Ich vergönne

… unseren Lieblingsnachbarn das Halbfinale. Es scheint, als würden sie so ganz langsam über die Schmach vor 28 Jahren in Argentinien hinwegkommen, deren traumahafte Erinnerungen daran nun schon mehr als ein Vierteljahrhundert die größte Volkswirtschaft Europas lähmen.

Besonders sehen- und auch hörenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem diese Seite, die unseren Hansi unsterblich macht.

Wohin nur, wohin

… geht es mit unserer Gesellschaft?

Eben bekam ich zufällig das aktuelle Jahrbuch jener Handelsakademie zu Gesicht, in der meine Schwester ihre Jugend verbringt: Interessiert blättere ich das überraschend dicke Büchlein durch, pralle aber geschockt zurück. Denn in dem Büchlein sind auch alle Klassenfotos abgedruckt. Und was müssen meine großen traurigen Augen sehen? Nein, kein lustiges Jungvolk hochmotivierter zukünftiger Bankmanager und angehender Fondsverwalterinnen. Nein, ich blicke in die entstellten Gesichter von überschminkten, hochgestylten Paris Hiltons und in die verbrauchten Fratzen von Jünglingen, die Hosen in der Kniekehle, und nur mehr die Kraft, um bis zum nächsten Dealer zu wanken.

Schockiert blättere ich weiter – vielleicht war dies ja nur diese eine Klasse – die anderen müssen doch eine Zukunft haben. Meine Hoffnung wurde jäh enttäuscht. Selbst die ersten Jahrgänge erinnern mehr an ein Gewerkschaftstreffen von Billighuren und Straßenstrichern als an das Klassenfoto eine höherbildenden wirtschaftlichen Schule. Man blickt in Augen, die so schwarz umrandet sind, dass kaum noch etwas vom Gesichtchen zu erkennen ist. Man sieht Kleidung, die selbst Sharon Stone in ihren besten Jahren hätte erröten lassen – von kindlicher Unschuld weit entfernt. Durchgehend – von der ersten bis zur fünften Klasse – trifft man nur ganz selten auf Personen, denen man auch zutrauen würde, den Unterschied zwischen Aktie und Anleihe zu kennen, oder zwischen Kredit und Sparbuch. Und diese verstecken sich schamhaft in der hintersten Reihe, ducken sich unwillkürlich, um in der Menge von Lippenstift, Mascara und heraushängenden The-Simpsons-Boxershorts nicht aufzufallen. Wohl aus Angst, dem vorherrschenden Tokio-Hotel-Ideal nicht zu genügen.

Doch halt, hebt stolz eure Schultern, blickt der Kamera mit einem erhabenenen Blitzen in den Augen in die Linse. Denn ihr seid es, die unsere Zukunft sind. Ihr, die ihr eure Zeit vor dem Aktienbericht anstatt dem aktuellen Bravo verbringt, werdet erfolgreich sein. Nicht die anderen traurigen Gestalten, die zwar jetzt hipp, trendy oder megacool (sagt man das noch, ich bin da nicht mehr up-to-date?) sein mögen – die werden euch in einigen Jahren bestenfalls den Kaffee ins Eckbüro bringen, schlimmstenfalls mit resignierter Stimme "Eine Apfeltasche dazu?" fragen.

Etwas traurig wegen dem Untergang der Jugend krame ich nach den Klassenfotos aus meiner HAK-Zeit, voller Angst, dass es dort so ähnlich war. Aber nein, damals war alles besser. Kaum eine Spur von Make-up, wenn, dann äußerst zurückhaltend aufgetragen. Keine Hose auf Halbmast. Und alle Kniee züchtig zusammengehalten, nicht aufreizend überschlagen. Jedem jungen Mann sieht man an, dass er gerne einen Anzug für das Klassenfoto tragen würde, die Damen einen schicken Hosenanzug a lá Angela Merkel. Die jungen Gesichter strahlen vor Motivation, vor Zukunftsfreude und Hoffnunf. Von jedem meiner alten, verblichenen Klassenfotos aus dem letzten Jahrtausend blicken einem zukünftige Bestverdiener entgegen, geborene Aufsteiger. Damals waren es noch gute Zeiten.

