Posts Tagged Uni-Tagebücher

Die gesammelten Tagebücher

Offenbar fehlt es mir derzeit an der Inspiration sowie der Motivation für neue, knackige Beiträge – der geneigte Leser hat’s sicher schon bemerkt.

Darum habe ich jetzt endlich, vorgenommen hatte ich es mir schon ewig, eine Sammlung aller meiner Tagebucheinträge der vergangenen 6 Jahre zusammengestellt. Und weil die so dufte und lesenswert sind, hab ich sie auch gleich rechts in der Navigation verlinkt, auf dass sich noch viele Generationen daran erfreuen werden.

, ,

6 Comments

Die Tagebücher

Dies ist eine Liste aller Auszüge meines Tagebuchs, die ich über die Jahre hinweg hier in meinem Weblog veröffentlicht habe. Sie sind jeweils in umgekehrter Reihenfolge, also umso aktueller, desto weiter oben:

Die Amstetten-Tagebücher (2009)


Die Uni-Tagebücher (2008)


Die Budapest Tagebücher (2007)


Die Bier-Tagebücher (2007)


Die WG-Tagebücher (2006)


Die Wohnungssuche-Tagebücher (2006)


Die Job-Tagebücher (2006)


Die Bimbeach-Tagebücher (2006, 2005)


Die Hagenberg-Tagebücher (2005)


Die zweiten Projekt-Tagebücher (2005, 2004)


Die Flo-Tagebücher (2004)


Die Projekt-Tagebücher (2004)


Die Studentenheim-Tagebücher (2004, 2003)

Ein paar Tagebucheinträge mussten leider auf Anfrage und/oder Drohung entfernt werden.

, ,

1 Comment

Die Uni-Tagebücher (3)

Linz, am 1. Dezember 2008

Geliebtes Tagebuch,

selbst auf Universitäten hat sich, zumindest offiziell, das generelle Rauchverbot für öffentliche Gebäuden durchgesetzt – ich bin sicher, erst nach jahrelangem Ringen mit schwer abhängigen, linkslinken Studentenvertretern.

Daher hat auch die JKU in Linz gewisse Reservate für Raucher eingerichtet. Diese Räumlichkeiten sollten wohl, so vermute ich, von der gesunden Außenwelt relativ abgeschottet sein, in der Praxis aber riecht man sie schon Dutzende Meter gegen den Wind, was diesen ganzen Nichtraucherschutz wohl etwas ad absurdum führt.

Mein Lieblings-Raucherschutzgebiet ist jener Glaskasten inmitten des Keplergebäudes, dessen Gestank man schon von weit draußen mitbekommt. Dort in dem relativ großen Areal befinden sich meist etwa vier bis sechs Personen, die Luft ist aber ungefähr so dick, durchsichtig und atembar wie Rigips. Nach zwei Sekunden ununterbrochenen Aufenthalts riecht man in etwa so wie nach einer Nacht in einer Zigarrenbar – Kleidung und Haare sollten sofort gewechselt werden.

Überhaupt aber scheinen sich die Studenten nicht sehr am Rauchverbot zu stören – es ist nicht unüblich, jemanden in bester Hauptschulmanier beim Rauchen am Klo zu erwischen.

Doch selbst als Nichtraucher, der einen weiten Bogen um alle Raucherreservate und Toiletten macht, bekommt man problemlos seine tägliche Dosis an Nikotin und Stink ab: Bei praktisch allen Vorlesungen sitzt man in vollgerammelten Hörsäälen in direkter Nähe zu einem Kettenraucher, dessen Ausdünstungen man dann stundenlang genüsslich inhalieren darf …

,

No Comments

Die Uni-Tagebücher (2)

Linz, am 6. November 2008

Liebes Tagebuch,

es ist nicht nur verteufelt schwer, auf der Universität einen bestimmten Raum zu finden , ist man erst mal dort, folgen schon die nächsten Schwierigkeiten.

Denn ein einem Kurs zugewiesener Raum hat auf einer Universität niemals die richtige Größe. Entweder man sitzt in einem riesigen Hörsaal, wo man gerade noch seinen nächsten Sitznachbarn am Horizont erspähen kann und der Vortragende fast ein Megafon braucht, damit er auch nur von den vorderen Reihen halbwegs verstanden werden kann. Oder der Raum ist so klein, dass nur ein Bruchteil der Studenten überhaupt hinein passt.

Es werden dann allerlei Sesselchen herangeschleppt, es wird zusammengerückt, es wird sich auf den Boden gesetzt und so mancher Student dreht gleich wieder frustriert um. Es dauert dann eine bestimmte Zeit bis jeder seinen Platz im winzigen Kämmerlein gefunden hat, kurz danach macht sich etwas anderes bemerkbar: Wenn sich so viele Menschen in einem so kleinen Raum befinden, breitet sich eher früher als später eine Duftwolke biblischen Ausmaßes aus.

