Danke, Mastercard

Der gute Daniel hat mich gebeten, diese seine Erlebnisse im entfernten Ausland zu veröffentlichen. Mich als Mastercard-Besitzer schmerzt es zwar, aber die Wahrheit muss ans Licht kommen …

Da will man endlich dazu gehören und ordert sich für den Urlaub eine Mastercard. Und was ist los? Nichts geht damit! Aber in Ruhe und der Reihe nach (alles spielte sich innerhalb von 24h ab):

Kualar Lumpur, Malaysien. Ich vor dem Bird-Garten und will rein. Natürlich den letzten Ringit schon beim Schmetterlingspark rausgeworfen und will mit Mastercard zahlen. Nichts zu machen – keine Kreditkarten. Danke, Mastercard.

Nun gut. Ich wieder zurück in die Stadt und ab gehts zum nächsten ATM. Endlich Bargeld und rauf auf den Aussichtsturm. Kostet eh kaum was, aber sie haben ja Gutscheine verteilt damit man, wenn man mit Kreditkarte zahlt, billiger reinkommt. Nun gut, ich hin und – obwohl Bargeldbesitzer – lege stolz meine Mastercard auf den Tisch. Welch Lacher. Der Gutschein gilt nur für Visa. Danke, Mastercard.

Also nichts wie raus aus diesem Mastercard-feindlichem Land und auf zum Flughafen. Mittlerweile ist es 4 Uhr morgens und ich im Wartebereich noch schnell zu Starbucks (dem Original). Natürlich am Ende der Reise wieder kein Bargeld. Sie akzeptieren, Gott sei Dank, alle Kredikarten, sagen sie. Juhu. Sie richten mein Getränk her und ich (einziger Kunde weit und breit) zücke meine Mastercard. Rein in die Maschine und …. Ausfall. Jetzt erinnert sich der freundliche Mitarbeiter, dass das öfters vorkommt morgens und ich leider nicht zahlen kann. Nun gut, eben kein Kaffee nach einer durchgemachten Nacht. Danke, Mastercard.

(Glücklicherweise hatte diese Geschichte hat aber ein Happy-End, denn der malayische Mitarbeiter hat mein enttäuschtes Gesicht gesehen und mir dann den schon bereiteten Kaffee gratis überlassen. Welch nette Geste in einer so Mastercard-feindlichen Welt).

Moral von der Geschichte: Das nächste mal mit Visa.

Futurama resurrection

Unglaublich. Nachdem wir uns endlich nach Jahren des Leidens mit dem Ende von Futurama (zweifellos der beste Cartoon aller Zeiten) abgefunden haben, lässt Billy West (Stimme von Fry, Farnsworth, Brannigan, Zoidberg, ua.) in seinem offiziellen Forum mit einer genialen Meldung aufhorchen. Gerüchteweise werden noch dieses Jahr vier neue Futurama Filme direkt auf DVD veröffentlicht:

HERE’S GREAT NEWS!
Here’s the official word on Futurama!!
David X. phoned me about an hour ago and said that this Futurama project
is a done deal! Here’s the word from DX—
There are 4 DVD movies that we’ll start recording at the end of July or
August.Full feature length FUTURAMA movies.
Everybody is excited to get back together–as I am!

Into the Future,
Billy

Noch ist nichts offiziell von FOX bestätigt, aber es wird auch (im Gegensatz zu sonst) nichts verneint. Die Hoffnung lebt also wieder! Weeeeh!!

Goodbye, Ginder!

Mit großer Sorge (Zitat Ende) haben wir festgestellt, dass der ÖH-Linz-Vorsitzende Marco Ginder heute Morgen seinen Rücktritt verkündet hat. Anlass genug, um die Verdienste des großen Vorsitzenden an dieser Stelle nochmals Revue passieren zu lassen.

Zu den herausragenden Leistungen seiner langen Laufbahn zählen sicherlich die Einführung des „ÖH-Weckerls“, die Einfrierung der Chat-Preise sowie, last but not least, das wegweisende Wahlschnitzel inkl. Bier. Bei all diesem Tatendrang kann es schon mal passieren, dass man ganz darauf vergisst, seinen Schäfchen mitzuteilen, dass man zu einem Schadenersatz von mehreren Tausend Euro verurteilt wurde. Wo gehobelt wird, da fallen Spänne – und so wäre es mehr als ungerecht diesen Umstand dem großen Vorsitzenden vorzuhalten.