The Saturn Chronicles, Part 2

Mein neuer Computer ist ja bekanntlich nach zwei Wochen der Funktionstüchtigkeit zurück in den den schwarzen Turm von Saturn gewandert, um dort die nicht mehr funktionsfähigen USB-Ports zu reparieren. Damals wurde mir von dem zugegebenermaßen freundlich und kompetent wirkenden jungen Mann versichert, dass es wahrscheinlich eine Woche dauern wird, bis ich ihn mir wieder abholen kann, höchstens aber zwei Wochen. Als Homo Sapiens Sapiens geht man nach dieser Aussage natürlich von einer Wartezeit von zwei Wochen aus.

Am letzten Samstag waren diese zwei Wochen um, daher hab ich am Freitag in der Saturn-Servicestelle angerufen, um auf den aktuellen Stand der Reparatursituation gebracht zu werden. Zuerst schlugen mehrere Anrufsversuche fehl, da es nach einer aufdringlichen Musik einfach leise wurde und nichts passierte. Danach bekam ich aber doch eine Dame an die Strippe, die nur wusste, dass mein Rechner noch nicht da wäre. Nun gut, hätt mich ja auch gewundert wenn eine Frist eingehalten werden würde. Mittlerweile hab ich die Diplomarbeit auch auf meinem alten Notebook fertigprogrammiert und ehrlich gesagt mein Interesse (sprich meine Scharf- und Geilheit) an dem superschnellen neuen System verloren (so unglaublich es klingt).

Nun rief mich aber am Montag Vormittag jener Herr an, der gerade das Motherboard an meinem System ausgetauscht hatte und wollte das Passwort für die Windows Installation haben, da er gerne den Rechner testen würde. Nach ein bisschen Smalltalk wollte ich nun von ihm wissen, warum die Reparatur denn so lange dauert und, zu meiner nicht geringen Überraschung, meinte er, dass er es schon vor eineinhalb Wochen gerichtet hätte, wenn Saturn nicht so lange gebraucht hätte, um ihm meine Telefonnummer zu geben. Aber morgen, also Dienstag, sollte ich ihn abholen können.

Tags drauf erwartete ich also einen Anruf aus der Saturn-Servicestelle, die mich über die Ankunft und Abholbereitschaft meines Systems informieren sollte. Und tatsächlich, ein Saturn Mitarbeiter ruft an. Doch etwas überrascht (weil es waren ja eh nur zweieinhalb Wochen) hörte ich ihm zu. Meine Überraschung wich dann aber doch lichtem Jähzorn:

Saturn Heini: Herr XXXXXXXXXX, wir ham da ein Problem mit ihrem Computer, irgendwas mit einem fehlenden Passwort oder so.
Ich: Ja, ich weiß, da hat mich gestern schon jemand angerufen, dem hab ich dann weitergeholfen.
Saturn Heini: Oh. Hmm. Ja, dann wird diese E-Mail wohl alt sein und nimma gültig.
Ich *schnaubt gereizt und ist froh, dass er noch etwas müde ist, weils ja noch Vormittag ist*: Das heißt dann wohl, dass mein Rechner noch immer nicht fertig ist.
Saturn Heini: Offensichtlich. Wir melden uns bei Ihnen. Aber ich bin guter Dinge, dass er morgen ankommt.
Ich: Anscheinend habts ihr auch a bissi a ungewöhnliches Verständnis davon, was ein bis zwei Wochen sind.
Saturn Heini: Naja, des ist eh durchaus üblich, bei uns sind alle a weng gestresst. Auf Wiederhörn.

