johann am Wimberg vorbeigegangen. Erst jetzt aber wird jedoch das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar; es wird überlegt das Bundesheer, den Kameradschaftsbund und die Goldhaubengruppe für die Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau zur Hilfe zu rufen.

Durch einen sturmbedingten Tsunami biblischer Ausmaße, der fast die gesamte Liegewiese überschwemmte, wurde der Badesee leer gefegt und jeglichen Wassers beraubt. Der Schaden für die blühende Saint Jonesinger Tourismusindustrie wird auf mehrere Euro beziffert:

Viel schlimmer hat es jedoch das nigelnagelneue Gemeindehaus von Sankt Johann, oder den "Millenium Dome", wie es liebevoll von den eingeborenen Hansingern genannt wird, getroffen. Das futuristische Design und die gewagte Architektur waren zwar ein Genuss für das Auge des Kenners, bot jedoch offensichtlich auch etwas zuviel Angriffsfläche für die reißende Gewalt von Kyrill. Auch hier sind die Schäden enorm. Der Gemeinderat bat bereits die US-amerikanische Regierung um Hilfe in Form eines zweiten Marshall-Planes; als Gegenleistung ist bereits der Hansberg als Standort einer Raketenabfangbasis im Gespräch. Leider kann auch dieses ehrgeizige Wiederaufbauprogramm das wunderschöne (nun ehemalige) Gemeindehaus nicht mehr vor dem endgültigen Verfall retten:

Saint Jones baut aus

Selbst im idyllischen Saint Jones musste ein Stücken Natur den Wünschen, ja den Bedürfnissen des modernen Menschen weichen. Die ehemals romantisch anmutende Ortseinfahrt musste einem mehrspurigen Autobahnkreuz weichen:


Ein Sprecher des Saint Jonesinger Verkehrsministerium erklärte auf unsere Fragen nach dem Grund für diese überraschende Erweiterung der altbekannten und -geliebten Ortseinfahrt: "Leider sahen wir keine andere Möglichkeit, um die täglich wachsenden Verkehrs- und Pendlerfluten in die Geschäftsviertel von Sankt Johann unter Kontrolle zu halten". Genaue Zahlen konnten wir nicht in Erfahrung bringen, das statistische Zentralamt schätzt aber das durchschnittliche Verkehrsaufkommen an diesem internationalen Verkehrsknotenpunkt auf ungefähr 20.000 Fahrzeuge pro Tag, was etwa dem doppelten des Semmerings entspricht.

Angesichts solcher Dimensionen verwundert die Entscheidung von Regent Albert I. natürlich nicht, die liebreizende, traditionelle Ortseinfahrt durch ein solches Ungetüm aus Stahlbeton zu ersetzen. Unbestätigten Gerüchten zufolge ist bereits eine sechsspurige Umfahrung des Saint Jonesinger Ortskerns in Planung, da selbst die neue Ortseinfahrt auf Dauer nicht die enormen Verkehrsströme wird bändigen können.

Saint Jones und das Rätsel um die Geisteryacht

Die geheimnisvolle Hochseeyacht, die vor wenigen Tagen menschenleer im Badesee von Sankt Johann treibend entdeckt wurde, wirft weitere Rätsel auf. Die Suche nach der vermissten Crew wurde mittlerweile aufgegeben, da der "Meerbusen von Sankt Hans", wie der Badesee liebevoll von den Anrainern genannt wird, während der großangelegten Suchaktion insgesamt vierzehn mal Quadratzentimeter für Quadratzentimeter abgesucht wurde (so groß ist der "See" dann ja wieder auch nicht) und trotzdem keine Spur der Vermissten entdeckt wurde. Entdeckt wurden aber die Überreste einer schon länger verschollenen Pfadfindergruppe, die vor etwa zwanzig Jahren spurlos verschwand – offensichtlich hatte sie sich in den weitläufigen Küstenregionen des Badesees verlaufen.

Despot Albert I. konnte nicht viel tun, um den Angehörigen der vermissten Seeleute Trost zu spenden. "Wir tun alles, um sie zu finden", sagte er vor versammelter Weltpresse. Fachleute haben mittlerweile verschiedene Theorien zum Verschwinden der Crew ausgearbeitet. Am wahrscheinlichsten scheint dabei die Möglichkeit eines Piratenüberfalls – mehrere Horden südostasiatischer Piraten treiben seit mehreren Jahren ihr Unwesen am einst so idyllischen Badesee; durch die gefährlichen Riffe und versteckten Buchten des Badesees konnten sie sich bisher aber immer dem Zugriff der Küstenwache entziehen. Ebenfalls als realistisch eingestuft wird das Auftreten eines erneuten Tsunamis , der die Matrosen über Bord spülte.

