Spaß mit Strom (1)

Schon vor dem eigentlichen Umzug in die nigelnagelneue Wohnung hatten meine Gefährtin und ich (hauptsächlich ich, zugegeben) entschieden, dass wir unsere Bedürfnisse, die da vor allem Fernwärme und Elektrizität waren, nicht ausschließlich bei der Linz AG (die ja nicht gerade die billigsten sind) befriedigen werden. Bei Fernwärme hat man bekanntlich kaum die große Auswahl, daher hatten wir uns schnell für den Verbund als alternativen Stromlieferant entschieden, vor allem nachdem dieser uns von Bekannten und dem Kostenrechner der E-Control wärmstens ans Herz gelegt wurden.

Der Umstieg schien auch nicht besonders kompliziert zu sein, die Website des Verbunds hält Formulare für alle Eventualitäten bereit und dort würde man sich auch, so wurde uns oftmalig in ausgefeilten Texten versichert, um die Formalitäten, wie etwa die Abmeldung bei der Linz AG, kümmern. Ein-, zweimal habe ich mich noch telefonisch bei der Verbund-Hotline über das Fortkommen unseres Anliegens erkundigt, stets wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dass eh alles in Ordnung wäre.

War es auch noch, wie ich mich letzten Freitag in aller Herrgottsfrühe Richtung Arbeit aufmachte. Noch keine zehn Zeilen Code später rief mich ganz aufgeregt die Gefährtin an und vermeldete aufgebracht, dass plötzlich kein Strom mehr in der Wohnung wäre. Ich blieb unbeeindruckt und wies auf das Offensichtliche hin: Alle Schutzschalter okay? Waren sie, und nach kurzer Recherche wurde klar, dass des Problem auch kein genereller Stromausfall war, denn am Gang vor der Wohnungstür funktionierte das Licht wie gewohnt.

Ich hörte das nackte Entsetzen in der Stimme meiner Gefährtin, blieb aber ruhig und bat sie, ebensolches zu tun und in aller Gemütlichkeit beim Verbund bzw. bei der Linz AG anzurufen und dort nach dem Verbleib unserer Elektrizität zu forschen. Eine knappe Stunde später meldete sie sich wieder bei mir (ich saß selbstredend noch immer fleißig an meinem Schreibtisch) und schilderte mir eine wilde Fahrt durch verschiedene Hotlines (wo vor allem extreme Unfreundlich- und Hilflosigkeit an der Hotline der Linz AG auffiel – "Jetzt schaun’S bitte sofort nochmal, ob eh wirklich kein Strom da is!!" – und im krassen Gegenteil dazu die netten Damen beim Verbund, die aber auch herzlich wenig ausrichten konnten), die jedoch alle nichts bewirkt hatten, denn mittlerweile neigte sich der Akku ihres Handys dem Ende zu und von Strom zum Aufladen desselben war weit und breit keine Spur …

Spaß mit Gas (2)

Eines gleich vorweg: Diese Fortsetzung meines letzten Eintrags kommt, wider Erwarten, zu einem schnellen und abrupten Ende.

Die Geschichte endete mit meinem vor Erstaunen vor soviel Unverfrorenheit offenem Mund, als ich den Brief von Allgas mit meiner im Nachhinein veränderten Rechnung sah – unverfroren einerseits deshalb, weil tatsächlich erneut knapp 200 Euro für eine Reparatur fällig sein sollten, die schon mehrmals durchgeführt und bezahlt wurde. Andererseits deshalb, weil der betrügerische Techniker Becker die Rechnung nach meiner Unterschrift und ohne mein Beisein nach Belieben erweiterte und veränderte.

Am nächsten Tag telefonierte ich mit der Hausverwaltung, die mir nach meiner Schilderung sofort zusicherte, sich um das Problem zu kümmern. Nach einer abenteuerlichen Übergabe der verschiedenen Rechnungen hatte ich die Problematik für mich abgehackt – sollten sich doch andere darum kümmern. Denkste: Nach zwei Tagen rief mich die Dame der Hausverwaltung an und sagte mir nur knapp, dass Sie mir die Rechnungen zurückgeben werde, weil sie nichts machen könne. Ich solle mich bitte mit Allgas in Verbindung setzen und die Causa klären.