Dieser gab sich meist staatstragend. Eines seiner Vorbilder muss ohne jeden Zweifel der legendäre Konrad Adenauer gewesen sein. „Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern“ dürfte der Leitspruch seines Schaffens gewesen sein und so thematisierte er Vorhaben nicht mehr, sobald er merkte, dass diese unrealisierbar waren. Ein unverwechselbares Zeichen von Charisma, denn beispielsweise die Einführung eines Zwangssemestertickets dürfte wirklich dummes Geschwätz gewesen sein.

Zeitweilen, und dies ist eine Facette seiner wenigen Schwächen, litt der große Vorsitzende jedoch unter dem Messias-Syndrom. Als er beispielsweise im November 2005 verkündete, dass die „ÖH Forderungen an die Universitätsleitung erfüllt“ seien, ließ er sich zu folgender Aussage hinreißen: „Was viele vor einiger Zeit als Wunsch an das Christkind gesehen haben, hat sich heute verwirklicht“. Wünsche an das Christkind können bekanntlich nur vom Christkind erfüllt werden, und da es zweifelsohne der große Vorsitzende war, der die besagten Wünsche an das Christkind erfüllte (z.B. Einfrierung der Chat-Preise), suggerierte er uns damit in einer subtilen Art und Weise, dass es sich beim Christkind um eine Art Personalunion mit ihm selber handeln könnte.

Zwei seiner zentralen Eigenschaften waren Mut und Abenteuerlust. So unternahm er zahlreiche Expeditionen in den 2. Stock des Bankengebäudes und hielt seine Erfahrungen dabei immer in eindrucksvoller Art und Weise fest. „Ein eiskalter Wind zieht durch die Gänge der Universität Linz. Speziell im 2. Stock des Bankengebäudes fröstelt es, ganz besonders wenn der Vorsitzende der Hochschülerschaft dort auftaucht. Aber so kalt kann es gar nicht sein, denn er hat eine dicke Weste“ notierte er beispielsweise am 14. März 2005 in sein Expeditionstagebuch.

Wir wünschen dem großen Vorsitzenden auf diesem Wege jedoch alles Gute für seine Zukunft und würden uns freuen, wenn er, ganz im Gerhard Schröderschen Stile, Aufsichtsratvorsitzender der noch zu gründenden „Semesterticket AG“ wird.

Kulturoffensive

Nach diversen Winter- und Sommeroffensiven von des guten Johannes‘ Seite folgt nun eine solche von meiner.

Nachdem der Zwiebelfisch und ich verzweifelt versuchen, die sprachliche Kompetenz zu steigern und der Ghostwriter mindestens so verzweifelt probiert, so etwas wie politisches Interesse in die MTV-gestörten Hirne der geneigten Leser und der bezaubernden Leserinnen zu bringen, folgt nun die nächste Großoffensive – diesmal kultureller Art.

Der Ghostwriter und ich laden herzlich zu einer Kulturreise allererster Güte ein. Nein, es geht ausnahmsweise nicht nach Saint Jones, sondern ins (hoffentlich bald wieder) sonnige Griechenland, genauer gesagt ins wunderbare Kreta (mit verklärtem Blick erinnere ich mich gern an meine Maturareise dorthin). Stattfinden wird das Ereignis des Jahres Ende Mai. Als kulturellen Höhepunkt konnten wir einen der berühmtesten Söhne Österreichs gewinnen, der von einer eigenen Band begleitet wird. Kosten tut das mit allem Drumherum, und das ist der wahre Hit, knappe tausend Euro – ein perfektes Schnäppchen wenn der kulturebeflissene Reisende bedenkt, was alles inkludiert ist.

Wer nun neugierig geworden ist, oder gar am kulturell wertvollsten Event des Jahres teilnehmen möchte, dem sei der offizielle Folder sehr ans Herz gelegt.

Neue Lage: 9 Tage

Es verbleiben nur mehr neun Arbeitstage bis zum Ende meines Praktikums – ein Grund zur Freude. Zwar werde ich auch danach noch bei eworx entwickeln, aber nur mehr zwei Tage die Woche (und nicht mehr Vollzeit so wie jetzt).