Sagts, und legt auf. Und ich bin gespannt, was da jetzt draus wird.

ThePirateBay und die USA

Wie gemeinhin bekannt, wurden in den letzten Wochen von der schwedischen Polizei in einer Razzia die Server von ThePirateBay beschlagnahmt (für alle, dies nicht wissen sollten: ThePirateBay bietet zwar selbst keine Inhalte fragwürdiger Herkunft an, unterstützt aber enorm bei der Suche nach solchen). Nach schwedischem Recht haben die Betreiber aber nichts falsch gemacht und so sind die Server mittlerweile wieder an ihrem Platz. Soweit die guten Nachrichten.

Wie aber erst jetzt durch eine schwedische Zeitung bekannt wurde, geschah diese Razzia (die im Hinblick auf die schwedische Verfassung fragwürdig war) nur auf Druck der USA, die über die WTO sogar mit Handelssanktionen drohten – ein Staatssekretär hats bestätigt. Nun fragt sich aber der unschuldige europäische Bürger, wie die USA dazu kommen, einem EU-Land mit Sanktionen zu drohen. Und ob in den USA überhaupt noch irgendwas entschieden wird ohne wirtschaftlichen Hintergrund und ohne Initiative der Lobby. Und klar war da der Druck auf die schwedische Regierung groß, aber sich so erpressen lassen …

Jedenfalls sieht man mal wieder, wie weit es mit der Souverenität von europäischen Staaten her ist. Ich warte nur drauf, dass Schweden auf der Liste der Schurkenstaaten auftaucht und die Betreiber von ThePirateBay sowie der schwedische Justizminister und die obersten Richter von der CIA mit einem Kopfgeld belegt werden. Ein Grund mehr, in die Politik zu gehen, mächtig zu werden, und in der EU Strafzölle für US-Filme und -Musik einzuführen. Ich hoffe aber doch, dass das hat ein politisches Nachspiel hat. Hoffentlich zeigt die EU einmal etwas Rückgrat und nimmt das nicht so einfach hin.

Dropping Knowledge

Es gibt eine äußerst interessante Initiative namens Dropping Knowledge, die es sich zum Ziel gemacht hat, Fragen zu beantworten. Jeder kann jede Frage stellen, im September gibt es dann eine erste Expertenrunde (112 Intellektuelle, Künstler, Experten etc. – nominiert wird von Jane Goodall (Schimpansenlady) über Hermann van Veen (Alfred Jodukus Kwak) bis Mohau Pheko (Aktivistin)), die sich mit den Fragen beschäftigt. Auf der Website kann man alle Fragen einsehen und seine eigene Gedanken (evtl. sogar Antworten) zu den Fragen abgeben. Und natürlich kann man auch seine eigenen Fragen "spenden".

Und einige der bereits gestellten Fragen regen wirklich zum Nachdenken an – vor allem über verschiedene Ansichtsweisen. So fragt zB ein US-Amerikaner, warum nicht alle Menschen Freiheit wollen (für mich sensationell, wie die USA meint, den Begriff von Freiheit/Freedom erfunden und patentiert zu haben). Oder ein Bolivianer, ob es wahr ist, dass es in Europa kaum mehr Kinder gibt. Oder eine Deutsche, die sich fragt, ob die EU Zukunft hat, obwohl die Menschen sie nicht wollen. Äußerst lesenswert.

Update: Gerade bin ich über eine geniale Frage aus Irland gestolpert: "Why is German grammar sexist?"  Die Antwort liegt hierbei wohl klar auf der Hand, vor allem für jene, die regelmäßig den Zwiebelfisch lesen.