Na toll. Mit dem festen Vorsatz, nicht auch nur einen müden Cent zu bezahlen, überlegte ich meiner weitere Vorgehensweise. Einem bösen Anruf billigte ich nicht viele Erfolgschancen zu, es musste gleich eine handfeste Beschwerde her, die auch vor Gericht nützlich sein würde – denn ich war bereit, so weit zu gehen. Bevor ich aber einen eingeschriebenen Brief abschickte, schrieb ich Allgas dann doch noch eine ausführliche, sehr erzürnte E-Mail mit der energischen Forderung, die Sachlage umgehend zu meiner Zufriedenheit zu klären. Ich rechnte aber nicht damit rechnete, auch nur einen müden Mucks als Reaktion darauf zu erhalten.

Offensichtlich hat es aber geholfen, dass ich protzend mein bösestes und formalstes Deutsch ausgepackt und ganz subtil mit meinem akademischen Titel unterzeichnet hatte – denn heute fand ich zu meiner enormen Überraschung ein zweiseitiges Schreiben in bestem Beamtendeutsch von Allgas im Briefkasten: Darin wurde zuerst mal festgestellt, dass technisch gesehen die mehrmaligen Reparaturen sowie deren Verrechnungen durchaus gerechtfertigt waren, weil angeblich jedes Mal ein anderer Defekt behoben wurde. Dann entschuldigte man sich für das Verhalten von Herrn Becker und versicherte, dass ein solches Verhalten nicht toleriert werden würde und auf keinen Fall üblich wäre. Und im letzten Satz, den ich fast übersehen hätte, weil ich den Brief schon frustriert über soviel Blabla weg legen wollte, stand dann noch “[...] haben wir den Betrag von XXX Euro ausgebucht, in der Hoffnung, die Lage so in Ihrem und unseren Sinne lösen zu können.”

Oha – Überraschung! Sehr erfreut schmolz mein Zorn über Allgas in Sekundenbruchteilen dahin. Ich bin wirklich überaus froh, dass sich der Fall so zufriedenstellen und schnell aufgelöst hat, denn ich hatte tatsächlich schon mit langem Hin und Her und einigen Streitereien gerechnet.

Der Vollständigkeit halber muss übrigens noch erwähnt werden, dass sich die Allgas-Volkmann KG noch einige andere Feinde gemacht hat, wie man schnell in einschlägigen Foren nachlesen kann …

Spaß mit Gas

Ich zähle die Tage (noch etwa 40 sind es) bis ich der WG und all ihren verrückten, asozialen, dreckigen, rücksichtslosen, unerwachsenen Bewohnern (natürlich gibt es Ausnahmen) endlich den Rücken kehren kann. Schön zum Abschluss gibts jetzt aber noch massive Troubles mit der Gastherme. Also:

Anfang November ist uns eingefallen, dass wir laut Mietvertrag die Gastherme warten lassen müssen – eine Telefonnummer, nämlich die der Allgas-Volkmann KG (der geneigte Leser erkennt meinen enorm hohen Zornesgrad, wenn ich entgegen meiner üblichen Beiträge einen richtigen Namen erwähne), klebte bereits auf der Gastherme, darum hab ich die ohne lange zu fackeln dort angerufen. Zwar mussten wir ein paar Wochen warten, aber Anfang Dezember kam dann tatsächlich ein Techniker, der in etwa eineinhalb Stunden das Ungetüm im Abstellkammerl wartete und etwa 120 Euro dafür verlangte, die wir auch brav bezahlten.

