ÖBB und Kapazitätsprobleme? Ah, wo denn?!

War schon vorher mancher Zug der ÖBB heillos überfüllt (vor allem auf der extrem profitablen Strecke Wien-Linz) haben die Umstrukturierungen von vor zwei Wochen die Lage extrem verschlechtert. Grundsätzlich ist mir das ja egal (außer ich höre wieder die Klagen meiner zugfahrenden Gefährtin), aber letzten Freitag durfte ich den unglaublichen Service der ÖBB aus erster Hand erfahren, weil einige Kollegen und ich zur Weihnachtsfeier nach Wien fahren mussten:

Wissend um die Platzprobleme hatten wir vorsorglich Tage vorher Sitzplätze reserviert, zum stolzen Zusatzpreis von drei Euro pro Person. Brav stiegen wir in den richtigen Waggon ein und suchten und fanden die korrekten Abteile (die Sitzplatznummern hatten wir ja auf unseren Tickets stehen). Zu unserer nicht geringen Überraschung waren aber alle Abteils bis zum Bersten gefüllt und sie waren auch nicht durch diese kleinen roten Zettelchen als “Reserviert” markiert. Weit und breit war kein Schaffner zu finden, daher machten wir es uns, wie viele andere Fahr”gäste”, am Gang bequem, bis irgendwann nach Amstetten der eine oder andere Sitzplatz frei wurde. Schließlich kam auch einmal ein Schaffner angestolpert, der unseren aufgebrachten Beschwerden nur eines entgegen zu setzen hatte: Die kleinen roten “Reserviert” Zettelchen waren ihm ausgegangen, mehr kann er auch nicht machen …

Harry Potter und das Dritte Reich

Soweit ich weiß ist über dieses Thema schon einiges im Internet geschrieben worden, aber aus aktuellem Anlass möchte auch ich noch einmal kurz darüber referieren. Letzten Samstag hab ich mir endlich die Zeit genommen und den letzten Band (Die Heiligtümer des Todes) von Harry Potter gelesen. Mit dem Happy End war ich ganz zufrieden*, aber es waren mir schon fast ein wenig zuviele Anspielungen und Parallelen mit dem Dritten Reich. Und nachdem gewisse geneigte Leser bei kleinen Andeutungen zu diesem heißen Thema gleich Zeter und Mordio schreien, kann ich mich natürlich nicht zurück halten:

Da wären einerseits die unzähligen Anspielungen auf rassische Unterschiede zwischen Zauberern und Menschen ("Muggel"). Die beschriebenen Scheinprozesse, Unterdrückungen und Deportierungen von Halbblütern ("Schlammblüter") lassen doch gewissen Vergleiche mit der Judenpolitik (welch niedliches Wort) im Dritten Reich zu, genauso die Ansichten mancher Zauberer. Aber um diese Parallelen erkennen zu können, muss man ja nicht einmal besonders gut im Sachunterricht aufgepasst haben.

Interessanter finde ich da schon: Grindelwald (der Name eines bösen Zauberers) ist für mich aber ein ziemlich deutscher Name, genau wie das von ihm erbaute Gefängnis Nurmengard (in dem er dann auch seine Strafe ab saß) – und wenn das schon nicht unbedingt deutsche Namen sind (Grindelwald ist übrigens ein Ort in der Schweiz), dann bestimmt aber aus der nordischen Mythologie, auf die sich bekanntlich viel deutsche Propaganda stützte und berief. Und kann es jetzt Zufall sein, dass der gute (britische) Albus Dumbledore den bösen (deutschen) Gellert Grindelwald genau im Jahr 1945 besiegte und ins Gefängnis verbannte? Ich glaube nicht, sondern wittere eine ganze traumatisierte Generation (nämlich jene von Frau Rowling) auf der britischen Insel.

