Wiener Blut

Hat jemand zufällig das Sommergespräch mit HC “40 Jahre sind genug” Strache gesehen? Ich habs ernsthaft probiert, musste aber zwischendurch aus Gründen des Selbstschutzes abbrechen.

Dr. Lichtschlag hat glücklicherweise eine höhere Schmerzgrenze als ich, sich das ganze Meisterwerk der modernen Rhetorik angetan und empfiehlt:

Zuviel Wiener Blut tut niemand gut

Meine Slogans für den FPÖ-Wahlkampf

Am Freitag erlebte ich den FPÖ-Bundeswahlkampfauftakt am Linzer Hauptplatz live und konnte mich dort über viererlei Sachen wundern:

  • Warum trägt H.-C. Strache immer diesen seltsamen semischwulen Pullover über die Schultern verknotet? Und warum ist dieser Pullover bei genauerem Hinsehen definitiv viel zu klein für ihn und größen- sowie farbmäßig viel eher für ein kleines Schulmädchen geeignet?
  • Warum vergleicht sich Strache mit einem selten fanatischen Kommunisten – widerspricht der nicht so ziemlich in allem seiner Überzeugung?
  • Es ist ja schön, dass die FPÖ Unterstützung von Gruppen wie dem Billiardverein White Wolfes Austria bekommt. Ob es aber eine recht gute PR für eine gemäßigte FPÖ ist, wenn kahlgeschorene, muskulöse Jugendliche Parolen wie "Frei, sozial und national" brüllen, sei dahingestellt.
  • Wer denkt sich die genialen Slogans für die FPÖ-Wahlplakate und -reden aus? Ich möchte dieser Person in Ehrerbietung die Hand schütteln, denn wer sich solche Schlager wie "Willst du eine Wohnung haben, musst du nur ein Kopftuch tragen" aus dem Ärmel schüttelt, verdient meine volle Verehrung.

Der beste Weg, den FPÖ-Texter kennenzulernen ist wohl, ihn auf mich aufmerksam zu machen. Daher folgen nun meine durchaus griffigen Vorschläge für neue FPÖ-Slogans. Wenn sie gefallen, lieber FPÖ-Chefschreiberling, bitte melden – bei Bedarf fallen mir noch einige mehr ein:

  • Dem Strache unser Ja.
  • Weil wir einig sind, sind wir stark. Weil wir stark sind, sind wir freiheitlich.
  • Gleiches Blut wählt eine gemeinsame Partei.
  • H.-C. führt euch zum Wahlsieg.
  • Ein Volk, ein Österreich, ein H.-C.

Club 2 kommt wieder

Ich bin zwar noch etwas zu jung, um mich so richtig an die fetten Jahre der ORF-Diskussionssendung Club 2 erinnern zu können, aber ich freue mich sehr über den Neustart nach 12 Jahren Sendepause. Schon immer war Club 2 für das eine oder andere Skandälchen gut, was gerne in Folge zu aufgeregten Diskussionen und Meinungsaustauschen am Wasserkühler, oder österreichischer, bei der Kaffeemaschine führte.

Und nachdem es nicht mehr lange bis zum Christkind ist, wünsche ich mir vom ORF folgende Gäste:

  • Heinzi Strache – wird uns detailliert erklären, warum bestimmte Dinge im Dritten Reich gar nicht so schlecht waren und sich in allerlei böse Sachen rein reden; dies wird in Folge unausweichlich zu einem österreichweiten Kopfschütteln (“Ach Heinzi, ganz egal welche Ansichten du persönlich hast, aber du bist ja jetzt wirklich alt genug um zu wissen, dass man sowas einfach nicht im Fernsehen sagen darf.”) führen.
  • Sämtliche Megasuperstars aus der ORF-Musical-Show – werden erklären, warum sie, obwohl man sie nach (und vor) dieser Club-2-Austrahlung nie wieder im Fernsehen, im Radio oder in der Printpresse sehen wird, trotzdem endlich den großen Durchbruch geschafft haben und ganz oben sind.
  • Natascha Kampusch (natürlich) – wird endlich aufzeigen, warum sie nicht wie Paris Hilton ist und somit diese unglaublich gefährliche Verwechslungsgefahr ein für alle Mal aus dem Weg räumen. Und wie sie als Neo-Talk-Queen das ganz normale Leben einer jungen Erwachsenen wie jede andere führen wird.
  • Andrea Kdolsky – wird andeuten, wie Frauen per Masturbation zum Orgasmus kommen können. Anders als 1979 mit Nina Hagen wird dies aber unweiger- und -weichlich zum Absetzen des Formats führen.

