Meine Review: Dell XPS 13

tl;dr

Ich hab mir ein neues, recht teures Notebook gekauft. Drei Tage nach Erhalt weiß ich noch immer nicht, ob ich es nicht doch wieder zurückgebe, auch wenn es im Großen und Ganzen ein hervorragendes Gerät ist.

Warum ein Dell XPS 13?

Seit gefühlt mehreren Jahren will ich  mir ein Notebook [1]Und dass, obwohl ich eigentlich seit Jahren ausschließlich auf die Performance von selbst gebauten Desktops schwöre. als Desktop-Ersatz zulegen. In den letzten Jahren hat sich mein Nutzerprofil stark geändert – ich spiele kaum mehr am PC – und die Portabilität und der Couch-Faktor eines Notebooks wurden immer attraktiver für mich.

Dell XPS 13 SymbolfotoMeine Entscheidung fiel auf das Dell XPS 13 (2015 Edition, Modellnummer 9343), weil

  • ich schon gute Erfahrungen mit Dell gemacht habe
  • es eines der ersten lieferbaren Notebooks ist, das bereits den nigelneuen Broadwell-Chipsatz von Intel einsetzt
  • es in allen CES Reviews sehr gut weg gekommen ist

Im Europa-Shop von Dell waren zum Zeitpunkt meiner Bestellung blöderweise nur die teuren High-End-Versionen des Notebooks bestellbar. Anders in den USA, dort werden auch viel günstigere Varianten angeboten – aus meiner Sicht wären aber gerade diese die großen Kosten-Nutzen-Sieger.

Gekauft habe ich schließlich das Modell mit i7-Prozessor, 8 GB RAM, 256 GB SSD und 3200×1800 13,3 Zoll Display-Monitor. Das traurige daran ist nur der Kostenpunkt: Knackige 1.600 Euro inklusive Garantieverlängerung auf 3 Jahre und Vor-Ort-Reparatur kostet das Teil.

Die guten Sachen

Dell XPS 13, zum Größenvergleich neben einem iPad Air 2.Wer alle Details und Hardfacts zum Notebook lesen möchte, dem seien die zahllosen Profi-Reviews ans Herz gelegt. Ich erwähne im Folgenden explizit nur jene Punkte, die mir besonders nennenswert scheinen. Der Gesamteindruck des Notebooks ist aber – hier deckt sich meine Meinung mit den meisten Reviews – an sich sehr gut.

  • Es sieht verdammt gut aus und kann sich in Look & Feel definitiv mit Apple-Hardware messen. Es ist klein, dünn und leicht – ich habe es im Foto oben zum Größenvergleich neben ein iPad Air 2 gelegt – und perfekt zum Mitnehmen und -tragen.
  • Die Verarbeitung ist hervorragend. Alles ist stabil, nichts knarzt und fühlt sich sehr wertig an. Außen ist rundherum Aluminium, innen schwarzes Karbon, das sich sehr gut anfühlt. Auch hier muss man sich sicher nicht vor Apple-Hardware verstecken.
  • Das Display ist spitze. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal des Notebooks ist ja der besonders dünne Displayrahmen – und der ist wirklich sehr cool. Leider sieht man es auf meinem Foto nicht so, aber die Darstellung der Farben ist hervorragend, und die extrem hohe Auflösung des Displays sowieso. Leider spiegelt es, aber das ist ja bei allen Touch-Displays so.
  • Es ist flott. Außer bei CPU-lastigen Aufgaben in Visual Studio merke ich keinen Unterschied zu meinem erheblich besser ausgestatteten Desktop. Windows 8.1 bootet so schnell, dass ich es nicht geschafft habe ins F8-Boot-Menü zu kommen ;-)

Die schlechten Sachen

Der geneigte Leser möge selbst entscheiden, ob die folgenden Punkte schlimm genug sind, um den hervorragenden Gesamteindruck so zu vermiesen, dass eine Rückgabe gerechtfertigt ist.

  • Mein Hauptproblem: Unter Last wird der Lüfter unangenehm laut. Bei normaler Arbeit (etwa beim Tippen dieser Review) ist das Notebook komplett geräuschlos, wird aber die CPU mehr ausgelastet (etwa beim Start von Visual Studio) dann schaltet sich vorübergehend der Lüfter ein. Und der ist, zumindest in seiner höchsten Drehstufe, unschön laut. Beschneide ich künstlich die Leistung der CPU [2]Vor allem das Deaktivieren des automatischen Übertaktens, Intel nennt das Turbo-Boost scheint sich positiv auf die Kühlung auszuwirken, dann bleibt das Notebook zwar lautlos, ist aber auch spürbar langsamer. Ich hoffe, dass ich mit etwas Experimentieren noch einen guten Kompromiss zwischen Leistung und Lautstärke finden kann.
  • Genau in dem Winkel, auf den ich auf die Tastatur blicke, leuchtet die F9-Taste erheblich heller als alle anderen [3]Genauer gesagt leuchtet es besonders hell aus dem Schlitz zwischen den Tasten hervor.. Hat man es einmal gesehen, kann man es nicht mehr nicht sehen – es macht mich verrückt ;-)
  • Noch fehlen ein paar Treiber für die aktuelle Vorschau-Version von Windows 10. Das betrifft vor allem die Grafikkarte und zwingt mich deshalb, derzeit noch auf Windows 8.1 kleben zu bleiben. Aber das dürfte ja nur eine vorübergehende Einschränkung sein.

Fazit

Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob mir das Problem mit der Lüfter-Lautstärke nervig genug erscheint, um für mich eine Rückgabe zu rechtfertigen. Einerseits fehlen mir sowieso die Alternativen [4]Mir kommt als Alternative nur das noch teurere Lenovo Carbon X1 in den Sinn., andererseits möchte ich nicht heftige 1.600 Euro ausgeben, um dann stets leicht unzufrieden zu sein.

Ich werde die nächsten paar Tage noch fleißig testen. Der geneigte Leser möge versichert sein, dass ich meine finale Entscheidung an dieser Stelle kurz nachreichen werde.


 

Update, 1 Woche später

Nach ewigem Hin und Her und nach einigem Feedback von Kennern habe ich mich schlussendlich dafür entschieden, das Gerät zu behalten – es ist einfach zu schön und klein ;-)

Ich habe viel mit den Prozessor- und Stromspar-Einstellungen experimentiert. Es gibt einerseits ein offizielles Tool von Dell, mit dem man verschiedene Lautstärke-Profile wählen kann – und in der “Leise”-Einstellung läuft der Lüfter insgesamt zwar mehr, aber nur in der langsamsten und damit leisesten Stufe. Das macht die Lautstärke erheblich erträglicher.

Außerdem habe ich andererseits entdeckt, dass der Lüfter fast ausschließlich nur dann läuft, wenn sich der Prozessor übertaktet, nämlich über den bereits erwähnten “Turbo-Boost” von Intel. Und den kann man bequem über die Einstellungen von Windows deaktivieren, indem man die maximal erlaubte Prozessor-Geschwindigkeit auf 99 % (statt wie üblich 100 %) beschränkt. Das ist in der Geschwindigkeit kaum spürbar, hält das Notebook aber fast die gesamte Zeit absolut lautlos. Fast perfekt.

Mit diesen Tricks konnte ich meinen Hauptkritikpunkt am Dell XPS 13 – nämlich die Lautstärke des Lüfters – ganz brauchbar aus dem Weg räumen. Und endlich die vielen Vorteile dieses hervorragenden Geräts genießen und meinen alten Desktop ausmustern,

 

   [ + ]

1. Und dass, obwohl ich eigentlich seit Jahren ausschließlich auf die Performance von selbst gebauten Desktops schwöre.
2. Vor allem das Deaktivieren des automatischen Übertaktens, Intel nennt das Turbo-Boost scheint sich positiv auf die Kühlung auszuwirken
3. Genauer gesagt leuchtet es besonders hell aus dem Schlitz zwischen den Tasten hervor.
4. Mir kommt als Alternative nur das noch teurere Lenovo Carbon X1 in den Sinn.

Österreich und seine grün blinkende Ampeln

AmpelWartend an einer Fußgängerampel wurde ich für einen neuen Beitrag inspiriert. Umgehend suchte ich meinen PC auf und begann hoch motiviert, über die grün blinkenden Ampeln in Österreich schreiben. Schließlich kenne ich dies nur von uns und fand schon immer seltsam, dass es das allein bei uns gibt.

Ich wollte darüber schreiben, dass es sich hierbei garantiert um ein typisch österreichisches Phänomen handelt. Um eine sichtbare Manifestation einmalig österreichischer Charakteristika. Um eine Ausprägung des bei uns so heimischen Ich-Will-Mich-Nicht-Festlegens, des Kompromisse-Machens-Mit-Denen-Am-Ende-Doch-Niemand-Zufrieden-Ist. Ich wollte launige Vergleiche ziehen, etwa mit der speziellen österreichischen Regelung beim Nichtraucherschutz und all den anderen Dingen, die es nur bei uns gibt und die weder Fisch noch Fleisch sind.