Natürlich wird die dadurch entstehende zusätzliche Freizeit (ich hoffe, es bleibt welche über neben Teilzeitarbeit – eworx und andere Projekte – und Diplomarbeit) mit Sehnsucht erwartet und meinen Lebensstil umstellen – so zumindest die Hoffnung.

  1. Mehr Zeit für meine SO, die ich viel zu selten sehe (und die sich schon mit Zaunpfahlwinken darüber beklagt und zu allem Überfluss auch noch recht hat damit).
  2. Schlafzeiten zurückstellen (an den Tagen, an denen ich daheim bin) auf Hagenberg Standard, nämlich nach Mitternacht ins Bett und um Mittag herum aufstehen.
  3. Mehr Gamen – sobald The Elder Scrolls 4: Oblivion (der Nachfolger jenes Spiels, dass mir mehr Lebenszeit entrissen hat als jedes andere) feilgeboten wird, werde ich mir wohl eine XBox 360 zulegen. Außerdem habe ich nach ein paar genialen Spiele-Neuerwerbungen mein Handy als ultimative Gamingplattform entdeckt.

Ein positiver Nebeneffekt des bald endenden Praktikums ist übrigens meine damit ermöglichte Flucht aus der Kältehölle Oberes Mühlviertel. Wer den Film ‚The day after tomorrow‘ kennt, weiß wie es dort zur Zeit zugeht.

Kunst

„Mit großer Sorge“ (Zitat Dr. Thomas K.) musste das österreichische Volk vor knapp drei Jahren mitansehen, wie die Saliera aus demKunsthistorischen Museum in Wien verschwand. Wie schon Grillparzer wusste – unverhofft kommt oft – tauchte sie jetzt völlig überraschend in einem niederösterreichischen Wald wieder auf. Vergraben von einem Möchtegern Thomas Crown, leicht beschädigt wegen unsachgemäßer Behandlung. Selbstverständlich müssen dem Dieb sämtliche Strafen erlassen werden, war er doch betrunken und hat er das unbezahlbare Kunstwerk doch auch nur ein bisschen zerkratzt …

Grund zu überschwänglicher Freude sollte man meinen, wäre da nicht jenes nationale Waterloo, welches sich durch den Rückgabeentschluss des Schiedsgerichtes zu den Klimt-Bilder manifestierte. Österreich ohne Klimt, das wäre ja wie die Schweiz ohne Matterhorn, London ohne Towerbridge oder Ursula Haubner ohne Jörg Haider.

Was liegt da näher als das derartig malträtierte österreichische Nationalbewusstsein, noch dazu im Wahljahr 2006, durch den Rückkauf der Klimt-Werke wieder herzustellen? Einziges Problem hierbei: Die leidige Kohle. Das fiel selbst unserer verehrten Frau Bundesministerin für Unterricht und Kunst, Liesl Gehrer, auf. „Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld?“ wurde die Ministerin im Staatsfunk Ö3 zitiert. Saxxens Blog (R) sowie der Ghostwriter geben an dieser Stelle der österreichischen Bundesregierung Hilfestellung, wie die kolportierten 220 Mio. Euro aufgetrieben werden können:

  • Börsegang der Post: Durch die gleichzeitige Zweckwidmung des Privatisierungserlöses zu Gunsten des Rückkaufs der Klimt-Bilder könnte man so jeden Privatisierungsgegner als Kunstbanausen brandmarken und so das Projekt auf jeden Fall durchpeitschen.
  • Rasen für den guten Zweck: 160 künftig nicht nur als Tempolimit auf allen österreichischen Autobahnen, sondern auch als grundsätzlich vorgeschriebeneFahrgeschwindigkeit, um so, wie unser Bundesminister fürInfrastruktur, Hubsi Gorbach, versichert, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. All jene Sonntagsfahrer, die glauben, sie müssten mit schlappen 140 Sachen den Verkehr aufhalten und so die Verkehrssicherheit gefährden, müssen gnadenlos abkassiert werden. Natürlich zweckgebunden, zum Ankauf der Klimt-Werke.
  • Versteigerung der ausgemusterten Saab Draken bei ebay: Um den Erlös zu maximieren könnte der zuständige Minister Hubsi Gorbach Kraft seines Amtes ein Zertifikat ausstellen, welches bescheinigt, dass sämtliche Draken 1987 vom Papst, formerly known as Kardinal Ratzinger, angekauft wurden. Der Pontifex Maximus könnte unmöglich gegen dieses „gefuchste“ Vorgehen der Republik protestieren, kommen die Erlöse doch dem Rückkauf der Klimt-Bilder zugute.
  • Keine neuen zweisprachigen Ortstafeln für die betroffenen elf Kärntner Gemeinden: Durch die so erzielten Einsparungen von rund 50 Mio. Euro (Quelle: Kärntner Landesregierung) könnte immerhin schon fast ein Viertel des Kaufpreises finanziert werden.

So, geneigter Leser und bezaubernde Leserin, nun bist du gefragt. Bitte zerbrich dir Kopf und überlege, wie wir Adele Bloch-Bauer, die Häuser in Unterach am Attersee und Co im Lande behalten können. Sachdienliche Hinweise bitte an Liesl Gehrer ([email protected]) richten.

Gestern Abend

 

Gestern nahm ein höchst angenehmer Abend im Saxx-Manor seinen Anfang. Ab ca. 21 Uhr begann eine erlesene Runde (namentlich die Herren XXXXXXX, XXXXXXXXX, XXXXXXXX und XXXXXXXXXX, sowie die ältere der beiden XXXXXXXX Prinzessinnen) mit dem Kartenspiele Grea Bua. Im Zuge dieser Betätigung wurden schnell zwei Dinge offenbar:

1. Die dicksten Bauern lassen die dümmsten Meldungen. Vor allem wenn sie sich letzte Woche, gegen meine ausdrückliche Empfehlung und trotz meines verzweifelten Flehens, ihr traumhaft lockig-blondes Haar schneiden ließen und Cola-Rum mit von der Partie ist.

2. Ein akademischer Titel des Institutes für Betriebliche Finanzwirtschaft der Johannes Kepler Universität ist noch lange kein Garant dafür, dass die äußerst komplizierten Regeln von Grea Bua auch richtig verstanden worden sind – nicht einmal nach Stunden des Spielens. Deshalb verließ der gute Mag. XXXXXXXXXX den Tisch als geschlagener Mann und der anschließende Empirebesuch war nicht mehr im Bereich seiner finanziellen Möglichkeiten.

So trafen die Herren XXXXXXX, XXXXXXXX und XXXXXXXXXX mit dicken Geldbündeln bewaffnet im Empire ein. Übermütig wie die beiden Erstgenannten nun einmal sind veloren sie auch prompt je ein Cola-Weiß an Hrn. XXXXXXXXXX in einer Wette, in der ein Klimmzug die entscheidende Rolle spielte. Der Abend nahm wie üblich in der Nusch-Nusch-Bar seinen Lauf, Hr. Panholzer und Hr. XXXXXXXXXX waren nach dem Genuss einer Flasche Rum und mehrerer Gspritzter hervorragender Stimmung.

Überhaupt haben sich die Gerüchte, dass Samstags die Hölle los ist im Empire, als wahr erwiesen. Man traf zwar nicht die üblichen Homies, die am Freitag immer in der Hood abhängen, dafür jedoch einige neue Gesichter – hauptsächlich die heranwachsende weibliche Bimberger Nachfolgegeneration im allerzartesten Alter von sechzehn Lenzen.

Diesen Kindern widmete ich mich dann auch, als Hr. Hintringer und Hr. Panholzer das Etablissement in Richtung Heimat verließen. Trotz des nach wie vor anhaltenden Alkoholgenusses meinerseits wurde ich der angesammelten Pubertätshormone aber schnell überdrüssig (auf Neudeutsch verließ ich die location nach mehreren seconds of listening). Über Umwege traf ich dann auch lang vergessene Freunde und unterhielt mich aufs Köstlichste – Hauptgesprächsthema war die Suche nach der Frage zur Antwort zur „the great Question of Life, the Universe and Everything“ (Extrapunkte für all jene, die die Antwort kennen).

Trotzdem stellte sich, als sich das Empire zusehends leerte, die Frage nach dem Heimweg. Wie der Zufall so spielt verließen zu eben jenem Zeitpunkt auch die angesprochenen Jungbimbergerinnen den Ort des Geschehens. Ohne zu zögern hängte ich mich an, da ich von der Annahme ausging, dass das Völkchen bestimmt von elterlicher Fürsorge abgeholt und ins heimelige heimatliche Bett gefahren würde. Man stelle sich meinen Schock vor als ich erkannte, dass der Heimweg mithilfe der Fußmaschine in Angriff genommen wurde. Vom Alkohol übermütig gemacht lachte ich aber der Gefahr ins Gesicht und folgte den Kindern Richtung Bimberg.

Nach vielen vielen vielen vielen vielen Minuten des Gesprächs bar jeglicher grammatikalischer Regeln und Inhalts traf ich unbeschadet zu Hause ein, die Sonne sandte bereits einige ihrer wärmenden Strahlen über den Horizont. Zusammenfassend gesagt: Ein genialer Abend.

 

Diskriminierung

Eben wurde ich vom Zwiebelfisch auf ein Phänomen aufmerksam gemacht, über das ich mich hier und jetzt offiziell auch beschweren möchte: Frauen werden diskriminiert.

Aber nicht jene Art der Diskriminierung, gegen die diverse halb-lesbische Frauenorganisationen seit hundert Jahren ankämpfen (jaja, es reicht, wir haben es alle verstanden, ihr Emanzen – man erinnere sich an die Diskussion über die Bundeshymne), sondern positive. Ja, sowas gibt es auch.
Generationen von Schülerinnen und Schülern wird eingebläut, dass es für alles eine männliche und eine weibliche Form gibt: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Bürgerinnen und Bürger, Wählerinnen und Wähler. Über die verhunzte, gekünstelt kurze Schreibweise mit dem großen I (wie in MitarbeiterInnen) möchte ich jetzt, aus Rücksicht auf die Zeit und die Geduld der geneigten Leserinnen und Leser, nichts sagen.

Soweit so gut, diese Form der Entmannung kennt jeder und man hat sich auch damit abgefunden. Auch ich. Aber: Wann hört man schon von Schwarzfahrerinnen und Schwarzfahrern? Oder von Sozialschmarotzerinnen? Oder Steuerhinterzieherinnen und Steuerhinterziehern? Oder Leistungserschleicherinnen? Dealerinnen?

Eben.

Außendienst, Winter & Linzer

Gestern war ich auf meinem ersten Außendienst bei richtigen, lebenden Kunden, die reden – genauer gesagt bei m-tec in Arnreit.

<techtalk>
Dort habe ich, da ich dafür der eworx-interne Spezialist (genauer gesagt der einzige, der dazu mal gegoogelt hat) bin, Outlook Forms „programmiert“ (besser gesagt gedrag-und-droppt). Wer Outlook Forms nicht kennt: Das ist eine sehr nette Möglichkeit, für Outlook sehr spezialisierte Formulare (Kontakte, Aufgaben etc). zu entwerfen, die genau auf den unternehmensinternen Workflow zugeschnitten sind.
</techtalk>

Obwohl ich meine Abscheu gegenüber anderen Menschen wohl nicht ganz verbergen konnte, habe ich den Chef verblüfft, die lasziven Sekretärinnen verzaubert und die Arbeit, nun, erledigt. Nach (laut Lieferschein) 3,75 Stunden durfte ich die Fremde verlassen und zurück ins heimelige eworx-Firmengebäude. Zusammenfassend gesagt ist der Kontakt mit Menschen (aka ansehnlichen Sekretärinnen) durchaus eine nette Abwechslung, die Wärme einer Tastatur im finsteren Kämmerlein kann er jedoch auch nicht ersetzen.

Außerdem hat es gestern ziemlich stark geschneit (wegen dem dadurch entstandenen Unfall bei Arnreit wäre ich übrigens fast zu spät zum Außendienst gekommen). Dazu kommt, dass ich den m-tec Chef bei einem Telefongespräch belauschen konnte, das eine meiner jahrelangen Feldstudien bestätigte:

Linzer haben Angst vor Schnee. Sie verabscheuen ihn und trauen sich, sobald sich die erste Schneeflocke am Horizont zeigt, nicht mehr ins traute Mühlviertel. Dieses Phänomen hat bei m-tec kleinere Flüche hervorgerufen, da sich ein Beamter der Landesregierung, für den ein wichtiger Termin angesetzt war, strikt weigerte, sein versalztes Linz zu verlassen und in die schneeumstürmten Hochebenen im Nordosten zu kommen („Bei dem Wetter fahr ich nicht“).

