Meine Geburtstagslaune

Pünktlich kurz vor meinem kommenden runden Geburtstag bin ich ungewollt wieder in meine altbekannte, düstere, menschenfeindliche Geburtstagslaune abgedriftet. Nachdem sich das die letzten Jahre sehr in Grenzen gehalten hat (mit Schaudern erinnere ich mich da zB an meine frühen Studentenjahre zurück), hatte ich geglaubt, das wäre endgültig vorbei. Pustekuchen.

Daher wird es wohl die nächsten Tage keine beziehungsweise kaum Beiträge hier geben, ich bin einfach nicht in der Stimmung, um mich über irgendwelche Nichtigkeiten aufzupudeln oder über andere Menschen lustig zu machen.

Woran ich merke, dass ich alt werde

Sogar meine kluge Gefährtin gibt es mittlerweile zu: Ich werde anscheinend wirklich alt. Denn seit nun mehr als drei Wochen sieche ich in bester Frühpensionistenmanier an allerlei Zipperleins dahin, quäle mich von einen Tag in den anderen und will so gar nicht mehr gesund werden (was auch der Hauptgrund für meine aktuelle Schreibfaulheitunfähigkeit ist).

Begonnen hatte es mit der üblichen Kombination an Erkältungssymptomen, namentlich Fieber, Halsweh, Gliederschmerzen and Friends. Nach gut einer Woche hatte ich das dann überwunden und war zu Weihnachten halbwegs wiederhergestellt, nur um pünktlich zum 28. Dezember von einer Bauchgrippe biblischen Ausmaßes eingeholt zu werden, was sich hauptsächlich in einer Diarrhö wie ein Murenabgang manifestierte. Strenge Diät brachte mich auch über diesen Berg, aber im nächsten Tal wurde ich gleich von einem Monsterschnupfen mit ganz und gar unglaublichen Kopfschmerzen begrüßt (ich weiß, das klingt jetzt sehr divenhaft, aber mit einem solchen Druck im Kopf kann man keinen klaren Gedanken fassen und nichts machen, außer frierend im Bett zu liegen), der unerfreuliche Erinnerungen an meine teuflische Nebenhöhlenentzündung von vor ein paar Monaten weckte.

So weit, so schlecht. Offensichtlich sind nun endgültig die Zeiten vorbei, in denen ich nackt bzw. nur mit Bieretiketten bekleidet im Schnee tanzend das neue Jahr begrüßen kann. Es ist mittlerweile nun wirklich nötig, nachts das Fenster im Schlafzimmer zu schließen und mit einem Pullover die lustigen Aufdrucke auf meinem T-Shirt zu verdecken. Oh grausame Welt!

My Urfahrmarkt Experience

  1. Eine "Mega-Bosna" (mit einem halben Meter Wurst, wie das Reklameschild prahlte).
  2. Die Hälfte von Sarahs vier Bratwürstel mit Sauerkraut und Semmel.
  3. Ein Langos, frisch fritiert und extra fettig.
  4. Einen Kaugummi, um den pappigen Fettgeschmack im Mund loszuwerden.
  5. Ein Eis.
  6. Die Hälfte von Sarahs Zuckerwatte.

Nach gut anderthalb Stunden waren wir, mäßig satt, wieder daheim.

Was mich an mir zweifeln lässt

Jetzt ist es mir doch tatsächlich letzten Dienstag Abend gelungen, den PIN für meine Bankomatkarte zu vergessen. Mittags hab ich mir noch fröhlich beim Billa eingekauft damit und am Abend wollte ich mir am Oberbank-Bankomaten Geld herunterlassen – weg, wie ausgelöscht war er.

Ich hab dann ein paar wahrscheinliche Kombinationen ausprobiert, bis der freundliche Bildschirm gemeint hat, beim nächsten falschen Code zieht er mir meine Karte ein. Hab den Abend dann auf Kosten von S. verbracht, weil ich wie meistens keinen Groschen (von Cents ganz zu schweigen) Bargeld mit mir rumtrug.

Nach langem Grübeln habe ich mich dann mit mir selber auf meinen richtigen PIN geeinigt und hab ihn frohgemut gestern (Mittwoch) am lokalen Bankomaten eingegeben zwecks Geldbeschaffung für meine abendlichen Aktivitäten; gleich als die Maschine ein ungewöhnliches Geräusch machte, wusste ich, dass etwas ganz falsch gelaufen war … jetzt werde ich dann gleich bei der easybank anrufen und mir eine neue Karte bestellen müssen.

Das Schöne daran ist, dass mir heute Morgen beim Duschen mein korrekter PIN wieder eingefallen ist. Ich werde wirklich alt, noch nie hat mich mein Gehirn so im Stich gelassen.

Update:
Die Mühlen der Bürokratie mahlen schon! Die Dame bei der easybank erklärte mir, dass bereits daran gearbeitet wird: Die Einzugsbankomatbank schickt meine Karte an die Maestro-(Europay?)-Firma, von dort gehts dann an die easybank, und von dort krieg ich dann (natürlich über den Umweg Maestro-Firma) meine neue Karte. Keine weiteren Aktionen meinerseits erforderlich, auch wenns mindestens zwei Wochen dauert …

Update 2:
Es waren nicht einmal zwei Wochen; nach einem Anruf anfang der Woche, wo ein Herr der easybank wissen wollte, ob ich auch einen neuen PIN zur neuen Karte haben will, ist schon gestern ein eingeschriebener Brief hereingeflattert.
Alles in allem also eine Woche – ist okay, wenn man mich fragt.

My Near Death Experience

So bin ich also darnieder gestreckt von einer gar teuflischen Krankheit: Nach einigen Arztbesuchen, Blutbild und Röntgen hab ich erfahren, dass es sich in meinen Nasennebenhöhlen mächtig abspielt, was sich neben etwas Fieber und ein bisschen Schnupfen vor allem in höllischen Kopfschmerzen äußert; Vormittags ist alles ganz erträglich, erst Nachmittags entfaltet sich das böse Aua zu seiner ganzen Größe.

Der Arzt scheint eiskalt und nicht sonderlich beunruhigt; ganz im Gegensatz zu mir, wo ich doch üblicherweise so gesund (und potent) wie ein junger Zuchtstier bin und mich so gar nicht mit Krankenstand und Bettruhe abfinden kann, ganz zu schweigen davon, dass mein Kopf nicht mehr das tut, was er soll (nämlich stillschweigend brillant sein). Einen angenehmen Vorteil hat das Ganze aber: Wohl bedingt durch mein leichtes Fieber ist mir ständig ein bisschen kalt, und das obwohl ich mit Pullover unter der Bettdecke in meinem 28 Grad Zimmer liege.

Jedenfalls hat mir der Quacksalber ein ganze Reihe Medikamente verschrieben, denn Mister Breitbandantibiotikum ist natürlich stets von seinen Groupies begleitet: