Natascha Kampusch kommt nicht zur Ruhe

Was muss ich heute zu meiner Erleichterung und Freude lesen ? Der Fall Natascha Kampusch ist allem Anschein nach noch immer nicht restlos aufgeklärt, denn der mutige, gerechtigkeitssuchende Martin Wabl hat nun endlich durchgesetzt, sein Anliegen vor Gericht präsentieren zu dürfen – konkret geht es um jene Vorwürfe an Tascherls gefühlslose, eiskalte Mutter, die Sirny Gitti, dass sie an der Entführung beteiligt gewesen sei. Außerdem ist es Wabl, wie man gerne auf seiner offiziellen Website nachlesen kann, auch ein Anliegen, dass die Fehler, die der Polizei offensichtlich während der Fahndung nach Tascherl (die in Insiderkreisen übrigens schon als "das nächste große Ding nach Christina Stürmer" gehandelt wird) passiert sind, aufzudecken, um in Zukunft solchen Pfusch zu verhindern. Ich werde die Entwicklung mit Spannung verfolgen.

Noch nicht rechtmäßig verhandelbar ist eine Initiative eines anderen gesetzestreuen Bürgers, nämlich mir – schon seit Jahren versuche ich eine offizielle Stellungnahme zu folgender Tatsache zu bekommen: Warum heißen weder der Vater (Ludwig Koch) noch die Mutter (Sirny Gitti) von Tascherl "Kampusch"? Handelt es sich bei Natascha vielleicht gar um die verschollene Maddy und war Wolfgang Priklopil ein perverser, kinderschändender Marokkaner, der gern Urlaub in Portugal machte? Ich wünsche, nein, ich verlange eine Gegenüberstellung der McCanns und Natascha – bestimmt erkennen sie sich wieder und es gibt rührende, fernsehtaugliche Wiedersehensszenen. Der Wahrheit muss Genüge getan werden!

Kampusch und Google

Manchmal lohnt es sich doch, einen Blick auf die Google Adsense Werbung zu werfen, die in meinem Weblog eingeblendet wird, denn dann entdeckt man solche Juwelen (Markierung wurde natürlich erst im Nachhinein hinzugefügt):

Ein Klick brachte mich auf diese Seite – ich hab mich aber aus Angst vor einem 5-Jahres-Knebelvertrag nicht getraut, meine Handynummer anzugeben, daher weiß ich nicht, wie sich der Natascha-Kampusch-Klingelton angehört hätte. Gar nicht so unlustig ist übrigens auch der letzte Link: Wieso erscheint der bei einem Natascha Kampusch Beitrag, welche Miss wird da überhaupt gesucht? Miss Piggy?!

Kampusch-Witze

Von unzähligen Seiten und Personen wurde ich geradezu angefleht, einen neuen Beitrag über mein großes Vorbild Idol Natascha “Tascherl” Kampusch zu schreiben. Und wie gern würde ich das – aber es fällt mir derzeit einfach nichts Lesenswertes ein zu ihr und und den Patzern in ihrem Entführungsfall (höchstens dass mich das bei der Effizienz und Einsatzfreude unserer Exekutive nicht besonders wundert – das erfährt der geneigte Leser aber spätestens selbst, wenn er einmal beraubt wird) ein. Trotzdem: Weil ich meine geneigten Leser nicht enttäuschen kann und ich gerade nicht so in Nachdenkstimmung bin, folgen als Seitenfüller die drei Kampusch-Witze, die mir auf die Schnelle einfallen. Ich muss aber noch sagen, dass ich nach wie vor gar nichts Lustiges an der Kampusch-Tragödie finde, sondern nur als unabhängiger Berichterstatter über alle Facetten der Causa berichten muss:

Warum ist Natascha Kampusch derzeit so beliebt?
Naja, Erstgebrauch und garagengepflegt …

Die Mama sagt zum kleinen Franzi: “So, und weil du dein Kinderzimmer nicht aufgeräumt hast, bekommst du drei Tage lang Hausarrest.”
Der kleine Franzi zuckt mit den Schultern und meint: “Okay, macht 1000 Euro.”
Die Mama verdutzt: “Warum?”
Daraufhin der kleine Franzi: “Naja, die Natascha Kampusch war über 3000 Tage lang eingesperrt und bekommt nachher angeblich eine Million Euro. Also bekomme ich für drei Tage 1000 Euro” …

Welche Pflanze wächst nur im Keller?
Der Kam-Busch.

