Liwest und das Monopol

Seit ich wieder alleine wohne, schaue ich kaum mehr fern. Es läuft sowieso nur Dreck, und dafür gibt es schließlich Youtube. Mein Kabelanschluss ist also eigentlich überflüssig; was ich noch regelmäßig schaue, sind Serien – die kommen aber übers Internet – sowie die eine oder andere ZIB2, die gibts aber auch über Digitalfunk.

Letzte Woche flatterte ein Brieflein von Liwest herein, wo sie eine Preiserhöhung für den Kabelanschluss ankündigten. Zwar nur 80 Cent im Monat, aber das für einen schlechten Analog-Anschluss, an dem es nur einen Bruchteil der verfügbaren Sender überhaupt zur Verfügung stehen. Für einen brauchbaren Digitalanschluss müsste man zu den knapp 15 Euro im Monat Grundgebühr für Analog-Kabel noch einiges drauflegen.

Die Preiserhöhung hab ich nun zum Anlass genommen, meinen Kabelanschluss zu kündigen. Alles wie es sich gehört, nachdem ich die AGB gelesen hatte, per schriftlichen Rechnungs-Widerspruch und formeller Kündigung. Heute kam das Antwortschreiben.

Liwest hat, gerade in der Innenstadt, dass Quasi-Monopol auf Fernsehen. Neuere Entwicklungen wie aon-TV sind noch kaum verbreitet (und, was man so hört, auch nicht das Gelbe vom Ei) und Satellitenschüsseln sind in vielen Mietverträgen schon von vornherein verboten. Und der Monopolist kann sich offenbar alles erlauben. Was bei einer absurden Mindestvertragsdauer von 2 Jahren bedeutet, dass ich noch fast 10 Monate auf die Wirksamkeit meiner Kündigung warten muss. Und das bei einem Kabelanschluss, der sowieso verfügbar ist und der vermutlich ohne Liwest-Vertrag genau so gut funktionieren würde, denn das Signal ist sowieso im Kupfer. Der ehrliche Zahler wird also sozusagen doppelt geschröpft. Wenn wenigstens die Qualität des Angebots stimmen würde, aber ohne Wettbewerb gibt es halt hier auch keine Verbesserung.

Liwests Abuse an mir

Der folgende Beitrag wird vom Saxx-Informationsservice zum Dienste am geneigten Leser (SaIDL) gesponsert, damit der weiß, worauf er sich einlässt …

Im Zuge meines künftigen Umzugs (der übrigens, wenn es soweit ist, sicher Stoff für viele, viele neue Beiträge liefern wird) muss ich mich auch um die Kündigung des WG-Kabel- und Internetanschlusses kümmern, denn der läuft auf meinen Namen. Und, wie es sich für Linz gehört, über Liwest.

Darum hab ich diese Woche mal so nebenbei dort angerufen, um mich über die genauen Kündigungsbedingungen und die dazu nötige Vorgehensweise zu erkundigen, in der berechtigten Hoffnung, dass das alles kein Problem sei, man vielleicht mit einem Monat Kündigungsfrist zu rechnen habe oder mit ähnlichen kleinen, berechtigten Hürden.

Nachdem ich mich durch das telefonische Menü durch gedrückt hatte, geriet ich an einen jungen Herrn, der zwar schön verständlich und laut sprach, aber absolut keine angenehme Telefonstimme hatte. Dafür war er aber hervorragend geschult, denn ohne anfangs auf meine Fragen einzugehen wollte er mich gleich dazu überreden, den Liwestanschluss an meinen neuen Wohnort mitzunehmen. Auf meine Antwort hin, dass es noch nicht sicher sei, ob ich dort wieder Liwest benutzen würde, kühlte unser Verhältnis spürbar ab. Und er zählte mir die Liwest-Kündigungsbedingungen (auf deren Erklärung bei Vertragsabschluss angenehmerweise verzichtet wurde) mit einer diebischen Freude auf, die ihn mir auf Anhieb unsympathisch machte:

Mindestvertrags- bzw. -bindungsdauer beim Kabelfernsehen ist zwei, beim Internetzugang ein Jahr. Gekündigt kann immer nur jedes halbe Jahr werden, bei Einhaltung einer zweimonatigen Kündigungsfrist. Dagegen wirken selbst die Knebelverträge der Mobilfunker wie das Geschenk einer gutmeinenden Großtante: Mir fiel hörbar die Kinnlade nach unten, was den Dämon am anderen Ende der Leitung nur dazu brachte, eiskalt zu sagen: “Ja, schicken’S halt mal eine Kündigung ein, die Buchhaltung wird dann zruckschreiben, wann Sie vom Vertrag entlassen werden – des kann aber scho noch eine Zeit dauern.”

Dank dieser Meldung erholte ich mich prompt von meinem Schock und erkundigte mich, nun spürbar unfreundlicher, nach den Konditionen für einen Umzug des Anschlusses. Der ist übrigens auch nicht allzu günstig, aber jetzt um ein Vielfaches attraktiver ist, weil ich den Vertrag sowieso noch fast ein Jahr bezahlen müsste …

Mein Liwest-Abuse

Das ist zwar jetzt nicht wahnsinnig interessant, aber der Vollständigkeit halber und zur Information des geneigten Lesers:

So um Weihnachten erreichte mich zu meinem Entsetzen von Liwest im Auftrag von Paramount per E-Mail die Aufforderung, das Filesharing eines bestimmten mäßig guten Science-Fiction-Films, den ich versehentlich über Torrent heruntergeladen hatte,  zu unterlassen. Schockiert über meinen unbeabsichtigten Gesetzesbruch lautete meine Antwort darauf so:

Liebes Liwest-Abuse-Team,

vielen Dank dass sie mich auf meine Urheberrechtsverletzung aufmerksam
gemacht haben – ich hab die fraglichen Daten umgehend gelöscht.

Aus persönlichem Interesse: Ist es schon einmal vorgekommen, dass Sie
tatsächlich einen Internetzugang sperren mussten, weil trotz
Aufforderung Urheberrechtsverletzungen ungezügelt weiter gingen? Wie
wäre in einem solchen Fall die weitere Vorgehensweise?

Vielen Dank für Ihre Antwort,
XXXXXX XXXXXXXXX

Die etwas wortkarge Antwort (Ortographie wie üblich unverändert übernommen) darauf war dann:

Hallo Herr XXXXXXXXX!

Bedauerlicherweise mussten shcon Zugänge Stillgelegt werden.
Im Falle einer Klage würde der Kunde dann informiert, insofern dies keinen Einfluss auf die Strafprozessordnung hat.

mit freundlichen Grüssen
Abuse