* Das Ende ist zwar ein glückliches, aber nicht schlüssig: Gellert Grindelwald hatte bekanntlich den unbesigbaren Zauberstab Elderstab gestohlen und sich so zu einem enorm mächtigen und bösen Zauberer gemacht. Wie aber mehrfach im Buch erklärt wurde, kann die Macht des Stabes nur dann genutzt werden, wenn der Vorbesitzer besiegt bzw. hinterrücks gemeuchelt wurde (und nachdem der Zauberstab unbesiegbar macht, ist nur zweiteres zielführend). Bleiben zwei Möglichkeiten:

1) Grindelwald war nie der "wahre" Besitzer (weil er den Stab gestohlen hatte und nicht korrekt vom Vorbesitzer "erworben"), was demzufolge auch Dumbledore, Draco und Harry nicht zu solchen gemacht hätte. 


2) Grindelwald war schon der wahre Besitzer des Elderstabs (aus welchem Grund auch immer). Dann hätte er aber nie von Dumbledore in einem Duell besiegt werden können (unbesiegbar, man erinnert sich).


Beide Möglichkeiten haben einen logischen Fehler, was das Ende von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes für mich jetzt mal nicht schlüssig macht. Aber halt nett, ich war schön angetan davon.

Das Glühmost-Skandal

Der gute G. hatte ein äußerst schockierendes und ekelhaftes Erlebnis am Glühmoststand, über das er auch kurz in seinem Blog geschrieben hatte (unbedingt lesen).

Ich finde seine Geschichte aber so sensationell und unglaublich, dass mir sein Blogeintrag nicht genügte – sie muss weiter erzählt werden. Darum hätte ich mich redlich um einen Interviewtermin bei ihm bemüht um (wie jeder gute Skandaljournalist) an weitere fundierte Informationen zu gelangen, bekam aber nur Hass und Abscheu entgegengeschleudert (Zitat "schreib dir deine blogentries selber und klau ned meine"). Nun gut, schade, muss obiger Link also reichen – nieder mit der faschistischen Politik der Informationszurückhaltung!

Leute gibts

In Anlehnung an das Hofer-Erlebnis des guten G.:

Heute rempelte S. auf der Straße eine entgegenkommende Dame leicht an – die Schuld hierzu lag zu gleichen Teilen auf beiden Seiten. S. entschuldigte sich natürlich sofort freundlich, was eine schnippische Antwort hervor rief, der wiederum eine etwas weniger freundliche von S. folgte. Nichts Besonderes soweit, normalerweise würde man jetzt einfach weitergehen und den Vorfall vergessen. Aber nicht dieses Mal.

Denn der ältere Begleiter erwähnter rempelnder Dame blieb plötzlich stehen, baute sich vor S. auf, fing an mit dem Regenschirm herumzudeuten an und sagte doch tatsächlich: "Mädl, glaubst wirklich, dass wir wegn dir aufd Seitn gehn?". Und (was mich, der ich bereits zu einer entsprechenden Antwort ansetzte,  wohl am meisten überraschte) meine liebe, sanfte S. explodierte und geigte diesem Idioten gehörig die Meinung, bis er sich kleinlaut wieder auf seinen Weg machte. Gut so, Vollidioten gibts.

My Cineplexx Experience

Am Montag war ich im lokalen Cineplexx, um mir Resident Evil: Extinction zu Gemüte zu führen. Der Film selbst war eigentlich ganz nett (wenn man den Kinosaal mit den richtigen Erwartungen betritt), ich konnte ihn aber nicht so recht genießen, denn:

Auf zwei Plätzen links von mir saßen in etwa die zwei größten asozialen Asseln, die mir bis dato begegnet sind (und mir sind doch schon einige bekannt mittlerweile, bedingt durch meine ehemalige Mitbewohnerin und durch einige arbeitsscheue Kindheitsfreunde). Zuerst musste ich die beiden davon überzeugen, dass sie auf dem mir zugewiesenen Platz saßen und doch bitte etwas nach links rutschen möchten. Nach ein paar kurzweiligen Minuten hatte ich sie aber soweit und sank in den nun endlich frei gewordenen Sessel.

