Die Haushalt-Problematik

Sonntags ist die Frau immer aus dem Haus, da hab ich dann die Ruhe und Muße, mich um meinen Anteil am Haushalt zu kümmern. Das heißt meistens: Bad und WC putzen. Das macht mir grundsätzlich auch nicht besonders viel, ich bemühe mich stets redlich und bekomme freundlicherweise auch regelmäßig Lob, weil alles so blitzt und blankt. Trotzdem zermartere ich mir jedesmal das Hirn, wie man den unvermeidbaren Vorgang des Putzens effizienter machen könnte. Schließlich sind das jedes Wochenende die selben Handgriffe, die selben Vorgänge, der selbe Ablauf – da muss man doch etwas automatisieren können?!

Denkt sich der Informatiker natürlich: Warum etwas manuell in einer Stunde machen, wenn man es in fünf automatisieren könnte? Uns wurde immerhin von Kindesbeinen antrainiert, ja nichts händisch zu machen – nur keinen Klick zuviel! Was aber am Computer fein funktioniert, weißt im richtigen Leben leider kleine Schwächen auf . Denn noch gibt es keine Shellscripts und Cronjobs, um den Putzfetzn und das Cillit Bang ohne manuelles Zutun einzusetzen. Selbst nach Jahren des von Putzen begleiteten Hirnzermarterns habe ich hierzu keine Lösung gefunden. Von einer Putzfrau vielleicht mal abgesehen, aber das ist nicht dasselbe.

Kein Wunder also, dass ich hin und wieder wehmütig an die schöne Zeit im Studentenheim zurückdenke, denn dort ging das irgendwie schon von allein: Vormittags kurz außer Haus, plötzlich ist das Zimmer gesaugt, das Bad gewischt und der Müll verschwunden. Wie von Zauberhand!

Ist das vielleicht “das richtige Leben”, von dem man grad zu Studienende dauernd hört? Das Dilemma, jede Woche die selben stupiden Handgriffe machen zu müssen, mit dem Wissen, dass das wohl den Rest des “richtigen Lebens” so weitergehen wird?

Die Informatikerinnen-Problematik

Jetzt begebe ich mich zwar auf ganz gefährliches Pflaster, aber einer muss es ja endlich aussprechen: Weibliche Informatiker leben in einer höchst gefährlichen Scheinwelt. Auf jeden Fall während des Studiums, abhängig vom Arbeitsplatz unter Umständen auch noch später

Nicht nur die EU bemüht sich redlich, mehr Frauen in die Informatik zu bekommen. Ich finde solch staatlich geförderte Bevorzugungsprogramme im Hinblick auf die gesetzlich zugesicherte Gleichberechtigung (denn die gilt, entgegen der gängigen Praxis, auch für Männer!) zwar mehr als fraglich, geschlechtlicher Überhang in die eine oder andere Richtung, egal wo, ist aber immer schlecht und gehört bekämpft.

Ein technisches Studium ist die zukunftssicherste Berufswahl überhaupt, trotzdem sind Weibchen in solchen nach wir vor heillos in der Unterzahl. In jeder Vorlesung kommt bestenfalls eine Dame auf fünf Herren, meistens ist das Verhältnis noch schlechter. Da ist es kein Wunder, dass die seltene Spezies mit dem Holz vor der Hütte stets von ihren männlichen Informatikerkollegen intensiv umlagert und umworben ist.

Wer aber jetzt einen angenehmen Vorteil für die Frau vermutet, irrt gewaltig! Denn so bekommt sie ein komplett falsches Bild von sich selbst: Bedingt durch die enorme Unterzahl an Frauen ist der Konkurrenzkampf zwischen den Burschen um die wenigen Exemplare natürlich viel größer als normal. Das wiederum gibt entsprechender Dame den Eindruck, dass sie viel besser wäre als etwa ihre Freundin, die Wirtschaftswissenschaften studiert. “Besser” kann hier mit allerlei positiv besetzten Adjektiven ersetzt werden, etwa “hübscher”, “lustiger”, “beliebter”, “geiler”, und wie die Jugend sonst noch dazu sagt.

Nun, das Angebot und die Nachfrage bestimmen immer den Wert, warum sollte es in diesem Fall anders sein? Durch das viel zu niedrige Angebot ist die Ware sind die Frauen fälschlicherweise massiv überbewertet. Zurück in der wirklichen Welt, der mit dem ausgeglichenem Markt, platzt dann die Blase und die Frau, die sich bisher nur als begehrteste des Jahrgangs kannte, wird unsanft auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt. Schließlich hat sie in der wirklichen Welt ja nur einen UHI von 1, unreine Haut, eine flache Brust und BO. Einziger Weg, die Illusion aufrecht zu erhalten: Eine Anstellung suchen, wo erneut erheblich mehr Männer als Frauen arbeiten, etwa Google, Microsoft oder Borland.