Prof. Dr. Kirschner-Kürschner, ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Geisterschiffe und Saint Jonesinger aus Leidenschaft, vertritt jedoch vehement eine eher umstrittene Theorie: Seinen umfangreichen Nachforschungen zufolge wurde die Mannschaft des Katamarans von einem prähistorischen Untier in die schwarzen, unergründlichen Tiefen des Sees gezogen – unter Fachleuten ist mittlerweile unumstritten, dass das legendäre Foto von Nessi nicht am schottischen Loch Ness, sondern am Badesee von Saint Jones aufgenommen wurde.

Saint Jones und der Jonestown-Kult

Jeder geschichtlich halbwegs versierte Mensch kennt die grausame Geschichte des Massenselbstmordes von 913 Menschen am 18. November 1978. Viel weniger bekannt ist aber der Hintergrund dieses tragischen Ereignisses:

In den frühen Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts fasste eine Gruppe respektierter, wohlsituierter Amerikaner den kühnen, aber nicht unverständlichen Plan, ihr bisheriges Leben aufzugeben und ins bereits damals legendäre Saint Jones an die Hänge des Hansbergs zu ziehen. Leider machte ihnen ein wohlbekanntes amerikanisches Problem einen dicken Strich durch die Rechnung: Bedingt durch absolute Unkenntnis in Geografie und die vollendete Unfähigkeit, eine Landkarte zu lesen, schafften es jene Amerikaner nicht, nach Europa, geschweige denn nach Österreich zu finden.

Verzweifelt, aber ungebrochen in ihrer Liebe zu Saint Jones, gründete die Gruppe eine Siedlung im nördlichen Guyana (in, wie sie fälschlicherweise vermuteten, direkter Nähe zu Saint Jones) und nannten sie nach ihrem großen Vorbild einfach Jonestown. Schnell wurde aus der einst kleinen Siedlung eine blühende Kleinstadt, bevölkert von stolzen Anhängern von Saint Jones und Hansberg-Liebhabern. Diese Liebe zum Kronjuwel des Mühlviertels wurde aber von den Medien (absichtlich?) missverstanden und so entstand die Legende um den Jonestown-Kult.

Und es kam noch schlimmer: Das Mühlviertler Nachbardorf von Saint Jones, St. Peter (nicht zu verwechseln mit Petersberg!), neidete Saint Jones schon seit Jahrhunderten den Erfolg und die weltweite Beliebtheit, die es genoss. Als der Bürgermeister, ein vor Geiz und Groll schon in frühen Jahren ergrauter Mann, im Jahr 1978 von Jonestown und seinen Einwohnern erfuhr, schickte er sofort eine Gruppe erfahrener Spione und Agenten nach Guyana, die versuchen sollten, die Liebe und Verehrung der Jonestowner für Saint Jones zu untergraben – mit dem Endziel, dass aus Jonestown ein Peterstown werden sollte.

Natürlich ging dieser Plan nicht auf – Jonestown blieb weiterhin Jonestown und die Agenten aus St. Peter wurden herzlich ausgelacht; so lange, bis einem dieser Gestalten eine verhängnisvolle Information entfuhr: Die Jonestowner erfuhren, dass sie ihre wunderbare Stadt nicht in der Nähe von Saint Jones, ja nicht einmal in Österreich oder Europa gegründet hatten, sondern in Südamerika. Der Schock war unbeschreiblich – ein Aufschrei ging durch ganz Jonestown. Ihres Lebenssinns beraubt blieb diesen armen Menschen nur ein Ausweg aus der Misere …

Als Saint Jones von diesem tragischen Ereignis erfuhr, war der gesamte Ort wie gelähmt; der Schock schlug aber schnell in unbändigen Zorn um, als die Gründe für den Massenselbstmord in Jonestown und die Rolle, die St. Peter dabei spielte, ans Licht kamen. Noch am selben Tag erklärte das Saint Jonesinger Kriegsministerium St. Peter und seinen Verbündeten offiziell den Krieg – mehr über den daraufhin folgenden Sechs-Tage-Krieg aber an anderer Stelle (oder in den Geschichtsbüchern).