Da zahllose Studenten bekanntlich neben ihrer Zeit auf der Universtität harte körperliche Arbeit als Bergarbeiter oder Schienenverleger annehmen müssen, um sich das teure Studium überhaupt leisten zu können, ist es nur verständlich, dass die meisten stinken wie ein Bauer auf dem Feld. Offenbar müssen sie sogar soviel schuften, dass sie im Laufe der letzten Woche gar keine Zeit zum Duschen oder Zähneputzen hatten und der letzte Waschtag fand sowieso schon eher im letzten Jahrtausend statt.

Und wenn man dann, mein geliebtes kleines Tagebuch, zwischen zwei solchen Schauergestalten eingeklemmt sitzt und sämtliche Geruchsknospen in der Nase gerade am Verwelken sind, wünscht man sich nichts mehr als eine frische Brise Herbstluft. Das geht natürlich allen so, darum werden nach etwa zehn Minuten Kurs alle Fenster so weit als möglich aufgerissen, was zur Folge hat, dass den Studenten in der Fensterreihe die Nippel von der Eiseskälte hart werden, und jene in der Türreihe hoffnungsvoll die Nase strecken, um ein Stückchen Frischluft zu ergattern – natürlich hoffnungslos, denn auf dem Weg von Fenster- zu Türreihe wurde die ehemals erfrischende Luft schon lange vom Duft der Bergarbeiter und Schienenverleger assimiliert.

Ich setze mich übrigens wann immer möglich in die Fensterreihe, denn stahlbetonharte Nippel und ein attraktiver Keuchhusten sind mir um Häuser lieber als der ekelhafte Geruch, den manche Mitstudenten absondern. Es ist wirklich abstoßend.

,

1 Comment

Die Uni-Tagebücher (1)

Linz, am 21. Oktober 2008

Liebes Tagebuch,

wie Du sicher schon weißt, mein geliebtes kleines Tagebuch, besuche ich nun als ordentlicher Student die Johannes-Kepler-Universität zu Linz, damit ich endlich mal einen objektiven Vergleich zwischen FH und Uni ziehen und all jene schier endlosen Diskussionen zu diesem Thema zu meinen Gusten entscheiden kann.

Bis jetzt scheint noch alles ganz gut zu laufen, wenn man von einigen Hürden absieht, die einen die Universitätsverwaltung in den Weg legt. Da wäre etwa die vertrackte Raumsituation, die durchaus etwas verwirrend sein kann – gestern lief es etwa so:

Laut langfristigem Plan findet der Kurs "HTML für PC-Anfänger" – übrigens ein Pflichtkurs für mich – im Hörsaal 23 statt. Einige Tage zuvor wurden meine Mitstudenten und ich jedoch per E-Mail darauf hingewiesen, dass der Hörsaal 23 bereits anderweitig besetzt wäre und der Kurs daher im Raum 34A2 abgehalten wird. Wenige Stunden vor Beginn trifft für all jene, die noch rechtzeitig nachgeschaut haben, eine zweite E-Mail ein, die über Malerarbeiten im Raum 34A2 informiert und "HTML für PC-Anfänger" in den Hörsaal 9 verlegt.

Mühsam fragte und suchte ich mich bis zu jenem Hörsaal durch, nur um dort über einen Zettel an der Tür zu erfahren, dass mein Kurs nun doch wieder im Raum 34A2 stattfindet, weil die Malerarbeiten früher als geplant abgeschlossen wurden und ein paar Farbdämpfe noch keinem geschadet hätten. Unverdrossen, wenn auch schon etwas erschöpft, marschierte ich also über den gesamten Campus, denn HS 9 und Raum 34A2 befinden sich natürlich an genau gegenüberliegenden Ecken des weitläufigen Geländes.

Noch auf dem Weg aber werde ich von Mitstudent W. telefonisch verständigt, dass in Raum 34A2 gar nichts los sei, er aber über den Twitter-Account des Vortragenden das Gerücht aufgeschnappt hätte, dass "HTML für PC-Anfänger" vermutlich in Seminarraum 145R abgehalten wird. Nach längerer Suche und einer ausführlichen Wanderung meinerseits stellte sich aber heraus, dass 145R ein winziges Versorgungskämmerchen der Hausmeisterei ist und darüber hinaus dort kein "HTML für PC-Anfänger" gelehrt wird, sondern "Spezielle Kapitel aus Einkommenssteuerrecht für mittelgroße Forstbetriebe".

Zu diesem Zeitpunkt gab ich müde und frustriert auf und ging ins LUI auf ein Bier zu studentenfreundlichen Preisen. Auch gut.

,

7 Comments