Das Gfrett mit den Öffis

Öffentliche Verkehrsmittel sind einer super Sache und ich benutze sie fast täglich, sowohl den Bus als auch die Straßenbahn. Trotzdem würde die Abwesenheit folgender Punkte das "Erlebnis Öffi" noch erheblich verbessern:

  • Personen drängen rücksichtslos in das Fahrzeug, noch bevor die aussteigenden Fahrgäste überhaupt draußen sind.
  • Drecksjugendliche sind der Ansicht, das ganze Fahrzeug mit ihrer Drecksmusik aus ihren Dreckshandys beschallen zu müssen.
  • Kinder tollen durch das Fahrzeug, machen Krawall und blockieren oder öffnen sinnlos die Türen. *
  • Gewisse Zeitgenossinnen telefonieren in einer Form, dass auch der allerhinterste Fahrgast noch lautstark und deutlich die belanglosen Geschichten mithören darf.
  • Abfahrzeiten sind unmöglich auf die Minute genau zu planen, weil die Fahrzeuge nicht nur zu spät, sondern ab und an auch zu früh abfahren.
  • Fahrgäste essen stinkende Kebabs und hinterlassen nicht nur eine abstoßende Geruchswolke, sondern auch Saucen- und Essensreste auf den Sitzen.

* Dazu hab ich eine nette Anekdote, die ich vor einiger Zeit erlebt habe: Zwei etwa 6-jährige Bengel (sie fuhren ohne Aufsicht) betrachteten die halbleere Straßenbahn als ihren persönlichen Spielplatz, schrien, kletterten herum, blockierten die Türen (was ja das Weiterfahren verhindert) und führten sich überhaupt auf wie kleine Kinder. Die anderen Fahrgäste waren schon sichtbar genervt und der eine oder andere hatte schon, ergebnislos, um Ruhe gebeten, was zu einer ziemlich gereizten Stimmung führte. Plötzlich stolperte einer der beiden Lümmel, als die Straßenbahn wieder einmal anfuhr und fiel ziemlich ungemütlich auf den Boden, woraufhin er prompt herzzerreißend zu weinen begann, sein schmerzendes Knie rieb und hilfesuchend herum blickte. Keiner der anderen Fahrgäste rührte auch nur einen Finger, im Gegenteil, ohne Ausnahme hatten sie einen breiten Grinser im Gesicht und betrachteten zufrieden den in Tränen ausgebrochenen, endlich ruhig gestellten Störenfried. Ich hatte sogar das Gefühl, dass fast Applaus ausgebrochen wäre.

Bettler sind auch nicht dumm …

…. nur faul.

Um den massiven Regenschauer zu vermeiden, bin ich durch die Tiefgarage zum lokalen Merkur Mittagessen kaufen gegangen. Was musste ich erblicken? Einen jener bettelnden, südländisch anmutenden Herren im besten Alter mit ohne jeden offensichtlichen Grund für eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, der in der Tiefgarage (!) seiner Erwerbsbeschäftigung nach ging.

Dort unten sind zwar nicht so viele Passanten wie auf der Straße, aber es ist wenigstens trocken.

Wo waren die Geeks eigentlich früher?

Wir Geeks sind schon ein illustres, liebenswertes Völkchen – eine wunderbare Subspezies mit unserer eigenen (der besten!) Subkultur und Sprache, unserer eigenen Kleidung und unseren eigenen Jobs. In unserer postneoliberalen Zeit alles kein Problem.

Nur: Wo waren wir früher? Was haben Geeks gemacht, als es noch keine IT-Industrie gab? Als man noch in Anzug in Krawatte zur Arbeit erscheinen musste und bunte T-Shirts mit zweifelhaften Aufdrucken verpönt waren?

Gab es da keine Geeks? Haben sie sich versteckt und im Untergrund gelebt? Oder gar an die restliche Bevölkerung angepasst?!

Ich bitte um Ideen.

Was ich heute nicht verstehe: WWF-Menschen

Warum eigentlich nur sprechen diese Neohippies, die in der Fußgängerzone für den WWF werben, immer nur junge Leute an? Noch nie habe ich sie mit älteren Damen reden sehen, wobei die vermutlich viel zugänglicher und einträglicher wären.

Warum eigentlich sehen diese WWFler immer so heruntergekommen und unzuverlässig aus? Wäre ein kleidsamer Anzug mit Krawatte nicht viel vertrauenseinflößender als halbzerrissene Baggy Pants und Death-Metal-Shirts?

Und warum eigentlich merken sich diese Dummrüben mein abwehrendes "Danke, mich interessieren Tiere nur wenn sie vor mir auf dem Teller liegen" nicht und labern mich fünf Minuten später, wenn ich aus der anderen Richtung komme, schon wieder an?

Von Nachfragern und Annehmern

Als psychologisch hervorragend geschulter Menschenbeobachter (ab und zu liegt eines der Psychologieskripte von S. herum, daher bin ich zweifelsohne mehr als qualifiziert) habe ich ein neues Unterscheidungsmerkmal der Mitglieder der Spezies Mensch Terraner ausfindig gemacht. Noch läuft die Suche nach dem zuständigen Gen (so wie man heutzutage für alles ein eigenes Gen verantwortlich macht), aber ich traue mich schon jetzt, meine gewagte Theorie zu publizieren:

Es gibt Menschen, die sofort und mehrmals nachfragen, wenn sie etwas akustisch nicht verstanden haben – ich nenne diese “Nachfrager”. Dann gibt es diejenigen, die versuchen, das Nicht-Verstandene aus dem Kontext zu erraten um so nicht extra nachfragen zu müssen – das sind die so genannten “Annehmer”. Letzteres kann zwar hin und wieder zu kleineren Missverständnissen führen, erstes aber fast immer zu gereizten, unfreundlichen Antworten, wenn eine Aussage zum dritten Mal wiederholt werden muss. Der geneigte Leser darf erraten, zu welcher Gattung ich gehöre bzw. mich bemühe zu gehören.

Natürlich spricht gar nichts dagegen, wenn man ein freundliches “Wie bitte?” ins Gespräch einwirft, sollte man einmal eine hingenuschelte Aussage nicht verstanden haben – überhaupt kein Problem. Nur wird bei bestimmten Menschen das Nachfragen zu einer für alle anderen unangenehmen Angewohnheit. Denn oft versteht man zB ein einzelnes Wort nicht, die fehlende, zweifelsfreie Bedeutung ergibt sich aber sofort durch die nachfolgenden oder von alleine nach einer Zehntelsekunde Nachdenken (“Sickern lassen”). Wenn man jetzt aber dem anderen sofort immer ins Wort fällt, hat man gar keine Zeit, von alleine zur Erkenntnis zu kommen, sondern man zwingt seinen Gegenüber dazu, von vorne zu beginnen, was diesen verständlicherweise schnell frustriert und Spannung ins Gespräch bringt.

Ich rufe also hiermit alle Dauernachfrager zu etwas mehr Annehmen und Aus-Dem-Kontext-Verstehen auf. Danke für die Aufmerksamkeit.