Das schwarze Teufelszeug

So manchem meiner geneigten Leser oder mancher meiner bezaubernden Leserinnen mag ja bekannt sein, dass ich kein Freund des übertriebenen Kaffeekonsums bin. Ich kenne genug Leute (angefangen bei meinem guten Väterchen), die diese bittere Flüssigkeit wie Wasser zu sich nehmen. Und an jeder Straßenecke zu jeder Zeit sieht man Leute ganz angetan Kaffee trinken, wie wenn es eine Art Jungbrunnen wäre. Dabei macht er (der Kaffee, nicht der Jungbrunnen) nur gelbe Zähne und Mundgeruch, sowie, da bin besonders ich gefährdet, unangenehme Flecken auf weißen T-Shirts.

Trotzdem, das mit dem Jungbrunnen ist gar nicht so falsch. Die letzten Tage, in denen ich mich intensiv der Diplomschrift gewidmet habe, habe ich begonnen, ganz gegen meine Überzeugungen, etwas Kaffee zu mir zu nehmen. Und tatsächlich, die stets anwesende Müdigkeit verschwindet, die Ideen fließen, die Fingerchen hüpfen graziös über die Tastatur – und das obwohl es erst 10 Uhr des frühen Morgens ist! Unglaublich! In nicht einmal 24 Stunden hab ich so 16 Seiten des "Design"-Kapitels hingeschmissen wie nichts.

Nur schwebt über mir nun das Damoklesschwert der Abhängigkeit – schaffe ich es, mich diesem schwarzen Teufelszeug zu widersetzen (ich werde noch etwas brauchen, bis die Diplomschrift fertig ist)? Kann ich mich von diesem ungewohnt wachen und hochleistungsfähigem Zustand verabschieden? Oder bin auch ich, wie der Großteil der Bevölkerung, bereits im Drogensumpf versunken?

Doch ich bin zuversichtlich. Meine innerste Überzeugung ist es, dass Kaffee nicht einfach ein Genussmittel ist – für mich ist er Medizin, die nur im Notfall eingenommen werden darf (und dessen war ich sogar schon überzeugt, bevor ich wusste, dass es der geniale Jerry Seinfeld genauso hält). Und ich denke, genau deshalb wirkt der Kaffee auch so phänomenal bei mir (ich bin schon ganz überdreht wenn ich nur ein Stückchen Tiramisu genieße). Schon allein wegen dieser einmaligen Wirkung werde ich den Kaffe auch in Zukunft vorsichtig anfassen – nicht, dass ich abstumpfe und in ein paar Jahren hat die Medizin dann keine Wrkung bei mir (siehe Antibiotika und resistente Virenstämme).

My movie review: Capote

Gestern haben wir uns, in Ermangelung einer Alternative (Faktotum wurde etwas zu spät gespielt), den ziemlich hochgelobten Film Capote zu Gemüte geführt – zu unserer nicht geringen Überraschung in der Originalfassung mit Untertiteln. Mir war dies nur recht, meiner Begleitung weniger.

Der Film selbst ist sehr ruhig, es gibt kaum Musik, oft gibt es Szenen, wo sich einfach nichts tut. Die Kamera ist äußerst konservativ (keine Bewegung, keine Fahrten, keine Zooms). Der Hauptdarsteller, der den erfolgreichen und äußerst exzentrischen Schriftsteller Truman Capote in den frühen 60er Jahren spielt, ist hervorragend, sobald man sich mal an seine seltsame Stimme gewöhnt hat. Sehr detailliert (oft langatmig) wird die Geschichte von einem brutalen Mord erzählt, über den Capote ein Buch schreiben will. So lernt er die beiden Killer kennen, in einen davon verliebt (?) er sich und unterstützt ihn bei der Suche nach Anwälten und bei Berufungen gegen die verhängte Todesstrafe. Capote wird immer mehr von dessen Geschichte gefesselt, er erfährt sehr viele Details, die sein Buch "In Cold Blood" zum absoluten Bestseller machen sollen. Als Zuschauer ist man aber ständig hin- und hergerissen: Hilft Capote den Mördern aus Zuneigung, oder will er nur noch mehr Details und mehr Geschichten über den Mord hören, weil er unbedingt einen neuen Welthit schreiben will?

