Adolf Fritzl

Übertriebene Entrüstung, hauptsächlich aber Erheiterung, war die Folge der Aufdeckung des hoch motivierten, blutjungen, grünen Gemeinderates Raphael Lueger, dass Adolf Hitler in Amstetten nach wie vor als Ehrenbürger gilt. Dieser Missstand wird aber glücklicherweise derzeit bereinigt, auch wenn sich rein rechtlich der Führer eh schon selbst darum gekümmert hätte, immerhin ist er schon tot.

Man darf jedenfalls gespannt sein, wie viele Oppositionsgemeinderäte andernorts in den folgenden Wochen mit ähnlichen Meldungen von sich hören machen werden.

Gut für Amstetten aber, dass ein bis dato besetztes Plätzchen für Ehrenbürger frei wird. Einerseits wäre natürlich ich ein logischer Kandidat, andererseits aber wäre es fairer, dem Josef Fritzl diese Ehre zuzugestehen. Immerhin ist er vermutlich der berühmteste Bürger Amstettens überhaupt.

Moralisch zwar unter Umständen bedenklich, touristisch1 aber sicher eine Überlegung wert. Könnte mir durchaus vorstellen, dass die Kreuzung Adolf-Hitler-Allee/Josef-Fritzl-Boulevard den einen oder anderen englischen Touristen nach Amstetten ziehen könnte.

1 Wie ich gestern während meines Interviews zum Thema Fritzl erfahren durfte, gibt es übrigens bereits akademische Studien zum so genannten Dark Tourism.

Die wahren Hitler-Tagebücher (5)

Linz, am 14. März 1901

Geliebtes Tagebuch,

du bist mein einzigster Freund auf der Welt. Das wird mein letzter Eintrag auf deinen verständnisvollen Seiten, morgen meld’ ich mich beim Bund. Hoffentlich überlebe ich meinen ersten Einsatz nicht – ich werde todesmutig an vorderster Front stehen und dank meines jahrelangen Call-of-Duty-Trainings als gefeierter österreichischer Held sterben. Denn, ich frage dich, was für einen Sinn hat mein Leben noch?

Jessica hat mich abblitzen lassen! Sie hat mich auf meine Einladung zur Prom nur voll gemein ausgelacht, es war total urpeinlich. Sie hätts vor lauter Prusten fast nicht raus gebracht, aber sie geht mit dem Kevin-Arschloch.

Am liebsten würd ich dieser Sau die Fresse einschlagen, wenn er nicht soviel größer wär als ich. Die zwei passen ja auch überhaupt nicht zusammen. Stell dir vor, die heiraten :( Jessica Rosenthal-Grünspan, was soll denn das dann für ein Name sein?!
:((

Dem Kevin werd’ ich sicher nie verzeihen, aber der Jessica, meiner geliebten Blondie, kann ich doch nicht wirklich böse sein. Niemals werd’ ich sie vergessen, ihre blauen Augen, der blonde Dutt, die strammen Wadln, das gebährfreudige Becken … was für ein Hasal :´(

Lebewohl,
dein Adolf.

Die wahren Hitler-Tagebücher (4)

Linz, am 4. Februar 1901

Liebes Tagebuch,

die Mama hat mich heute wieder fürs Ferienlager angemeldet. Da war ich letztes Jahr schon, und es war total geil:)

Den ganzen Sommer kann man da mit seinen Freunden verbringen. Man ist viel draußen, isst und schläft gemeinsam in langen Ferienhäusern und es gibt mannsgroße Holzöfen, wo man zusammen riesige Pizzas oder Raclette-Brote backt. Rundherum gibt es steile Steinbrüche und riesige, urtiefe Höhlen, wo man wochenlang von Frühmorgens bis tief in die Nacht herumstreifen kann.

Und das Urbeste – der blöde Angeber Kevin darf nicht ins Kinder-Zeltlager, weil er gegen irgendwas allergisch ist. So ein Luschi-Loser!!!

Ich freu mich schon total auf den Sommer,
dein Adolf.

Die wahren Hitler-Tagebücher (3)

Linz, am 31. Jänner 1901

Tagebuch, Oida!

Ich glaub, ich werd’ endlich erwachsen :))) Heute morgen beim Pickelausdrücken vorm Spiegel hab ich sie entdeckt – meine ersten Barthaare! Geil, oder?

Jetzt kann mich der Kevin nicht mehr so sekkieren mit seinen Stoppeln, jetzt kann ich endlich mithalten. Mein neuer Vollbart wächst zwar derzeit erst ein bissl auf der Oberlippe, aber das wird sich sicher bald ändern. Eventuell kommen ja jetzt endlich bald auch die männlichen Muskeln und alles. Pubertät ist was total feines :)

Zweifellos gestärkt durch meine neue Männlichkeit hab ich mich heute sogar getraut, die Jessica anzureden. Sie war aber anscheinend auch voll nervös, weil sie hat sich nix zurücksagen getraut sondern ist einfach weiter gegangen. Ich werd’ ihr morgen in Reles einen Liebesbrief schreiben und sie fragen, ob sie mit mir zur Prom geht …

Tschau,
dein Adolf

Die wahren Hitler-Tagebücher (2)

Linz, am 24. Jänner 1901

Liebes Tagebuch,

ich hasse meine Familie!!!!

Der blöde Papa sagt, ich krieg kein iPhone, weil er gar nicht daran denkt, einem geldgierigen Monopolisten für viel zu viel Geld eine geschlossene Plattform abzukaufen. Dabei hat jeder in der Klasse eins :((( Wieso kann der Papa statt Linux-irgendwas nicht einfach Fleischhacker sein, wie der Papa vom Kevin :((

Im Bravo-Horoskop steht für Stiere, dass sie bald eine große Liebe erfüllt bekommen. Ich hoffe, sie meinen die Jessica damit, ich wünsch mir das ganz, ganz fest. Ich hab ihr gestern heimlich als Beweis meiner ewigen Liebe eine meiner Zeichnungen ins Bankfach gesteckt. Die ist aber anscheinend wieder rausgefallen, weil heute ist sie am Boden gelegen, schon total zernudlt und alles.

Meinen Fünfer beim Geografietest hab ich daheim gar nicht hergezeigt, ich hoff, die Mama kommt da nicht drauf. Da warn aber auch die urblöden, voll gemeinen Fragen, weil wir haben wissen müssen, wie groß so Länder sind. Woher bitte soll ich wissen, dass Russland so groß is???

Tschau,
dein Adi.