Zugegeben – im Schneefall bei Sichtweite 20 Meter auf unbekannten Straßen herumzutuckern kann durchaus unangenehm sein und ist nicht jedermans Sache, aber wir sind ja nicht auf einer Schweizer Hochalm, wo die Sennerin den ganzen Winter von der Außenwelt abgeschottet ist (darum gibts auch keine Sünd‘ dort). Gestern während der abendlichen Fahrt nach Haus habe ich auf den 25 Kilometern Heimweg Strecke vier verschiedene Schneepflüge überholt, die alle fleißig wie die Ameisen waren und beinahe Straßenverhältnisse wie im Hochsommer produziert haben.

Diese linzer’sche Angst ist also vollkommen ungerechtfertigt. Bei uns ist es im Winter nicht wie in Sibirien. Auch bei uns werden Straßen geräumt. Besucht doch das schöne Mühlviertel – auch im Winter geöffnet!

(Diplom)Arbeit

Letzte Woche wurde mein Diplomarbeitsthema von der FH genehmigt und nachdem ich ständig gefragt werde (nicht falsch verstehen, mich ehrt das Interesse), was ich denn nun eigentlich mache, folgt eine Beschreibung meines Themas:

<techtalk>
Das ganze läuft unter dem offiziellen Titel Entwurf und Implementierung einer anti-spam-optimierten, regelbasierten E-Mail-Versandskomponente. Hinter dieser sperrigen Überschrift verbirgt sich eine Komponente (höchstwahrscheinlich ein Windows Service) in .NET 2.0/C#, die E-Mails für einen 100% webbasierten Newsletterversand verschickt. Das Ding muss hochperformant sein, da oft viele Tausend E-Mails pro Tag verschickt werden müssen. Zusätzlich soll diese Komponente bestimmte, frei-kombinierbare Regeln verstehen und anwenden können. Diese Regeln helfen, dass bestimmte Spamfilter E-Mails nicht als Spam klassifizieren – so darf zB ein GMX Server nicht mehr als (Hausnummer) 100 E-Mails pro Stunde vom selben Absendeserver bekommen, sonst werden sie als Spam gefiltert (Es handelt sich dabei übrigens ausschließlich um Opt-In Empfänger, ich trage also nicht zum weltweiten Spamversand bei).

Die Komponente wird nun (sobald die Regeln eingestellt wurden) mit E-Mails gefüttert und muss selbstständig die optimale (sprich schnellste) Versandreihenfolge herausfinden und die E-Mails dementsprechend versenden. Das ist (grob und sehr vereinfacht) der praktische Teil meiner Diplomarbeit.

Der theoretische beschäftigt sich einerseits mit dem Mailversand (SMTP Protokoll), andererseits aber (und das wird der Hauptteil) mit Spam und Spamfiltern: Welche gibt es, wie arbeiten sie, wie kann man vermeiden dass das eigene E-Mail gefiltert wird uä. Dieser Teil hat nicht direkt etwas mit der Implementierung zu tun und wurde erst im Nachhinein an das Diplomarbeitsthema angefügt, weil mein Betreuer (Herr Heinzelreiter) meinte, dass ohne dieses meine Diplomschrift gar mager werden würde (und er hatte vollkommen recht damit). Ich denke dass auch mein theoretischer Teil halbwegs interessant werden wird (der praktische wird es bestimmt) und werde in Kürze mit der Literatursuche beginnen.
</techtalk>

Auftraggeber ist, wie bei meinem Praktikum (das übrigens Anfang Februar endet) eworx. Parallel zur Diplomarbeit werde ich noch ca. 15 Stunden pro Woche weiterhin bei eworx arbeiten, um dort weiterzumachen wo ich nach dem Praktikum aufhören werde. Zusätzlich dazu entwickle ich noch privat an ein paar kleineren Projekten, um meinem Sparschwein etwas mehr Kost vorsetzen zu können. Und falls noch Zeit und Lust bleibt möchte ich auch mein gutes altes Onlinegame Warcraft 3 Online wieder reaktivieren.

Jedenfalls freue ich mich wie ein junger Hund auf das 8. Semester, weil ich endlich wieder etwas mehr Zeit in Hagenberg sein kann …