Dazu kommt außerdem, dass er in seinem Buch die Mörder als blutrünstige Bestien darstellt und nicht, wie er den Mördern erzählt, gut und bloß missverstanden. So kommt es zu einem Interessenskonflikt – er kann sein Buch nicht fertigstellen und veröffentlichen, solange die beiden Männer noch leben – durch die Hilfe von den durch Capote vermittelten Anwälten wird die Todesstrafe ständig aufgeschoben. Schließlich untersagt er diese Hilfe, beide Männer werden erhängt. Capote wird von enormen Selbstvorwürfen geplagt.

Capote ist eine wahre Geschichte, Truman Capotes Buch "In Cold Blood" war einer der größten Bestseller in den USA. Nach diesem Hit hat er nie wieder ein Buch geschrieben und starb später Alkoholmissbrauch. Capote hat übrigens auch den Oskar für die beste Hauptrolle bekommen.

Mein Fazit: Ein durchaus guter Film, der ziemlich aufwühlt, leider für meinen Geschmack aber etwas zu ruhig und langatmig ist. Einmal Ansehen ist empfehlenswert, ein zweites Mal wird schon zu anstrengend.

Mountainspektakel

Dieses Wochenende stieg das Festlereignis des Jahres – das traditionelle Mountainspektakel am Saint Jonesinger Hansberg. Selbstredend ließen es sich der gute Ghostwriter und meine Wenigkeit, begleitet von drei (!) Damen, nicht nehmen, dem Treiben persönlich beizuwohnen. Das Wetter meinte es außerordentlich gut mit uns, es war trocken und gar nicht mal allzu kalt.

Im Gegensatz zu dem üblichen standardisierten Feuerwehrfestl, derer es im Mühlviertel ja genug zum Saufüttern gibt, sind in Saint Jones Unmengen an Verwandtschaft anzutreffen – sogar die älteren Menschen, die bei mir im Saxx-Manor wohnen, waren sensationellerweise anzutreffen. Dies hat nicht nur den Vorteil von interessanten Gesprächen (mit dem Bürgermeister von Saint Jones wurden Unmengen an Plänen bezüglich SaintJones.info geschmiedet), sondern schont auch ganz enorm den Geldbeutel, da Verwandtschaft gerne dazu tendiert, die eine oder andere Sachspende in flüssiger Form zu überreichen. Der Ghostwriter und ich haben übrigens auch fleißig Pickerl mit der Aufschrift http://www.saintjones.info – Insider news for an insider town ausgeteilt – Werbung muss sein.

Abgesehen davon muss man aber so ehrlich sein und zugeben, dass es sich beim Mountainspektakel um kein extra erwähnenswertes Festl handelt – es ist ziemlich klein und es gibt auch sonst keine Besonderheiten.

Fuck Medion

Vor nun schon mehr als zwei Jahren hab ich mir gebraucht einen Billigrechner von Proworx zugelegt, für ein Butterbrot damals. Gegen alle Erwartungen und zu meiner Überraschung hat sich dieser Kauf aber mehr als gelohnt, dieser Rechner läuft fast durchgehend seit damals, ist vollgestopft mit Festplatten und allerlei aufregender Elektronik und hat sich als geradezu vorbildlich in Sachen Leistung und Genügsamkeit herausgestellt. Nur das Netzteil ist mir vor einiger Zeit eingegangen, aber das ist ja kein Problem und angesichts der Dauerbelastung auch akzeptabel. Jedenfalls bin ich äußerst zufrieden mit dieser Billig-Massenware.

