Mein Medienecho (1)

Der Standard (Print, daher ohne Link) schreibt heute vom Scheitern der direkten Demokratie in der Schweiz – gescheitert aus Fremdenhass, wie es heißt. Dass Demokratie immer nur dann schön ist, wenn die eigene Meinung bestätigt wird, ist ein alter Hut. Und wenn das Schweizer Volk nicht dort steht, wo der Standard es tut, dann kann man absolut von einem Scheitern des Systems ausgehen. Die Schweizer sind halt zu dumm für Demokratie, im Gegensatz zum Standard.

Gut dass mich nicht nur der (oder ist es doch die) zum Kopfschütteln bringt, sondern auch die Links, mit denen mich W. regelmäßig und dankenswerterweise versorgt. Gleich passend zum Thema Fremdenhass ein Zwischenfall in Oberösterreich: Zwar ist die erwähnte Dame polnischer Herkunft gewieft genug, um mit 25 Lenzen bereits Frühpensionistin sein zu können. Andererseits dürfte sie aber nicht vorausschauend genug sein, um zu erkennen, dass die Rückverfolgung eines Verbrechens schrecklich einfach ist, wenn man es an einem guten Bekannten verübt. Möglicherweise sind an dieser Misskalkulation aber auch einfach nur die Drogen schuld. Sind die Schweizer da, lieber Standard, also eventuell doch auf etwas gekommen?

Super ist auch die Ausrede jenes 14-Jährigen, der sieben Frauen sexuell belästigt hat und nun wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt wird. Er “habe lediglich den Drang verspürt, die Frauen zu berühren” ist die beachtliche Rechtfertigung. Durchaus nachvollziehbar, den Drang spüre ich auch schon seit etwa fünfzehn Jahren. Auf den Gedanken einfach mal hinzulangen bin ich bis dato aber noch nicht gekommen. Glücklicherweise “gibt es keinen Anlass, ihn einzusperren”, das hätte der arme, missverstandene Junge mit den progressiven Ideen auch nicht verdient.

Praktikantenpresse (7)

Der Standard-Praktikant hat diesmal versucht zwei bis drei Sätze in einen einzelnen zu quetschen – mit mäßigem Erfolg. Der Artikel selbst bleibt aber trotzdem höchst brisant:

Praktikantenpresse (5)

Ich bin zwar auch kein Freund der Wortteilungswut, die mit der neuen Rechtschreibung Einzug gehalten hat, aber man muss sich nicht krampfhaft dagegen stellen, liebe Online-Standard-Praktikanten (wieder ein typischer Fall von Rechtschreibprüfung-findet-keinen-Fehler-also-muss-ich-auch-nicht-Korrektur-lesen):

Praktikantenpresse (2)

Erstmal hat die Financial Times Deutschland leichte Probleme, einen geraden Satz hinzubekommen:

Und dann verwechselt auch noch der Standard eine Leiche mit einem Wappenpfahl:

Die Tage haben offensichtlich die Publizistikpraktikanten wirklich freie Hand. Man siehe übrigens auch das Blog des G. zum dem Thema.