Ich wollte eine heitere Erzählung spinnen, dass es sich hierbei wohl um den ersten Streitpunkt der ersten großen Koalition handelte, die anno dazumal festlegen musste, wie lang eine typische Ampel-Grün-Phase zu dauern habe. Und die dann, auf Druck von  Wirtschaftskammer und eines Landeshauptmanns, der kurz vor der nächsten Wahl stand und noch dringend irgendetwas brauchte, um als großer Macher in die Medien zu kommen, einen seltsamen Kompromiss eingeführt hat. Obwohl schon damals allen klar war, dass mit diesem Nicht-Mehr-Ganz-Grün-Nämlich-Schon-Ein-Bisschen-Gelb-Aber-Eh-Noch-Kein-Rot-Dafür-Bald die Verkehrssicherheit sinkt [1]In Österreich gibt es mehr Auffahrunfälle an Kreuzungen als in Ländern ohne Grün-Blink-Phase. Weil die Einen geben dann noch Gas, während die Anderen schon bremsen.. Alles typisch österreichisch halt.

Und dann musste ich bei der Recherche für diesen Eintrag, der in meinem Kopf schon fertig und ausnehmend köstlich war, lesen, dass auch in China, Israel, Kroatien, Litauen, Lettland, Mexiko Polen, Russland, Slowenien und der Türkei die Ampeln grün blinken. Verdammt.

   [ + ]

1. In Österreich gibt es mehr Auffahrunfälle an Kreuzungen als in Ländern ohne Grün-Blink-Phase. Weil die Einen geben dann noch Gas, während die Anderen schon bremsen.

Baby Insights (2) – Warum Eltern ihr Baby ungern abgeben

Nach der ebenso einfachen wie einleuchtenden Erklärung, warum Eltern ihr Baby lieben, folgt hiermit stante pede eine weitere wertvolle Erkenntnis, geboren aus meinem harten Dienst an der Babyfront:

Es soll bei Eltern manchmal vorkommen, dass sie ihr Baby eher ungern an jemand anders abgeben. Auch wenn es nur die sanftmütige Großtante für die nächsten zehn Minuten ist, die ihre Lippen an alle frei liegenden Körperstellen des kleinen Gevatters pressen möchte. Diese Abneigung ist mal stärker, mal schwächer ausgeprägt, oft unterdrückt, aber trotzdem fast überall vorhanden.

Das liegt aber mitnichten daran, dass die armen ausgelaugten Eltern nicht heilfroh wären, wenn sich mal jemand Dritter um den anstrengenden Wonneproppen kümmern würde, auch wenn es nur für die nächsten zehn Minuten ist. Eher ganz im Gegenteil, mit wenig kann man den armen Menschen mehr Freude bereiten. Auch möchte man den wohlmeinenden Verwandten und Bekannten keineswegs den kleinen Kollegen vorenthalten. Und irgendwelche übertriebenen Beschützerinstinkte liegen auch so gut wie nie vor. Woher also diese Abneigung?

Nun darf man nicht außer Acht lassen, dass die Eltern eines Babys Tag und Nacht nur ein Ziel haben: Den Nachwuchs dergestalt zufrieden zu stellen, dass er nicht lautstark seinen Unmut zum Ausdruck bringt. Diesem Ziel ist alles andere untergeordnet, sei es nun der Schlaf oder andere dringende Bedürfnisse des eigenen Körpers. Die Eltern arbeiten hart und unermüdlich, um das Baby zufrieden (und damit leise) zu halten. Natürlich nicht um der oberflächlichen Lautstärke willen, sondern aus dieser seltsamen Zuneigung zu diesem Investment.

Eltern sind zufrieden, wenn das Investment Baby glücklich ist. Und das Baby ist aus Prinzip fast nie zufrieden, wenn es zwischen diesem unbekannten Hinz und dieser fremden Kunz herumgereicht und auf das Brutalste Wohlmeinendste abgeknuddelt wird. Spätestens bei der dritten Übergabe sinkt spürbar die Toleranzgrenze des dergestalt Herumgegebenen.

Was passiert also, wenn die armen Eltern, die mit viel Mühsal und Geduld ihr Baby in einen zufriedenen (und ruhigen) Zustand gebracht haben, dasselbige an Fremde abgeben? Das Resultat ist bloß, dass sie den Nachwuchs gefühlte 25 Sekunden später wieder zurückbekommen, diesmal allerdings in einer höchst unzufriedenen und lauten Verfassung. Und das hehre, alles überstrahlende Ziel – siehe oben – plötzlich wieder in weite Ferne gerückt ist. Durchaus nachvollziehbar also, dass man das verhindern möchte, oder?

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