Update

F. hat noch diesen sensationellen Kalauer eingesandt:

Das Alibi von Onkel Wolfi Herrn Priklopil wurde ja nicht nach verfolgt, weil er kein stichfestes vorweisen konnte – er behauptete bekanntlich, er wäre den ganzen Tag allein zu Hause gewesen. So ein Blödsinn! Am Abend war er gar nicht mehr allein, Natascha Kampusch kann es bezeugen!

Club 2 kommt wieder

Ich bin zwar noch etwas zu jung, um mich so richtig an die fetten Jahre der ORF-Diskussionssendung Club 2 erinnern zu können, aber ich freue mich sehr über den Neustart nach 12 Jahren Sendepause. Schon immer war Club 2 für das eine oder andere Skandälchen gut, was gerne in Folge zu aufgeregten Diskussionen und Meinungsaustauschen am Wasserkühler, oder österreichischer, bei der Kaffeemaschine führte.

Und nachdem es nicht mehr lange bis zum Christkind ist, wünsche ich mir vom ORF folgende Gäste:

  • Heinzi Strache – wird uns detailliert erklären, warum bestimmte Dinge im Dritten Reich gar nicht so schlecht waren und sich in allerlei böse Sachen rein reden; dies wird in Folge unausweichlich zu einem österreichweiten Kopfschütteln (“Ach Heinzi, ganz egal welche Ansichten du persönlich hast, aber du bist ja jetzt wirklich alt genug um zu wissen, dass man sowas einfach nicht im Fernsehen sagen darf.”) führen.
  • Sämtliche Megasuperstars aus der ORF-Musical-Show – werden erklären, warum sie, obwohl man sie nach (und vor) dieser Club-2-Austrahlung nie wieder im Fernsehen, im Radio oder in der Printpresse sehen wird, trotzdem endlich den großen Durchbruch geschafft haben und ganz oben sind.
  • Natascha Kampusch (natürlich) – wird endlich aufzeigen, warum sie nicht wie Paris Hilton ist und somit diese unglaublich gefährliche Verwechslungsgefahr ein für alle Mal aus dem Weg räumen. Und wie sie als Neo-Talk-Queen das ganz normale Leben einer jungen Erwachsenen wie jede andere führen wird.
  • Andrea Kdolsky – wird andeuten, wie Frauen per Masturbation zum Orgasmus kommen können. Anders als 1979 mit Nina Hagen wird dies aber unweiger- und -weichlich zum Absetzen des Formats führen.

Natascha Kampusch wird Talk-Queen

Sensationell – wie unter anderem die Kleine Zeitung so schön berichtet (danke an eine geneigte Leserin für den geschätzten Hinweis), wird Natascha Kampusch, von mir nach wie vor liebevoll Tascherl genannt, ab Februar eine eigene Talkshow auf dem dem neuen österreichischen Privatsender Puls 4 moderieren. Sie begründet diesen Entschluss mit den einfachen Worten eines Wiener Arbeiterkindes: “Ich trage bereits seit längerem den Gedanken, aus der Rolle eines passiven ‘Medienobjekts’ herauszutreten und pro-aktiv mediale Inhalte zu gestalten” – für mich nur ein weiterer Beweis, dass Tascherl trotz ihrer schrecklichen Erlebnisse am Boden der Tatsachen geblieben ist und auch in Zukunft das ganz normale Leben junger Erwachsener wie du und ich führen wird.

Als bekennend-mediengeiler Natascha-Kampusch-Fan mache ich mir natürlich schon die wildesten Gedanken, welche anderen Aufgaben Tascherl, unterstützt durch ihre zahllosen Talente, in Zukunft neben der direkten Konkurrenz zu Barbara “Tönnchen” Karlich noch übernehmen könnte:

  • ZIB-Korrespondent im Irak – das eine oder andere ehemalige Regierungsmitglied dürfte sich noch verborgen halten und Tascherl fühlt sich in deren üblichen Verstecken angeblich besonders wohl.
  • ZIB-Korrespondent in England: Neuesten Erkenntnissen zufolge wollen die Eltern der “verschwundenen” Madeleine nur den unglaublichen Erfolg von Natascha kopieren und haben ihre süße kleine Tochter daher vorübergehend an einen entfernten Bekannten zur weiteren Betreuung übergeben (also genau das, will man aktuellen Anklagen glauben, was Fr. Sirny mit ihrer Tochter vor knapp zehn Jahren gemacht hat).

Erster Talkshow-Gast, und da traue ich mich fast zu wetten, ist übrigens der Lassinger Georg Hainzl, zu dem Tascherl eine tiefe Verbindung und inneres Verständnis haben soll …