Daher hab ich vor zwei Wochen mein warnend beißendes Bauchgefühl ignoriert und mir bei Saturn (Fehler 1) einen Desktop von Medion (Fehler 2) gekauft, der mein Notebook ablösen sollte. Spielen tut das Teil alle Stückerl (Pentium D, 2 x 3 Ghz, 2 GB RAM, 500 GB Festplatte, usw.) und war preislich zwar schon hoch angesiedelt, im Vergleich zu anderen Geräten gleicher Ausstattung und von namhafteren Herstellern aber doch relativ günstig. Nach den ersten Tagen fingen aber die Probleme an:

Ich wollte eine W-Lan PCI Karte einbauen, damit ich die Kabel durchs Wohnzimmer los werde und mich trotzdem schön im WAN des weitläufigen Saxx-Anwesens bewegen kann. Ich stecke also die Karte in einen freien PCI-Steckplatz und starte, ohne Böses zu ahnen, neu, die Treiber bei der Hand. Fehlanzeige: Windows meint stur, dass nichts eingesteckt ist. Irritiert baue ich die Karte in einen anderen freien Slot ein – jetzt funktionierts. Jetzt, im Nachhinein, hätte mich das bereits alarmieren sollen, aber damals war es mir herzlich egal und ich war nur froh, dass ich das herumliegende Kabel zusammenrollen konnte.

Weiter gehts: Mittwochs oder Donnerstags poppte plötzlich eine Systray-Meldung auf, dass irgendein USB Gerät zuviel Strom bezieht – und das, obwohl seit Tagen kein neues Gerät an- oder abgsteckt wurde. Genervt will ich das Teil wegklicken, scheitere aber an der bewegungsunfähigen (USB-)Maus. Es stellt sich heraus, dass alle vier hinteren USB Ports tot sind, nur mehr die beiden an der Vorderfront scheinen zu funktionieren.

Daher war ich heute im Linzer Saturn um mein Teil zurückzugeben bzw. umzutauschen. Nachdem ich (so wurde mir gesagt), bereits diese und jene Frist überschritten habe, kann ich das Drecksteil nicht zurückgeben, sondern es wird repariert. Na super. Mein nigelnagelneuer Computer, für den ich genug gutes Geld hingelegt hab, ist also nicht verwendbar, da die Reparatur an die zwei Wochen dauert. Der (zugegebenermaßen sehr nette) Servicemitarbeiter schien zwar mein Aufgebrachtheit (und Resignation) zu verstehen, versicherte mir aber, dass er nichts tun könne (nicht dass ich das ernsthaft erwartet hätte).

Nun, jetzt hab ich zwar keinen neuen Computer, habe aber (erneut, wie wenn dies das erste Mal wäre) die Erfahrung gemacht, dass man erstens keine Billig-PCs kauft, und zweitens schon gar nicht im Geschäft, sondern nur über Versand, weil das Fernabsatzgesetz schon äußerst wohltuend für uns missbrauchte Konsumenten ist. So, und jetzt geh ich mich irgendwie abreagieren …

ps: Bevor ichs vergesse, diese Woche ist mir auch mein Fernseher eingegangen. Life can really suck sometimes.
pps: Für alle, die es interessiert: Gesetzlich sieht das ganze so aus, dass Saturn durchaus im Recht ist, wenn sie dort meinen, dass ich das Ding nicht zurückgeben kann. Erst wenn eine Reparatur fehlschlägt, kann ich auf Preissenkung (Minderung) oder Rückgabe (Wandlung) bestehen. Und ich hoffe mittlerweile sehr, dass die Reparatur fehlschlägt.

Abschied

Am Sonntag ist mein Cousin Andi, noch nicht einmal 16 Jahre alt, überraschend gestorben. Das Begräbnis gestern war, wenn man überhaupt so sagen kann, sehr schön und traurig – unglaublich, wie viele Freunde und Bekannte Abschied genommen haben, es war kaum genug Platz in der Ottensheimer Kirche. Unglaublich auch, was für eine Solidarität entstehen kann, unter anderem bei den Abschiedsworten (mittlerweile mehr als 23 Seiten) auf Andis Festlinfo Userpage …