Als bekennender Mühlviertler bin ich natürlich bekennender Schwarzseherwähler. Tendenz aber sinkend, denn das Verhalten der ÖVP in letzter Zeit bekommt nicht mal meine Zustimmung (vom kindischen Schmollen während den Regierungsverhandlungen fange ich eh gar nicht mehr an).
Das politische Parteien sämtliche Tricks und Kniffe einsetzen, um ihre Konkurrenten so schlecht wie möglich aussehen zu lassen, ist zwar schlimm genug, aber an sich nichts Neues (und ist vor kurzem FPÖ-intern toll vorgeführt worden). Bei politischen Partnern (was SPÖ und ÖVP nun mal sind) sollte sich des primitive, aber leider ach so medienwirksame Hickhack aber auf ein absolutes Minimum beschränken. Aber: Wann immer nur möglich beschimpfen und beschuldigen sich die beiden Koalitionäre dass man meinen möchte, wir befinden uns in einer letzten Wahlkampfwoche vor der nächsten Wahl.
Dabei muss ich aber zugeben (so weh es meinem schwarzen Herzen tut), dass ich den Eindruck habe, dass Gusikanzler ehrlich bemüht ist, diese Regierung funktionierend zu machen – was man von Vizemolterer und Konsorten nicht gerade behaupten kann. Und wenn dann ein Josef Kalina die Befürchtung ausspricht, dass die ÖVP mittelfristig abspringen will, finde ich das leider gar nicht so abwegig.
Wenn man sich schon zu etwas verpflichtet (und das hat sich die ÖVP zur gemeinsamen Regierung mit der SPÖ), dann sollte man auch dazu stehen und das Beste daraus machen – oder gleich von Anfang an ablehnen. Dieses Gezanke führt doch zu gar nichts außer zu noch mehr Rufschädigung für beide Parteien. Und wenn der lächelnde, händereibende Dritte ein Strache oder ein Westi-Hojac ist, dann ist es das sicher nicht wert.