Jetzt hatte ich Zeit, um die beiden Gestalten verstohlen von der Seite etwas genauer zu betrachten. Der eine direkt neben mir hatte lange Haare und einen Vollbart, beides äußert ungepflegt und enorm dreckige, verfleckte Kleidung. Sein Spezi sah ähnlich aus, hatte jedoch weniger Kopf- und Gesichtsbehaarung und wenn er lachte, entblößte er ein Gebiss, bei dem die oberen vier Schneidezähne fehlten. Was mir mittlerweile äußerst unangenehm auffiel, war der bestialische Geruch, der von den beiden ausging.

Lange hatte ich aber nicht Zeit für meine Betrachtungen, den der Langhaarige direkt neben war offensichtlich der Meinung, dass wir durch unser "Geht-scho-ruckts-an-Sitz-weita"-Gespräch so etwas wie Freunde geworden wären und versuchte ständig, mit mir ins Gespräch zu kommen. Während die Reklame auf der Leinwand lief, fragte er mich etwa fünf Mal, ob er eh im richtigen Film sei, denn "irgendan Men in Black Scheiß wü i ned". Interessanterweise benutzte er jedes Mal die exakt selbe Wortwahl und lachte sich dann über seine Aussage kaputt. Kurz vor dem Start des Films zog er plötzlich eine Plastik-Doppler-Flasche aus seinem Rucksack und bot mir einen Schluck an. Bevor ich richtig nachdenken konnte, nahm ich einen kleinen Schluck des Weißweins – noch während ich schluckte, überkam mich leichter Ekel, den ich nur mit der Feststellung besänftigen konnte, dass ich wenigstens der erste war, der aus dieser Flasche trank – nachdem mein neuer "Freund" einen Schluck genommen hatte, lehnte ich bei jedem weiteren Angebot dankend ab.

Mittlerweile war die Geruchsbelastung doch enorm und stieg immer dann an, wenn einer der beiden den Kopf in meine Richtung drehte und den Mund öffnete – ich verbrachte fast den ganzen Film damit, mir die Nase zuzuhalten. Um den Ausmaß des Gestanks zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass ich im Vorfeld des Films ein Säckchen der gelben M & M’s zum Verknuspern während der Vorstellung erworben hatte – es stank aber so extrem, dass ich das Säckchen nicht einmal öffnete, weil mir jeder Appetit vergangen war.

Der Film fing endlich an und ich hatte die beiden schon jetzt satt. Der Langhaarige war anscheinend der Redseligere von den beiden, denn sein Partner sprach (glücklicherweise) selten ein Wort. Das machte aber nichts, den der Erstere redete für beide. Die ersten fünfzehn Minuten des Films fragte er mich wiederholt, ob das "da zweite Teil is" und ob ich "eh den ersten Teil gsehn hob, der woa so geil, Oida, goi". Anfangs habe ich noch versucht, ihm zu erklären, dass es sich um den dritten Teil von Resident Evil handelte, er ignorierte aber meine gut gemeinten Antworten und wiederholte regelmäßig sein Sprüchelchen.

Das wechselte übrigens im Laufe des Films, von "zweiter Teil" zu "he, des is de Jill, goi Oida" (es war übrigens Alice, nicht Jill, aber das wollte ich ihm nicht mehr erklären) und schlussendlich zu "boah, de is so geil, des wird die Mutter von meim Sohn" jedes Mal wenn Mila Jovovich länger als zehn Sekunden auf der Leinwand zu sehen war. Mein eindringliches Bitten, dass ich mir doch gern in Ruhe den Film ansehen würde, ignorierte er beflissentlich. Glücklicherweise senkte sich aber seine Redefrequenz auf ein erträgliches Maß, als ich begann, ihn zu ignorieren.

Ich war wirklich froh, als der Film endlich zu Ende war – genauso wahrscheinlich wie der gute C., der rechts von mir saß und dem ich ob der Geruchsbelästigung doch schon ziemlich auf die Pelle gerückt war.