Ende Jänner fiel uns aber dann auf, dass aus der Gastherme in unregelmäßigen Abständen kaltes, rostiges Wasser tropfte. Fluchend kommunizierten wir erneut mit Allgas, die uns einen anderen Techniker, nämlich einen gewissen Herrn Becker, schickte, der nach kurzer Zeit und angeblicher Reparatur die Gastherme wieder verließ und knapp 50 Euro für den Spaß verlangte. Es blieb uns aber nicht lange verborgen, dass erneut eine Lacke Wasser am Boden unter der Gastherme ihr kümmerlich-rostiges Dasein fristete.

Diesmal wandten wir uns nicht an Allgas, sondern direkt an die Hausverwaltung, die uns einen Hausmeister schickten, der, sobald er die Gastherme sah, schockiert die Hände über dem Kopf zusammen schlug, Zeter und Mordio schrie und eine total verpfuschte Wartung diagnostizierte. Prompt organisierte er auch gleich für den selben Abend einen Allgas-Techniker, der gefälligst den angerichteten Schaden beheben sollte – auf Garantie natürlich. Und tatsächlich trudelte erneut der gute Herr Becker ein, der diesmal zwei Stunden brauchte, um den Fehler zu beheben. Als es darum ging, dass wir seine Anwesenheit bezahlen sollten, bestand ich darauf, dass er sich das mit der Hausverwaltung ausmachen sollte (zwecks Garantie und so, überhaupt fällt eine Reparatur im Gegensatz zur Wartung dem Hausbesitzer zu). Er meinte auch sofort, dass dies kein Problem sei, ich solle ihm nur bitte seine Anwesenheit bestätigen.

Hier beging ich einen möglicherweise fatalen Fehler: Denn ich naives, gutgläubiges Kerlchen dachte mir nichts Schlimmes dabei, wie Becker den üblichen “Lieferschein” hervor zog, dick die Worte “die Auftragsdurchführung wird bestätigt” unterstrich und mich bat, darunter zu unterschreiben – ansonsten blieb der Zettel unausgefüllt und leer.

Und man stelle sich heute meine Überraschung vor, als ich einen Umschlag von Allgas im Postkasten fand, in dem neben einem Zahlschein über knapp 200 Euro auch der exakt selbe “Lieferschein” steckte, unter den ich damals meine Unterschrift gesetzt hatte – nur war er diesmal vollständig aufgefüllt und ging schier über vor lauter Notizen und Rechnungspositionen …

Morgen muss ich wohl oder übel einige Telefonate führen – hoffentlich hält meine unbändige Wut bis dahin an. Dass den Rest der WG die Problematik offensichtlich eiskalt lässt und sich, wie üblich, einen Dreck drum kümmert, macht die Sache übrigens auch nicht unbedingt besser.

Meine Sonntagsüberraschung

Gestern Abend hat uns der erneut arbeitslose Ex-Zivi und Mitbewohner J. überraschend eröffnet, dass er innerhalb der nächsten Wochen ausziehen wird, weil er bis mindestens April am Arlberg arbeiten wird. Das kam für uns alle sehr überraschend und hätte den ausufernden Streit zwischen J. und mir eine Woche vorher ziemlich überflüssig gemacht (mittlerweile vertragen wir uns aber eh wieder brav).

Als vorübergehender Nachmieter (denn es gibt natürlich drei Monate Kündigungsfrist) tritt ein gewisser 17-jähriger Schüler ans Licht, der noch nie auch nur einen Tag weg von Mami verbracht hat (zumindest bildlich gesprochen). Ich bin also sehr gespannt, was sich im Bezug auf Sauberkeit bzw. Dreck ergeben wird und wie ich mit diesem Bübchen auskommen werde. Der geneigte Leser kann getrost annehmen, dass ich ihn hierbei auf dem Laufenden halten werde.

Überhaupt sind damit wohl endgültig die letzten Monate der WG angebrochen, denn meine hübsche Gefährtin und ich sind auf dem Sprung in ein eigenes (maßlos überteuertes) Domizil. Die Preise (sei es nun zur Miete oder als Eigentum) sind in den letzten Jahren in vollkommen übertriebene Gefilde vorgestoßen, derer man sich aber leider ergeben muss, wenn man halbwegs in Zentrumsnähe in einer halbwegs schönen Wohnung residieren will.