Von meiner schwarzen Seele

Als bekennender Mühlviertler bin ich natürlich bekennender Schwarzseherwähler. Tendenz aber sinkend, denn das Verhalten der ÖVP in letzter Zeit bekommt nicht mal meine Zustimmung (vom kindischen Schmollen während den Regierungsverhandlungen fange ich eh gar nicht mehr an).

Das politische Parteien sämtliche Tricks und Kniffe einsetzen, um ihre Konkurrenten so schlecht wie möglich aussehen zu lassen, ist zwar schlimm genug, aber an sich nichts Neues (und ist vor kurzem FPÖ-intern toll vorgeführt worden). Bei politischen Partnern (was SPÖ und ÖVP nun mal sind) sollte sich des primitive, aber leider ach so medienwirksame Hickhack aber auf ein absolutes Minimum beschränken. Aber: Wann immer nur möglich beschimpfen und beschuldigen sich die beiden Koalitionäre dass man meinen möchte, wir befinden uns in einer letzten Wahlkampfwoche vor der nächsten Wahl.

Dabei muss ich aber zugeben (so weh es meinem schwarzen Herzen tut), dass ich den Eindruck habe, dass Gusikanzler ehrlich bemüht ist, diese Regierung funktionierend zu machen – was man von Vizemolterer und Konsorten nicht gerade behaupten kann. Und wenn dann ein Josef Kalina die Befürchtung ausspricht, dass die ÖVP mittelfristig abspringen will, finde ich das leider gar nicht so abwegig.

Wenn man sich schon zu etwas verpflichtet (und das hat sich die ÖVP zur gemeinsamen Regierung mit der SPÖ), dann sollte man auch dazu stehen und das Beste daraus machen – oder gleich von Anfang an ablehnen. Dieses Gezanke führt doch zu gar nichts außer zu noch mehr Rufschädigung für beide Parteien. Und wenn der lächelnde, händereibende Dritte ein Strache oder ein Westi-Hojac ist, dann ist es das sicher nicht wert.

Paintball

Vom Ghostwriter habe ich folgendes Gustostückerl Verhüllungsjournalismus zugesteckt bekommen:

Linkslinke Kräfte unseres Landes, zu denen ohne jediglichen Zweifel seit Jahren der beliebte Ex-Volksanwalt Ewald Stadler zählt, haben sich wieder einmal gegen unseren "Helden von Wien" H.-C. Strache verschworen. Diesmal sind die sportlichen Aktivitäten von H.-C. Stein des Anstoßes.

Neider, wie der nun mal leider nicht ganz so gut aussehende Ewald S., glauben nun das Geheimnis der grenzenlos anmutenden Vitalität und Attraktivität – die seit frühester Jugend anwährende Liebe H.-C.’s zum Sport – identifiziert zu haben und setzen nun alles daran, diese ins schiefe Licht zu rücken. Von paramilitärischen Übungen im rechten Milieu wird ebenso berichtet wie von einem Dunstkreis des rechten Randes, in welchem der fleißige H.-C. herangewachsen sein soll.

Gut, dass wir in einem Land leben, in welchem die linkslinke Medienlandschaft noch nicht bis in alle Ecken und Enden vorgedrungen ist und wir uns deshalb veranlasst sehen, eine Kampagne zur Ehrenrettung von H.-C. zu starten: Durch Fotos, die unserer Redaktion zugespielt wurden, können wir eindeutig beweisen, dass er bereits als Heranwachsender ein junger, rechtsschaffender Demokrat war, welcher nur eine Leidenschaft kannte: Paintball.